Gerhard Berger ist ein Phänomen - der Tiroler ist im aufgeregten Medienwald der Formel 1 quasi dauerpräsent, obwohl er laut eigenen Angaben nichts anderes als ein "interessierter Formel 1-Kenner" ist, wie er der Tiroler Tageszeitung erklärte. Mit allen möglichen und unmöglichen Rhetorik-Tricks versucht man, dem heftig umworbenen Sympathienträger wenigstens eine Andeutung zu entlocken, dass er womöglich bald schon zurückkommen werde...
"Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?", gehört zu diesen Fragen. "Hoffentlich im Winter auf der Skipiste und im Sommer am Strand", antwortet ein lachender Gerhard Berger. "Und im Frühling und im Herbst?", wird nachgebohrt. Berger antwortet geschickt - er weiß, dass die Hoffnung immer zuletzt stirbt und er lässt sie daher auch leben: "Da lassen wir uns am besten überraschen", antwortet er.
Seit sich Berger in den selbst erwählten Formel 1-Urlaub begeben hat, wurden ihm von der Medienmaschine derart viele Jobs zugeschanzt, dass man beinahe in Verlegenheit geraten könnte, Fiktion und Wirklichkeit zu verwechseln. Mercedes-Rennleiter, Red Bull-Teamchef, ja sogar eine leitende Position bei Ferrari - zur Erinnerung sei erwähnt, dass Gerhard Berger nach seiner aktiven Pilotenlaufbahn BMW-Motorsportdirektor war.
Strand oder Berger-F1?
Das jüngste Gerücht jedoch hat Gerhard Berger selbst kräftig miternährt - ein eigenes Team ab 2008 sei "eine Überlegung wert, wenn Bernie und Max die Kosten reduzieren", gab er gegenüber der Fachzeitschrift Motorsport Aktuell zu. Und im Interview mit der TT erklärte Berger: "Solche Überlegungen gibt es, aber die sind sehr stark an das Reglement gebunden. Und da das Reglement für 2008 noch nicht feststeht, ist es zu früh, darüber zu reden."
Es ist immer dieses "Nein, aber" oder umgekehrt ein "Ja, aber noch nicht jetzt", welches Berger wie kein anderer beherrscht. Durchaus möglich, dass Berger auch in zwanzig Jahren noch alle möglichen und unmöglichen Jobs zugeschanzt werden und seine Medienpräsenz in gleichem Maße hoch ist - auch wenn der sympathisch gefuchste Tiroler bis dahin tatsächlich nur auf Skipisten und am Strand seine Zeit verbringen würde...

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