Vor einem Monat verlängerte Max Verstappen seinen Formel-1-Vertrag mit Red Bull. Zum Start ins Rennwochenende in Baku schaffte das Team auch Klarheit über die Zukunft von Isack Hadjar. Für den Franzosen war die Vertragsverlängerung trotz seiner im Sommer erlittenen Handverletzung nur Formsache. Sein Selbstvertrauen hat unter der Zwangspause nicht gelitten, den Verbleib im Top-Team habe er nicht einmal verhandeln müssen. Seine Leistungen an der Seite von Teamleader Verstappen ließen Red Bull gar keine andere Wahl.

"Ich habe nicht einmal Gespräche darüber geführt. Das habe ich meine Leute für mich machen lassen. Ich erledige das auf der Strecke, und mehr nicht. Es war also eigentlich sehr leicht", gibt sich Hadjar mit dem neuen Deal in der Tasche völlig abgeklärt. Die letzten drei Rennen in Zandvoort, Monza und Madrid verpasste er aufgrund einer Handgelenksverletzung, die er sich in der Sommerpause zugezogen hatte.

Bis dahin hatte es für ihn im direkten Vergleich mit Verstappen allerdings deutlich besser ausgesehen als für seine Vorgänger. Nach seiner fulminanten Rookiesaison mit Racing Bulls samt des sensationellen Podiums in Zandvoort war er im Eilverfahren ins Cockpit von Yuki Tsunoda befördert worden. Trotz des problematischen RB22 konnte Hadjar auf Anhieb überzeugen. In Japan fügte er Verstappen die erste teaminterne Qualifying-Niederlage seit Sergio Perez 2024 in Baku zu.

Isack Hadjar vs. Max Verstappen 2026: Statistik bis zur Sommerpause

StatistikIsack HadjarMax Verstappen
WM-Rang8.6.
Punkte71109
Siege00
Podien14
Bestes Ergebnis3.2.
Top-10-Finishes88
Ausfälle23
Pole Positions00
Qualifying-Duell28
Ø Qualifying-Gap+0,159 Sekunden-
Renn-Duell38
SQ-Duell04
Sprint-Duell04
Sprint-Punkte09

Isack Hadjar erfüllt Red Bulls Anforderungen im Formel-1-Cockpit neben Max Verstappen

Noch entscheidender war die Konstanz, mit welcher der 21-Jährige neben Verstappen überzeugte. An allen elf Rennwochenenden, an denen er bis zu seiner Verletzung teilnahm, schaffte er es ins Q3. Eine solche erste Saisonhälfte vom zweiten Red-Bull-Fahrer war im Vorjahr noch ein ferner Traum der Teamführung, wie der direkte Vergleich mit Yuki Tsunoda zeigt. Der Japaner performte nicht annähernd auf dem Level Hadjars, obwohl Verstappen mit dem RB21 im vergangenen Jahr bis zur Sommerpause zwei Siege, drei Podien und vier Pole Positions einfuhr.

"Weißt du, wenn du dich gut machst, dann bleibst du auch. So einfach ist das", tönt Hadjar, der am sechsten Rennwochenende mit Red Bull in Monaco mit Platz drei schon früh sein erstes Podium mit dem Team holte - etwas, das seinem japanischen Vorgänger nie gelang. Auch für Verstappen stand der Verbleib seines Teamkollegen daher nie in Frage. "Ich denke, er hat einen sehr guten Job gemacht. Natürlich war es für ihn schade, dass er die letzten Rennen wegen seiner Verletzung verpasst hat. Aber für das Team war es nur richtig", so der viermalige Weltmeister. "Ich denke, er hat es definitiv verdient."

Isack Hadjar vs. Yuki Tsunoda bei Red Bull: Vergleich 1. Saisonhälfte

StatistikIsack Hadjar 2026Yuki Tsunoda 2025
Red-Bull-Starts1112
Punkte717
Punkte pro Rennwochenende6,450,58
Bestes Ergebnis3. Platz9. Platz
Podien10
Top-5-Finishes30
Top-10-Finishes83
Ausfälle21
Q3-Einzüge11 von 114 von 12
Bestes Qualifying-Ergebnis3. Platz7. Platz
Qualifying-Duell gegen Verstappen2:80:11
Ø Qualifying-Gap zu Verstappen+0,159 Sekunden+0,540 Sekunden

Keine vertraglichen Einschränkungen für Isack Hadjar trotz Verletzung

Dass sein guter Run durch ein Missgeschick abseits der Rennstrecke gestoppt wurde, bedeutete für Hadjar frustrierende Monate. Über seine Rückkehr ist er mehr erleichtert als über den neuen Vertrag. "Das ist schön, aber es ist auch selbstverständlich. Ich bin nicht hier, um mir Hoffnungen zu machen. Ich bin hier, um auf der Rennstrecke zu zeigen, was ich kann", so der 34-fache Grand-Prix-Teilnehmer.

Seine Verletzung beim Krafttraining sei für Red Bull hinsichtlich des Vertrages übrigens genauso wenig ein Thema gewesen wie für ihn selbst. Etwaige Sportverbote wurden ihm nicht auferlegt. "Nein, ich muss nur nächstes Mal etwas vorsichtiger sein. Ich muss mich nur bandagieren und das war's. Es ist passiert, aber es gibt für mich keine Einschränkungen. Ich bin ja auch kein Fünfjähriger, ich muss nur einfach vorher zweimal überlegen."