Äußerst langfristige Vertragsverlängerungen scheinen in der Formel 1 aktuell im Trend zu liegen. Die Racing Bulls springen auf den Zug auf und verkünden am Freitag zum Großen Preis von São Paulo, dass Teamchef Alan Permane bis 2031 an der Spitze des Red-Bull-Nachwuchsteams bleiben wird.

Permane übernahm die Führung der Racing Bulls, nachdem Laurent Mekies im Juli 2025 als Ersatz für Christian Horner zum A-Team befördert wurde. Seither leitet er gemeinsam mit Geschäftsführer Peter Bayer die Geschicke beim italienischen Rennstall. Für die nächsten fünf Jahre wird Permane Co-CEO Sporting bleiben.

Der Brite und Ex-Alpine-Mann ist seit 2024 bei den Racing Bulls, verfügt aber bereits über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Formel 1. Als Renndirektor half er Mekies zunächst dabei, die Mannschaft aus Faenza aufzubauen. Unter seiner Führung erreichte der Rennstall in Zandvoort 2025 das erste und bisher einzige Podium unter dem Namen Visa Cash App Racing Bulls. In der Geschichte des mehrfach umbenannten Nachwuchsteams war es bereits Podestplatz Nummer vier.

Permane führt Racing Bulls zu WM-Platz fünf: Noch lange nicht fertig!

In der diesjährigen Saison steuern die Racing Bulls auf ihr bislang bestes Ergebnis in der Konstrukteurs-WM zu: Sie liegen mit 39 Punkten Vorsprung auf Alpine auf dem fünften Platz und führen an den meisten Rennwochenenden das Mittelfeld an.

"Alan macht einen herausragenden Job und die Entwicklung des Teams ist ein unmittelbarer Ausdruck seiner Erfahrung, Hingabe und seines wetteifernden Mindsets", lobt Red-Bull-CEO Oliver Mintzlaff Permane in der Verlängerungsankündigung. "Er bringt Klarheit, Gelassenheit und ein tiefes Verständnis dafür, worauf es in der Formel 1 ankommt, um erfolgreich zu sein, mit. Er kreiert dabei ein Umfeld, in dem Menschen konstant Bestleistungen liefern können. Alan hat maßgeblich zu den Erfolgen des Teams in diesem Jahr beigetragen, und wir freuen uns, dass er das Team weiter leiten wird."

Permane selbst freut sich über seine fünfjährige Vertragsverlängerung und auf die weitere Zusammenarbeit mit seinem Team: "Dass wir um den fünften Platz in der WM kämpfen, kann jeden so stolz machen. Es ist das Ergebnis der Arbeit vieler Menschen, und wir sind noch nicht fertig. Wir haben die richtigen Leute, die richtige Kultur und einen klaren Blick für den Weg, den wir gehen möchten."

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Teamchef verlängert mitten im Fahrer-Drama: Lawson im freien Fall

Die Vertragsverlängerung kommt zu einem interessanten Zeitpunkt für die Racing Bulls. Als praktisch einziges Team hat der Nachwuchsrennstall noch beide Cockpits zu vergeben. Rookie Arvid Lindblad zeigt angesichts seines Alters und seiner Erfahrung an jedem Rennwochenende eine bemerkenswerte Konstanz. Fast immer ist er in den Punkterängen zu finden.

Das Problemkind heißt Liam Lawson. Nicht, weil er schlechte Leistungen abliefert. Ganz im Gegenteil: Der Neuseeländer hat seine Chancen, zu Red Bull Racing aufzusteigen, durch einen erfolglosen, nur zwei Rennwochenenden dauernden Einsatz 2025 erheblich geschmälert. 2026 überzeugt er jedoch mit starken Leistungen und regelmäßigen Punkteplatzierungen. In den drei Rennen nach der Sommerpause, in denen er den verletzten Isack Hadjar ersetzte, präsentierte er sich solide im RB22. In Mexiko gelang ihm eine sensationelle Aufholjagd von der Boxengasse auf Platz sieben.

Doch dort kam er im zweiten Freien Training auch mit Red-Bull-Star Max Verstappen zusammen. Dieser erklärte nach der Session, dass es nicht klug für Lawson sei, sich mit ihm anzulegen, insbesondere angesichts der Tatsache, dass er noch keinen Vertrag für 2027 habe. Es ist also trotz seiner guten Leistungen sehr unwahrscheinlich, dass er zum A-Team aufsteigt. Doch genau darin liegt die Aufgabe der Racing Bulls, wie Permane selbst betonte: Sie bilden Fahrer für Red Bull aus. Wer nicht irgendwann aufsteigen kann, hat im Nachwuchsteam keinen Platz.

Dass auch noch F2-Talent Nikola Tsolov in die Königsklasse aufsteigen möchte, erschwert die Situation für Lawson zusätzlich. Bayer bestätigte, dass die Fahrerentscheidung allein in der Hand von Permane liege. Lawsons Zukunft ist auch ein Thema im letzten AvD Motorsport-Magazin mit Christian Danner. Was der Formel-1-Experte zu den Chancen des Neuseeländers sagt, könnt ihr in diesem Artikel lesen: