Eine Kollision zwischen Max Verstappen und Liam Lawson war der größte Aufreger beim Training der Formel 1 in Mexiko. Der Red-Bull-Pilot und sein ehemaliger Teamkollege waren sich schon früh im Training beim Kampf um freie Fahrt auf der Strecke nicht einig geworden. Niemand wollte zurückstecken, dadurch kam es zu einer für beide Beteiligten unnötigen Berührung im Foro Sol.
Verstappen gingen dabei einige Teile am Seitenkasten zu Bruch, so fiel zum Beispiel das Barge Board von seinem RB22 ab. Red Bull reparierte diese Schäden während des laufenden Trainings nicht mehr. Lawson verlor seinen Frontflügel. Nach dem Unfall schoben sich die beiden Streithähne, die in ihrer Zeit als Teamkollegen und auch danach eigentlich gut miteinander auskamen, jeweils gegenseitig die Schuld zu.
Max Verstappen: "Kein schlaues Verhalten, sich auf einen Kampf mit mir einzulassen"
Von beiden Seiten wurde es dabei persönlich. Verstappen äußerte Kritik an Lawson, die wie eine offene Drohung gegen den Racing-Bull-Piloten klang: "Aus meiner Sicht ist das einfach kein sehr schlaues Verhalten, wenn man in seiner Position ist, sich auf einen Kampf mit mir einzulassen." Damit spielte der vierfache Weltmeister auf die Vertragssituation des Neuseeländers an, der für 2027 noch kein fixes Cockpit hat.
Im Moment buhlt Lawson mit Arvid Lindblad und F2-Fahrer Nikola Tsolov, der in Mexiko sein erstes Formel-1-Training bestritt, um die zwei verfügbaren Plätze bei den Racing Bulls. Dass der Fahrer des kleinen Bullen-Teams dann ausgerechnet mit dem Zugpferd von Red Bull aneinandergerät, passt da optisch erst recht nicht ins Bild. "Wenn ich er wäre, würde ich mich ein bisschen klüger verhalten. Vor allem, wenn man um sein Cockpit kämpft", wurde Verstappen im Interview bei F1TV nochmal deutlich.
Seinen Ausgangspunkt hatte der Vorfall auf dem Weg zu Kurve 12 des Autodromo Hermanos Rodriguez genommen, wo Verstappen auf einer schnellen Outlap die Anweisung bekam, an Lawson vorbeizugehen. Doch das war schwieriger, als er erwartet hatte. "Als er mich sah, beschleunigte er plötzlich", irritierte Verstappen das Verhalten des Neuseeländers, der dadurch langsam zu Carlos Sainz auflief.
Die Folge war ein spätes Ausbremsmanöver von Verstappen in Turn 12, das Lawson offenbar auf die Palme brachte. Er hielt durch die enge Kurve 13 voll dagegen und ließ Verstappen keinen Platz. Der Niederländer war ebenso nicht Willens zurückzustecken und blieb abseits der Strecke neben Lawson. Nach Kurve 14 kam es schließlich zum Kontakt. "Ich weiß nicht, was ihm durch den Kopf ging, als er mich in der Haarnadel einfach von der Strecke gedrückt hat", kommentierte Verstappen den Vorfall.
Lawson vs. Verstappen: So verteidigt sich der Racing-Bull-Fahrer
Lawson hat eine gänzlich andere Sicht auf die Dinge. Er schob am Funk den schwarzen Peter dem fünffachen Mexiko-Sieger zu: "Er fuhr mir einfach rein." Danach ließ er aber durchblicken, dass ihn nicht nur das Verhalten von Verstappen zuvor in Kurve 12 aufregte, sondern er sich allgemein an dessen Fahrweise im Training stört. "Jedes Wochenende… Was ist mit diesem Typen los?", ätzte er auf dem Weg zurück an die Box am Funk. "Wenn ich jedes einzelne Mal rausnehme, was zum Teufel soll ich dann tun? Er kam von abseits der Strecke und fuhr mir in die Seite."
Die Formel-1-Stewards teilten noch während des Trainings mit, dass sie den Vorfall im Anschluss an dieses untersuchen werden. Beide Fahrer und je ein Teamvertreter wurden vorgeladen. Bis zur Fertigstellung dieses Artikels wurde noch kein Urteil verkündet. Da es sich um einen Zwischenfall im Training handelte, erscheint es wahrscheinlich, dass Verstappen und Lawson ohne Strafe durchkommen. In Trainingssitzungen greifen die F1-Regelhüter gerne bei Regelverstößen auf 'Verwarnungen' oder 'Warnungen' zurück.
Wie wird die Entscheidung in der Causa Verstappen vs. Lawson ausfallen? In unserem Liveticker erfährt ihr es als Erstes:



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