Das zweite Training bei der Formel 1 in Mexiko wird von einer unnötigen Aktion zwischen Max Verstappen und Liam Lawson überschattet. Der Red-Bull-Fahrer und sein ehemaliger Teamkollege fahren sich in der Stadion-Sektion ins Auto und lösen damit nicht nur eine rote Flagge aus, sondern handeln sich auch beide Schäden ein.

Das Ergebnis: Charles Leclerc benötigte nach einer Reihe von Verbremsern drei Anläufe auf dem Soft-Reifen, ehe er schließlich doch die schnellste Rundenzeit der Session in den Asphalt brannte. Mit einer Zeit von 1:17,827 war er 0,103 Sekunden schneller als Lando Norris, der sich auf der zweiten Position einreihte.

Dahinter folgte das Mercedes-Duo, wobei George Russell einen kleinen Achtungserfolg errang und Kimi Antonelli etwa eine Zehntelsekunde hinter sich ließ. Max Verstappen fuhr mit seiner Qualifying-Simulation trotz eines Schadens auf den fünften Platz und reihte sich damit vor Isack Hadjar ein.

Arvid Lindblad sicherte sich P7 vor Pierre Gasly, Liam Lawson und einem enttäuschenden Oscar Piastri, der zwar für einen spektakulären Drift in der letzten Kurve sorgte, sich auf seiner schnellsten Runde aber eine halbe Sekunde hinter seinem Teamkollegen Norris einreihte. Hamilton wurde nach seinem Defekt immerhin noch Elfter und blieb damit vor Fernando Alonso. Nico Hülkenberg steuerte seinen Audi auf die 15. Position. Sein Teamkollege Gabriel Bortoleto griff nach technischen Problemen erst spät ins Geschehen ein und landete auf P22.

Formel 1 Mexiko: Audi und Ferrari mit Defekten, Verstappen vs. Lawson eskaliert

Zwischenfälle: Bereits mit dem Start ging es im zweiten Training von Mexiko turbulent zu. Beide Haas-Fahrer wurden in den ersten Minuten von technischen Problemen erwischt: Esteban Ocon beklagte sich, dass seine Servolenkung nicht funktioniere und Oliver Bearman ging ohne ersichtlichen Grund in Kurve 1 der Motor aus, weshalb er kurz parken musste. Danach konnten aber beide normal weiterfahren. Das Team vermeldete ein Software-Problem bei Bearman.

Für Gabriel Bortoleto lief das Training auch alles andere als nach Plan. Der Audi-Fahrer konnte aufgrund eines technischen Problems erst in der letzten Viertelstunde rausfahren und verlor somit wichtige Trainingszeit, nachdem er schon FP1 für Freddie Slater aussetzen musste. Weitere Details zu dem Problem gab Audi nicht preis, die Mechaniker stellten durch eine Menschenmauer sicher, dass niemand eine Sicht auf die Reparaturarbeiten bekam.

Der ganz große Aufreger ereignete sich aber nach etwas weniger als einer Viertelstunde, als Verstappen, der sich möglicherweise von Lawson blockiert gefühlt hatte, den Racing-Bull-Fahrer spät in Kurve 12 ausbremste. Lawson steckte aber nicht zurück, weshalb beide nebeneinander durch die Kurven 13 und 14 fuhren, wo Lawson seinem ehemaligen Teamkollegen keinen Platz gab. Verstappen kam in Kurve 14 neben die Strecke und fuhr am Ausgang Lawson ins Auto. Der Vorfall wird nach der Session von den Stewards untersucht.

Beide handelten sich dabei Schäden ein. Bei Lawson ging ein Frontflügel zu Bruch, der kurz darauf getauscht wurde. Verstappen verlor einen signifikanten Teil seines linken vorderen Unterbodens. Eine rote Flagge war die Folge des Unfalls. Der Schaden am Auto von Verstappen konnte nicht mehr repariert werden, weshalb er das restliche Training mit dem beschädigten Unterboden bestritt.

33 Minuten vor dem Ende des Formel-1-Trainings verlor Lewis Hamilton auf einer schnellen Runde nach Kurve 13 plötzlich Leistung. Der Ferrari-Pilot fuhr noch bis auf die Gerade zwischen Kurve 3 und 4 weiter, bekam dann aber die Anweisung, seinen Boliden abzustellen. Dieser leistete er Folge und stieg aus. Eine kurze VSC-Phase war die Folge.

Das Wetter: Auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez wurden zu Trainingsbeginn bei beinahe wolkenlosem Himmel 25 Grad Celsius gemessen. Auf der Streckenoberfläche entsprach das 38 Grad.

Das war FP2. Wie das erste Formel-1-Training in Mexiko lief, könnt ihr hier nachlesen: