Der Große Preis von Aserbaidschan wird am Samstag über 51 Runden ausgetragen. Auf dem 6,003 Kilometer langen Baku City Circuit ergibt sich daraus eine Gesamtdistanz von 306 Kilometern. Künftig werden die Rennen jedoch kürzer: Wie die F1-Kommission diese Woche beschloss, wird die Renndistanz auf 290 km reduziert – sprich in Baku werden 2027 nur noch 48 Runden abgespult.
Max Verstappen reagierte gelassen auf die Änderung: "Ich glaube nicht, dass das ein großes Problem ist. Manchmal wünscht man sich, dass das Rennen drei Runden länger wäre. Manchmal ist man froh, dass es drei Runden kürzer ist, um jemanden hinter sich zu halten." Die Kürzung der Renndistanz ist eine direkte Konsequenz aus den Anpassungen am Technischen Reglement. Um die Formel 1 aus ihrem Hybrid-Dilemma zu befreien, wird das Limit für den Benzindurchfluss ab 2027 um fünf Prozent angehoben.
Verstappen & Hamilton nicht mehr am Limit der Leistungsfähigkeit?
Ein höherer Benzindurchfluss führt jedoch zwangsläufig zu einem höheren Gesamtverbrauch. Da die Tanks der aktuellen Monopostos zu klein sind und der Bau völlig neuer Chassis für die Teams ausgeschlossen ist, war die logische Folge eine Verkürzung der Rennstrecke. Verstappen, der noch nie ein Fan des Reglements war, kommentierte dies in gewohnter Manier: "Tja, ich habe das Reglement nicht entworfen. Ich würde sogar 50 Prozent weniger fahren, wenn ich dafür einen Motor bekäme, der sich angenehmer fahren lässt."
Für Lewis Hamilton wäre eine Reduzierung um die Hälfte hingegen der absolute Supergau. Der Ferrari-Pilot spricht sich am Mittwoch in Baku für längere statt kürzerer Rennen aus: "Die Rennen zu verkürzen, ergibt für mich keinen Sinn. Das hier soll doch der Sport sein, der mental und körperlich am anspruchsvollsten ist." Die Fans wollten Athleten sehen, die sich an der Leistungsgrenze bewegen. "Genau darum geht es: das Niveau immer weiter anzuheben und Grenzen zu verschieben."
Abgesehen von Hitzerennen wie in Malaysia [2026 findet in Malaysia der Bahrain GP statt; Anm. der Red.] oder Singapur sind die Rennen laut Hamilton heute körperlich ohnehin deutlich weniger fordernd. Auch Verstappen räumt ein, dass das Fahren komfortabler geworden ist: "Im vergangenen Jahr ist man auf den Geraden ständig extrem auf dem Boden aufgeschlagen. Jetzt schwebt man gewissermaßen ein bisschen dahin. Es ist natürlich immer noch Formel 1 und man versucht alles am Limit zu fahren - aber eben auf eine andere Art."
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Norris sieht Notlösung für besseren Motorsport
Lando Norris bewertet die Verkürzung der Renndistanz als notwendigen Kompromiss im Sinne des Sports. "Der Fokus muss wieder stärker aufs Fahren gelegt werden anstatt darauf, wer am besten auf seine Batterie aufpassen kann. In der Formel 1 geht es darum, welcher Fahrer das Maximum aus dem Auto herausholt und genau das sehen wir derzeit nicht."
Gleichzeitig betont der amtierende F1-Weltmeister den vorübergehenden Charakter der Maßnahme: "In ein paar Jahren, wenn sich alle Motorenhersteller darauf einigen können, wieder mehr Kraftstoff zuzulassen und größere Tanks einzusetzen, können wir wieder zu den traditionellen Renndistanzen der Formel 1 zurückkehren."



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