Was für ein MotoGP-Sprint in Katar! Zuerst muss dieser nach einem heftigen Crash von Francesco Bagnaia abgebrochen werden. Nach dem Restart kommt es zum Duell zwischen Marc Marquez und Marco Bezzecchi, das nach einer Kollision für Bezzecchi im Kies von Turn 1 endet. Marquez fährt anschließend zum Sieg. Jorge Martin fährt mit gebrochenem Handgelenk einen heroischen Sprint, muss aber in der letzten Runde Platz zwei an Fabio Di Giannantonio abgeben.
In der MotoGP-Fahrerwertung führt Marquez somit nun 49 Punkte vor Martin und 79 vor Bezzecchi. Wenn Marquez am Sonntag gewinnt und Martin ohne Punkte bleibt, ist er neuer Weltmeister.
MotoGP Katar: Der Rennfilm im Sprint
Die Startaufstellung: 1. Bezzecchi, 2. M. Marquez, 3. Di Giannantonio, 4. R. Fernandez, 5. Bagnaia, 6. Ogura, 7. Zarco, 8. Acosta, 9. Aldeguer, 10. Bastianini, 11. Martin, 12. Binder, 13. Morbidelli, 14. Marini, 15. Lecuona, 16. Moreira, 17. Dixon, 18. Vinales
Die Reifenwahl: Ducati wagt einen mutigen Schritt. Während alle Fahrer im Spitzenfeld, darunter auch das Aprilia-Quartett, auf den Medium-Hinterreifen setzen, gehen die Top-Ducatisti Marc Marquez und Fabio Di Giannantonio mit dem Soft in den Sprint. Am Vorderrad setzen alle Piloten auf den Medium.
Start: Marco Bezzecchi kommt gut weg und verteidigt seine Pole Position vor Marc Marquez. Francesco Bagnaia schießt auf Platz drei nach vorne, dahinter Fabio Di Giannantonio und Ai Ogura. Jorge Martin bleibt auf Rang elf.
Runde 1/11: Fermin Aldeguer räumt in der Zielkurve Bagnaia ab, der wild von seiner Ducati abgeworfen wird. Bagnaia ist bei Bewusstsein, wird von den Ärzten aber noch an der Unfallstelle behandelt und schließlich mit der Trage abtransportiert, weshalb der Sprint mit Roter Flagge abgebrochen werden muss. Die Stewards brummen Aldeguer für die Kollision eine Double-Longlap-Penalty auf. Da beim Abbruch noch keine drei Runden absolviert waren, wird der Sprint mit den ursprünglichen Grid-Positionen neu gestartet. Alle Fahrer außer Bagnaia nehmen teil - sein Startplatz bleibt frei. Die Distanz wird von elf auf zehn Runden verkürzt.
Neue Reifenwahl: Di Giannantonio wechselt auf den Medium-Hinterreifen, Martin geht die entgegengesetzte Richtung und entscheidet sich für den Soft. Martin und Marc Marquez sind damit die einzigen Fahrer in den Top-14 mit dem Soft.
Restart: Bezzecchi vermasselt den zweiten Start und fällt hinter Marc Marquez zurück, der die Führung übernimmt. Di Giannantonio ist Dritter vor Johann Zarco, Raul Fernandez und Pedro Acosta. Martin kommt von Startplatz elf auf P7 nach vorne.
Runde 1/10: Martin kassiert auch Acosta und ist bereits Sechster.
Runde 2/10: Martin greift in Turn 1 Fernandez an, muss aber weitgehen und die Position wieder abgeben. In Kurve zwei klappt eine neuerliche Attacke Martins aber - Platz fünf. Wenige Kurven später kassiert Martin auch Zarco und ist schon Vierter. Was für eine Fahrt des angeschlagenen Martinators!
Bezzecchi attackiert in Turn 15 Marc Marquez, ist auch kurz vorbei, wird aber auf der folgenden kurzen Gerade wieder ausbeschleunigt. Marquez behält die Führung.
Runde 4/10: Kollision zwischen Marc Marquez und Bezzecchi! Marquez ist in Kurve eins etwas weit, Bezzecchi versucht auf der Innenbahn durchzustechen, Marquez zieht aber wieder zurück auf die Ideallinie. Es kommt zum Kontakt und Bezzecchi geht zu Boden. Die Stewards leiten eine Untersuchung ein, sprechen aber schließlich keine Strafe aus.
Martin schnappt sich Platz zwei von Di Giannantonio und schnappt sich in Turn 15 mit einem Blockpass sogar kurz die Führung von Marquez. Der kann aber sofort wieder zurückschlagen. Marquez führt vor Martin und Di Giannantonio.
Runde 6/10: Marc Marquez setzt sich an der Spitze langsam aber sicher von Martin ab und liegt bereits knapp eine halbe Sekunde in Front.
Runde 8/10: Marquez checkt an der Spitze aus. Er schraubt seinen Vorsprung auf eine Sekunde. Martin gerät unterdessen unter Druck von Di Giannantonio.
Runde 10/10: Di Giannantonio bremst sich in Turn 2 an Martin vorbei.
Ziel: Marc Marquez gewinnt souverän mit 0,862 Sekunden Vorsprung auf Di Giannantonio, der sich in der letzten Runde noch um 0,657 Sekunden von Martin absetzen kann. Raul Fernandez wird Vierter vor Zarco und Acosta. Die letzten Punkte gehen an Ogura, Enea Bastianini und Gresini-Ersatzmann Iker Lecuona.
Die Stimmen vom MotoGP-Podium im Sprint von Katar
Marc Marquez (Sieger, Ducati): "Es war ein eigenartiger Sprint, vor allem aufgrund der Roten Flagge. Ich hoffe, dass es Pecco gut geht, denn das war ein übler Crash. Ich bin aber super konzentriert geblieben und habe mich bestmöglich verteidigt. Bei der Kollision in Kurve eins ist mein Airbag aufgegangen. Deshalb konnte mich Jorge angreifen, weil der Airbag erst wieder in den Normalzustand kommen musste. Davon abgesehen war aber alles perfekt. Ich konnte meinen Vorsprung Stück für Stück ausbauen, das Rennen kontrollieren und zwölf sehr wichtige Punkte holen."
Fabio Di Giannantonio (Zweiter, VR46): "Diese Strecke ist genial! Ich liebe es hier zu fahren. Das war ein wilder Sprint heute. Ich bin echt beeindruckt von Jorge. Wie er heute gefahren ist, war unglaublich. Ich habe mein Maximum gegeben und eine gute Performance abgeliefert. Leider konnte ich Marc am Ende nicht mehr einholen. Ich bin aber glücklich und am Sonntag versuchen wir es noch einmal."
Jorge Martin (Dritter, Aprilia): "Ich bin sehr stolz auf meine Arbeit. Vor zwei Wochen habe ich mir das Handgelenk gebrochen. Heute war ich voller Adrenalin und wollte einfach nur pushen. Ich habe mich für den Soft-Hinterreifen entschieden, um zumindest attackieren zu können. Dann mit Marc um die Führung zu kämpfen, war wirklich schön. Am Ende hatte ich nicht mehr genug Kraft, aber auf dem Podium zu stehen ist unglaublich. Für mich fühlt sich das wie ein Sieg an. Ich hoffe, dass meine Geschichte Menschen auf der ganzen Welt inspirieren kann."



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