Wohl kaum ein Job im Sport ist so schwierig zu ersetzen wie der eines Formel-1-Fahrers. Vor allem, wenn jemand kurzfristig aufgrund von Krankheiten oder Verletzungen ausfällt und Teams mit über tausend Mitarbeitern auf ihn angewiesen sind. Nicht wenige F1-Piloten haben deshalb in ihren Verträgen ganz konkrete Restriktionen zu gewissen Aktivitäten stehen oder zumindest mündlich welche vereinbart.
Isack Hadjars Ausfall bei Red Bull war das letzte Beispiel eines Fahrers, der sich bei einem anderen Sport verletzt hatte, auch wenn er durch Liam Lawson in den letzten Wochen durchaus adäquat ersetzt worden ist. Der Franzose hat sich beim Boxtraining einen kleinen Bruch am Handgelenk zugezogen und kehrt nach drei Rennen Pause nun für Baku wieder ins Geschehen zurück.
Red Bull verbietet Isack Hadjar nichts: "Ich bin keine fünf Jahre alt"
Auf der Verbotsliste steht Boxen für ihn trotzdem nicht. "Ich werde beim nächsten Mal einfach ein bisschen vorsichtiger sein", so Hadjar. Allgemein scheint Red Bull zum Markenimage passend den potenziellen Verletzungsrisiken durch andere Sportaktivitäten eher leger gegenüberzustehen. "Ich habe keine Restriktionen. Ich bin keine fünf Jahre alt", sagte Hadjar in der offiziellen FIA-Pressekonferenz vor dem Formel-1-GP in Baku.
Bei Ferrari sieht das schon anders aus. Charles Leclerc meinte daraufhin: "Ich bin auch keine fünf Jahre alt, aber ich habe einige Restriktionen, wenn auch nicht sehr viele." Dabei handelt es sich aber nicht um unumkehrbare und strikt durchgesetzte Verbote, sondern offenbar eher um Diskussionsgrundlagen. "Wenn ich nett frage, dann akzeptieren sie es meist", so Leclerc.
Gleichzeitig sieht er es aber auch als seine eigene Aufgabe an, sich selbst einzuschränken, und erinnert sich an eine Episode. "Fallschirmspringen ist nicht empfohlen", weiß er. "Ich bin ohnehin nicht besessen von Fallschirmspringen, aber als ich es einmal tat, waren sie nicht sehr glücklich darüber, deshalb tue ich es nicht mehr."
Charles Leclerc: Skifahren nur nach Saisonende
Was ihm dann aber deutlich mehr wehtut, ist, dass auch Skifahren auf der Risikoliste weit oben steht und er sich deshalb ein bisschen in Acht nehmen muss. "Es ist nicht so, als ob wir eingeschränkt wären, aber wir tragen auch eine gewisse Verantwortung und Skifahren ist nicht der sicherste Sport", so Leclerc, der sich auf seinem Instagram-Account in der Vergangenheit mehrmals auf der Skipiste präsentierte.
"Man kann es direkt nach dem Ende der Saison tun. Aber je näher die neue Saison rückt, desto weniger übe ich riskante Sportarten aus", beschreibt er seine eigene Off-Season-Strategie zur Verletzungsvermeidung. In seiner bisherigen Formel-1-Laufbahn ging diese Risikokalkulation immer auf, denn Leclerc verpasste seit seinem Aufstieg 2018 noch kein einziges Rennen aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden.
Auch beim Aserbaidschan-GP am Samstag wird er fit an den Start gehen – jedenfalls, falls in den nächsten weniger als drei Tagen nicht etwas vollkommen Unvorhergesehenes passiert. Allerdings gilt es als sehr wahrscheinlich, dass der vierfache Baku-Polesetter beim Rennen von ganz hinten losfahren muss, denn Ferrari muss aller Voraussicht nach einen neuen Motor einbauen und Baku wäre eine gute Strecke dafür. Mehr dazu hier:



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