Die Debütsaison von Audi in der Formel 1 2026 zeigt im Sommer einen klaren Trend. An den letzten vier Wochenenden schafften es entweder Nico Hülkenberg oder Gabriel Bortoleto sowohl im Qualifying als auch im Rennen jeweils in die Top-10. Doch die Serie könnte bei der 13. Station im Formel-1-Kalender 2026 in Monza reißen. Die Fahrer erwarten auf dem Highspeed-Kurs in Italien mit ihrem Motor einen schweren Stand - und rechnen sich doch alle Chancen auf das nächste Punkteresultat aus.

"Auf dem Papier ist das natürlich ein Power-Kurs, und das ist für uns im Moment nicht das Beste. Aber wir hatten dieses Jahr schon ein paar Überraschungen, wenn wir an eine Rennstrecke kamen, und nicht dachten, dass etwas gehen würde - und auch umgekehrt", so Nico Hülkenberg, der sowohl in Budapest als auch in Zandvoort bei den beiden vorangegangenen Rennen in die Punkte fuhr. Für den Emmericher waren es die beiden ersten zählbaren Resultate in der laufenden Saison. "Was Punkte angeht, war das eine Frage der Zeit. Zu Beginn des Jahres mussten wir ein paar Probleme abarbeiten. Das ist uns gelungen und dann ist der Knoten in Ungarn von allein aufgegangen."

Beim Teamkollegen ging der Knoten noch früher auf. Gabriel Bortoleto hatte nach seinem neunten Platz beim Saisonauftakt in Australien ebenfalls an den darauffolgenden sieben Rennwochenenden in die Röhre geschaut, bevor er in Silverstone wieder zuschlug. Beim darauffolgenden Rennen in Spa-Francorchamps gelang es ihm daraufhin erneut, womit er die Punkteserie von Audi in Gang setzte. Mit 16 WM-Punkten liegen die Ingolstädter derzeit auf Platz acht der Konstrukteurswertung.

Monza für Audis Formel-1-Motor keine unlösbare Aufgabe

"Die Performance war immer da, aber wir wurden immer von irgendwelchen technischen Problemen daran gehindert, Punkte zu holen. Ich wusste, dass das kommen wird und es ist schön, zweimal in Folge gepunktet zu haben. Als Team waren es sogar schon vier in Serie, und das Momentum wollen wir natürlich fortsetzen. Aber vor uns liegt ein schwieriges Wochenende", so Hülkenberg mit Blick auf den 'Temple of Speed' von Monza.

Auf dem italienischen Traditionskurs liegt der Vollgasanteil bei 80 Prozent. "Es ist kein Geheimnis, dass wir bei der Leistung etwas zurückliegen", so Bortoleto. "Wir haben das Jahr über einige Sachen gebracht, um die Fahrbarkeit zu verbessern, die auch die Performance des Motors insgesamt verbessert haben. Das Team hat da einen sehr guten Job gemacht, aber wir sind heute immer noch hintendran."

Der grauen Theorie gegenüber stehen allerdings die Resultate von Silverstone und Spa. "Ich habe da auch erwartet, dass wir nicht schnell sein werden, und lag am Ende falsch", relativiert Bortoleto seinen Zweckpessimismus. "Ich denke zwar, dass Monza für unser Paket nicht die beste Strecke ist, aber ich schließe ein gutes Resultat nicht aus. Wenn wir alles richtig machen und uns im Qualifying in eine gute Position bringen, können wir im Rennen auch um Punkte kämpfen."

Audi-Fahrer legen Fokus in Monza auf das Formel-1-Qualifying

In Monza ist das Zeittraining traditionell auch ein Fall von höherer Gewalt. Motorleistung und Windschatten machen bei der Rundenzeit eher den Unterschied als der Fahrer. Gerade die Suche nach letzterem könnte diesmal für noch extreme Grüppchenbildung sorgen. "Ich denke, es waren letztes Jahr schon weniger als fünf Sekunden und davor waren es eher nur drei. Dieses Jahr wird es womöglich noch weniger", beziffert Hülkenberg auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com die erwarteten Gaps zwischen den Autos beim Windschattenfahren.

Der Fahrer kann den Unterschied trotzdem in den Kurven machen, nur ganz anders als sonst. "Auf den Geraden kannst du nicht wirklich einen Unterschied machen, du fährst einfach Vollgas. Es gibt aber ein paar Dinge, zum Beispiel wer früher oder später ins Clipping gerät, und das resultiert dann auch aus den Kurven und daraus, was du in der Kurve gemacht hast", erklärt Bortoleto gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Eine gute Startposition ist für die Audi-Fahrer aber nur die halbe Miete. Das Zauberwort hieß in Zandvoort zuletzt einmal mehr Track-Position - und die verschaffte sich Nico Hülkenberg beim Chaos-Rennen in den Niederlanden mit guten Starts. In freier Fahrt konnte er gegen die direkte Konkurrenz den Unterschied machen. "Beide Starts waren für mich sehr gut. Ich hatte keine Probleme, habe keine Positionen verloren. Da haben wir gute Verbesserungen gesehen, und die brauchen wir auch. Für uns geht es immer um die Track-Position. Wenn du dich gut qualifizierst, musst du das nach dem Start auch halten können. Das ist für dein Ergebis entscheidend", so Hülkenberg.

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