Der Formel 1 droht beim Italien-GP in Monza die nächste Hitzeschlacht. Die Wetterprognosen gehen für das Wochenende im Königlichen Park davon aus, dass die Temperaturen weit über 30 Grad steigen werden. Dadurch greift für das Grand-Prix-Wochenende das Sportliche Reglement und löst offiziell eine Hitzewarnung aus.

Diese kann der Rennleiter Rui Marques immer dann bis zu 24 Stunden vor dem Beginn des Rennwochenendes erteilen, wenn der Hitzeindex für das Rennen 31 Grad Celsius übersteigt. Dabei handelt es sich nicht nur um die reine Temperatur, sondern um eine errechnete Kombination aus dieser und aus der relativen Luftfeuchtigkeit. Je nach Wetterdienst sollen die Temperaturen am Rennsonntag etwa 33 bis 35 Grad erreichen, mit prognostizierten Luftfeuchtigkeitswerten von etwa 50 Prozent - damit liegt man bei einem Hitze-Index im hohen 30er-Bereich.

Neue Kühlwesten der Formel 1 (Rückseite)
So sehen die Kühlschläuche aus, Foto: Chillout Motorsports

Für die Teams bedeutet das, dass sie dazu verpflichtet sind, das Fahrer-Kühlungssystem für das gesamte Wochenende in den Autos zu verbauen. Dieses pumpt eine Kühlflüssigkeit durch eine damit verbundene aus Schläuchen gebildete Kühlweste. Die Fahrer selbst können frei entscheiden, ob sie es nutzen wollen. Unter ihnen gehen die Meinungen zur Weste auseinander. Einige Piloten bezeichnen die Westen als relativ nutzlos, da sie vor allem im Rennverlauf ihren Wirkungsgrad einbüßen oder gänzlich verlieren können. Andere stören sich am Gefühl, das die Schläuche vermitteln. Wiederum andere Fahrer vertrauen auf den Kühleffekt.

Hier könnt ihr die Meinungen der Formel-1-Fahrer beim letzten offiziellen Hitzerennen nachlesen:

Unabhängig davon erhöht sich für den Einbau der F1-'Klimaanlagen' auch das Mindestgewicht der Formel-1-Boliden. Für das Qualifying um zwei Kilogramm, für das Rennen um fünf Kilogramm. Darin inbegriffen ist auch ein halbes Kilogramm an Zusatzballast für alle Fahrer, die auf die Nutzung der Kühlschläuche verzichten.

In der laufenden Formel-1-Saison ist der Italien-GP das zweite Rennen, für das eine Hitzewarnung gilt. Bereits beim Grand-Prix-Wochenende in Österreich rief die Rennleitung den 'Heat Hazard' aus. Eingeführt wurde das System in der F1-Saison 2025 als Reaktion auf die brutale Hitzeschlacht von Katar 2023, wo mehrere Fahrer aufgrund der hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit auf der körperlich fordernden Strecke an den Rand eines Kollapses gebracht wurden - der damalige Williams-Pilot Logan Sargeant musste sogar aufgeben, Esteban Ocon erbrach sich in seinen Helm.

In Monza ist diese Gefahr grundsätzlich weit weniger ausgeprägt, da das Autodromo Nazionale aufgrund seines geradenlastigen Layouts den Fahrern deutlich mehr Zeit zur Entlastung bietet und weit weniger starke laterale G-Kräfte aufweist.

Wie genau die Formel-1-Klimaanlagen funktionieren, haben wir in diesem Artikel erklärt: