Als einziges Team hinter den vier großen Rennställen punktete Formel 1 bei jedem der letzten vier Rennen. Zuvor war der Neuling aus Ingolstadt sieben Mal in Folge ohne Zählbares abgereist. Der Trend bei Audi geht klar nach oben. Die Lücke zu den Top-Teams ist gigantisch, aber dahinter etabliert sich die Marke mit den vier Ringen langsam, aber stetig als Best of the Rest. Wie Motorsport-Magazin.com erfuhr, gibt es in den nächsten Rennen noch eine Update-Offensive.

Beim Chassis sieht man sich schon fast auf dem Niveau der Großen, beim Motor gibt es noch Aufholbedarf. Deshalb könnte der jüngste Trend in Italien ein jähes Ende finden. Auf dem Highspeed-Tempel rechnet sich Rennleiter Allan McNish keine besonders guten Chancen aus: "Wir wissen, dass Rennen kommen, bei denen wir nicht in den Punkten sein werden. Ich hoffe, dass wir es sind, aber es ist ziemlich unwahrscheinlich."

Das einzige nennenswerte Motoren-Upgrade der Saison brachte Audi mit einem etwas kleineren Turbolader in Barcelona. Die Entwicklungsstrategie in Neuburg an der Donau ist trotz ADUO-Zugeständnissen nicht auf die laufende Saison ausgelegt. Trotzdem besteht Hoffnung, dass das Monza-Wochenende besser als befürchtet verläuft.

Motoren: Red Bull schaut wieder in die Röhre! Audi zündet Updates für Monza & Baku (16:42 Min.)

Audi bekommt neue Getriebeübersetzung

Schon auf der Highspeed-Strecke von Spa-Francorchamps schlug sich Audi ordentlich und punktete. Für Monza gibt es zudem ein sehnlichst erwartetes Update. Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto dürfen sich auf eine neue Getriebeübersetzung freuen.

Das Update ist seit Saisonbeginn in der Pipeline. Schon nach den ersten Tests hatten die Audi-Ingenieure realisiert, dass die Spreizung zu groß ist. Der erste Gang war zu kurz, der achte Gang zu lang ausgelegt.

Warum das Update dann so lange brauchte? Eigentlich ist eine Getriebeübersetzung für das ganze Jahr vorgesehen. 2026, im ersten Jahr des neuen Reglements, gibt es einen Joker (den es 2027 wegen der Regeländerungen noch einmal gibt). Man kalkuliert aber aus Kostengründen mit nur einer Übersetzung.

Anpassungen sind nicht nur sehr kostspielig, sondern brauchen auch extrem lange. Audi musste 24 Wochen auf die neuen Zahnräder warten. Die Teile werden bei einem externen Partner gefertigt. Ein Zahnradpaar in der Formel 1 muss mindestens 600 Gramm wiegen, misst in der Breite mindestens 12 Millimeter und muss aus Stahl sein.

Werden die Audi-Starts wieder schlechter?

Weil die Änderung so langwierig und kostspielig ist, hat sich McLaren dagegen entschieden, die Übersetzung zu ändern. Dabei ist man beim amtierenden Weltmeister davon überzeugt, hier gegenüber Mercedes im Hintertreffen zu sein. McLaren kauft zwar den Motor von Mercedes, baut aber ein eigenes Getriebe samt Innenleben. Wer das Getriebe einkauft, bekommt auch die Übersetzung des Werksteams.

Audi hingegen entschied sich bereits früh im Jahr für ein Update. Der Motor kann so länger im optimalen Betriebsfenster laufen, die alles entscheidende Effizienz wird dadurch erhöht. Weil der erste Gang dann länger übersetzt ist, könnten die Starts wieder kniffliger werden. Audi hatte zu Saisonbeginn große Schwierigkeiten am Start. Zuletzt kamen Nico Hülkenberg und Bortoleto besser von der Linie, besonders gut waren die Starts aber nicht.

Der kleinere Turbolader, der seit Barcelona im Einsatz ist, trägt seinen Teil zu den etwas besseren Starts bei. Trotzdem ist der Audi-V6 noch immer eine kleine Hypothek am Start. Vor allem aber muss Audi Kupplung und Kupplungssteuerung für bessere Beschleunigungswerte aus dem Stand verbessern.

Audi in Baku mit großem Aero-Upgrade

Obwohl der Fokus in der Entwicklung schon auf dem 2027er Boliden liegt, verpasst Audi dem R26 noch ein ordentliches Aero-Update. Das soll nach dem Monza-Madrid-Double in Baku seine Premiere feiern. Dabei soll es sich nicht nur um Details handeln: Das Auto wird visuell anders sein, sagt ein Insider.

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