"Tolle Zahlen - schlechte Vibes", lautet der Titel zur Zwischenbilanz des neuen Formel-1-Reglements vom Kollegen Markus Steinrisser in der aktuellen Printausgabe des Motorsport-Magazins. Insgesamt kommt die neue Formel 1 gut an, nur die echten Motorsportfans tun sich schwer. Die größten Hardcore-Fans sitzen im Auto. Den Piloten macht das Reglement keinen Spaß. Aber nicht allen: Nico Hülkenberg gehört zur seltenen Spezies F1-Fahrer, die der neuen Generation etwas abgewinnen kann.
Dass ausgerechnet Nico Hülkenberg und dessen Teamkollege Gabriel Bortoleto zu den wenigen Befürwortern des Reglements zählen, wirft die Frage auf, ob die öffentlichen Aussagen etwas mit ihrem Arbeitgeber zu tun haben. Schließlich war Audi ein Treiber der Elektrifizierung. "Nein", stellt Hülkenberg im Exklusiv-Interview klar. "Nach 2023, 2024 und 2025, nach den drei Jahren des alten Reglements, habe ich mich auch auf eine Veränderung gefreut. Und die ist gekommen."
Energiemanagement vs. Racing
Die meisten Fahrerkollegen stören sich vor allem am exzessiven Energiemanagement, Hülkenberg nicht: "Es ist speziell auf einer Qualifyingrunde sehr präsent. Auch im Rennen dann, verschiedene Strategien rauszuarbeiten, irgendwie versuchen, sich gegen die Konkurrenz abzuheben oder irgendwo ein Offset rauszuarbeiten, das ist anders, das ist neu und das habe ich so in meiner Karriere noch nicht erlebt. Es ist eine neue Challenge, ein neuer Anspruch in der aktuellen Formel 1 in diesem Jahr. Mir gefällt es."
"Die Rennen sind sehr, sehr gut anzuschauen, es gibt gutes Racing und gute Zweikämpfe. Der Unterhaltungswert ist definitiv da. Bin ich im Rennen auch manchmal wegen des Energiemanagements etwas frustriert, wenn ich die Batterie nicht habe, um zu überholen? Ja. Aber das ist jetzt Teil der Challenge mit dem Reglement", so Hülkenberg.
Dass die Kurvengeschwindigkeiten deutlich niedriger als beim alten Reglement sind, stört den 39-Jährigen nicht, ganz im Gegenteil: "Wir kommen von einem sehr hohen Niveau. Teilweise war da das Niveau nach meinem Geschmack in der Vergangenheit schon zu hoch."
Hülkenberg: An manchen Stellen war es brenzlig
"Auf manchen Stecken war es teilweise schon ein bisschen brenzlig", meint der Audi-Fahrer. "Wenn man zum Beispiel an Baku oder Singapur denkt, da gab es schon ein paar kritische Stellen. Kurve fünf in Singapur zum Beispiel, die schnelle Rechtskurve nach der Boxenausfahrt: Da bist du letztes Jahr mit 250 km/h stumpf auf die Mauer zugefahren und hast dich gefragt: Hab ich irgendwie einen Knoten in der Birne oder stimmt hier was nicht? Das war letztes Jahr teilweise extrem."
"Das haben andere auch so wahrgenommen", stellt er klar. "Man muss schon immer ein bisschen Respekt vor den Geschwindigkeiten haben. Man sieht die enormen Kräfte immer erst, wenn ein Fahrer die Kontrolle verliert und irgendwas passiert. Dann realisiert man, wie krass die Geschwindigkeiten alle sind. Solange du normal fährst und alles unter Kontrolle ist, sieht das dynamisch schnell aus, aber man hat nicht wirklich den Bezug dazu."
Das ganze Exklusiv-Interview mit Nico Hülkenberg gibt es in der neuen Print-Ausgabe Nummer 110. Die könnt ihr ausschließlich bestellen:
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