KTM stolperte mit einer ganzen Reihe an Defekten durch die erste MotoGP-Saisonhälfte 2026. Besonders in Erinnerung geblieben ist dabei natürlich jener von Pedro Acosta in Barcelona, der zum schrecklichen Auffahrunfall mit Alex Marquez geführt hatte. Es dauerte, bis KTM den Ursprung der Probleme fand. Als die Fehlerquelle schließlich erkannt wurde, stand die Mannschaft rund um Motorsportchef Pit Beirer vor der nächsten Hürde: Für eine Revision der Motoren brauchte man die Zustimmung aller anderen Hersteller.
MotoGP verbietet Motorarbeiten - mit Ausnahme
Das MotoGP-Reglement schreibt einen Engine-Freeze während der Saison vor. An den Motoren darf also nur bis zum ersten Rennwochenende gearbeitet werden. Um das fehlerhafte Bauteil - dem Vernehmen nach handelt sich um eine von einem externen Zulieferer hergestellte Komponente im Bereich der pneumatischen Ventile - auszutauschen, mussten die betroffenen Triebwerke geöffnet werden, was einen Bruch des Technischen Regelwerks bedeuten würde. Eine Zustimmung durch die Konkurrenz ermöglicht allerdings eine Ausnahmeregelung.
Einige Rivalen blockierten die Motorenrevision zunächst, schließlich stimmten aber Aprilia, Ducati, Honda und Yamaha zu. Diese Freigabe trudelte kurz vor dem Rennwochenende in Silverstone Anfang August ein, KTM konnte für den Großbritannien-Grand-Prix aber nicht mehr reagieren. Die zweite kleine Sommerpause im Anschluss wurde in Munderfing nun aber genutzt, um an den betroffenen Exemplaren Hand anzulegen.
KTM schraubt an fehlerhaften MotoGP-Motoren
In Anwesenheit eines Offiziellen wurde eine große Anzahl an Motoren korrigiert. Die neuesten Einsatzstatistiken aus Silverstone blieb die MotoGP bislang schuldig, das Ausmaß der Arbeiten lässt sich aber anhand früherer Dokumente relativ genau einschätzen: Im Fall von Pedro Acosta dürfte es sich um vier Stück handeln. In seinen Bikes wurden bislang sechs Motoren eingesetzt, zwei davon aber bereits vollständig zurückgezogen.
Für Maverick Vinales dürfte man ebenfalls vier Exemplare überarbeitet haben, wenngleich in seinem Fall keine Motoren dauerhaft entfernt werden mussten. Brad Binder hat bereits drei Motoren eliminiert, drei kamen zur Revision. Enea Bastianini musste ein Triebwerk aufgeben, vier kamen zur Revision.

Pro Fahrer und Saison darf KTM acht Motoren verwenden. Der achte Motor darf allerdings frühestens im 19. Rennwochenende des Jahres eingesetzt werden. Abhängig davon, ob der aufgrund das Nahostkonflikts in den November verschobene Katar-Grand-Prix stattfinden kann, sind 2026 entweder 21 oder 22 Rennwochenenden zu fahren. KTM sollte nun im Normalfall mit den verfügbaren Motoren das Auslangen finden.
KTM in zweiter MotoGP-Saisonhälfte 2026 wieder mit voller Power?
Sollte das nicht der Fall sein, sieht das MotoGP-Reglement harte Strafen vor. Bei der Verwendung eines neunten Motors muss der betroffene Fahrer das folgende Rennen (Sprint oder Grands Prix) aus der Boxengasse in Angriff nehmen und dort zusätzlich nach dem Grünen Ampelsignal fünf Sekunden warten.
Gerät KTM tatsächlich in Probleme mit seinen Motorenkontingenten, hat die orange Fraktion noch eine Art Joker in der Hinterhand: Als Reaktion auf die Defekte schraubte man in der ersten Saisonhälfte die Drehzahl der Motoren herunter, um die Belastungen zu senken. Das wäre natürlich auch weiterhin möglich, ist im Sinne der sportlichen Konkurrenzfähigkeit aber sicher nicht die bevorzugte Variante im Hause KTM.
Am kommenden Wochenende beim Grand Prix von Aragon muss KTM auf jeden Fall einen personellen Ausfall hinnehmen. Maverick Vinales ist weiterhin nicht fit und wird erneut durch Pol Espargaro ersetzt. Alle Infos lest ihr unserem Artikel:



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