Jubel bei Mercedes, Stunk bei Ferrari – so lässt sich das Formel 1-Rennen in Zandvoort kurz zusammenfassen. Das Ferrari-Duo versuchte über 70 Runden lang, sich auf dem überholfeindlichen Kurs in Zandvoort nach vorne zu arbeiten.

Die beste Chance bot sich der Scuderia rund um Runde 40. Lewis Hamilton tauchte auf frischen harten Reifen im Heck seines Teamkollegen Charles Leclerc auf. Statt ihn via Teamorder vorbeizulassen, um keine Zeit auf George Russell zu verlieren, ließ Ferrari Hamilton zwei Runden lang hinter Leclerc feststecken, ehe man den Monegassen in Runde 43 an die Box holte.

Über Funk machte Hamilton seinem Frust Luft: "Tolle Art, Zeit zu verschwenden, Jungs. Gute Arbeit." Auch direkt nach der Zielflagge kochten die Emotionen beim 41-Jährigen noch hoch. Erst mit etwas Abstand und Zeit zur Selbstreflexion musste sich Hamilton eingestehen, dass er in Zandvoort "nicht die beste Version" seiner selbst gezeigt hatte.

"Das war nicht die beste Version von mir. Dafür übernehme ich die Verantwortung, und ich werde es besser machen", ließ er über seine sozialen Kanäle wissen. "Ich habe mir einige meiner Aussagen aus dem Funk und Fernsehen noch einmal angehört. In der Hitze des Moments kann Frustration zum Vorschein kommen – besonders, wenn einem etwas so sehr am Herzen liegt wie mir." Wie ein perfektes Team-Play aussieht, demonstrierte ausgerechnet Hamiltons ehemaliger Arbeitgeber Mercedes.

Nachdem man Kimi Antonelli gegen Rennende sicherheitshalber nochmals zum Reifenwechsel holte und ihn anschließend per Stallregie wieder vor seinen Teamkollegen auf Position zwei schleuste, verweigerte Ferrari die Teamorder und kostete Hamilton womöglich das Podium und wertvolle WM-Punkte. "So wie das von Mercedes ausgeführt wurde, muss man einfach nur sagen: So geht das, wenn man Weltmeister werden will", analysierte F1-Experte Christian Danner im AvD Motorsport-Magazin.

Mercedes zeigt es Ferrari! Danner: So geht Teamorder, wenn man Weltmeister werden will! (27:38 Min.)

Vor dem Ferrari-Heimspiel kommende Woche in Italien liegt Hamilton in der Fahrerwertung nun punktgleich mit Russell auf Rang zwei, während Antonelli seinen Vorsprung an der Spitze weiter ausbauen konnte. Dennoch gibt sich Hamilton kämpferisch: "Wir haben noch Arbeit vor uns, besonders über eine einzelne Runde, aber wir werden weiter alles analysieren, lernen und uns gemeinsam verbessern."

In Zandvoort hatte Ferrari bereits das dritte große Update-Paket der Saison im Gepäck - im Fokus stand dabei ein komplett überarbeiteter Unterboden. Die Details und Bilder gibt’s hier. "Ich bin unglaublich stolz auf alle in der Fabrik, die weiterhin Updates bringen, Performance finden und uns nach vorne treiben", lobte Hamilton die Ferrari-Mannschaft. "Euer Einsatz und eure harte Arbeit bleiben niemals unbemerkt."