Kimi Antonelli marschiert mit großen Schritten in Richtung seiner ersten Formel-1-Weltmeisterschaft. Der Mercedes-Pilot, der am Dienstag seinen 20. Geburtstag gefeiert hat, führt die Gesamtwertung mit sechs Siegen aus bislang zwölf Rennen souverän vor Lewis Hamilton und George Russell an. Immer an seiner Seite: Papa Marco Antonelli, der die steile Karriere seines Sohnes von Beginn an eng begleitet.

Antonelli Senior wünscht dem Silberpfeil-Wunderkind sicherlich nichts sehnlicher als den Gewinn des WM-Titels, hat aber auch einen eigenen Wunsch. "Eines Tages gemeinsam mit meinem Sohn Kimi ein Rennen zu bestreiten, wäre für mich ein wahr gewordener Traum", wurde der 62-Jährige in einem von Mercedes-AMG verschickten Interview zitiert.

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Kimi Antonelli fuhr schon Rennen für Team seines Vaters

Zu diesem Vater-Sohn-Gespann auf der Rennstrecke ist es bislang nicht gekommen, aber immerhin ist Antonelli Junior bereits ein Rennen für das Team des Herrn Papa gefahren: 2023 absolvierte Kimi einen Gaststart in der Italienischen GT-Meisterschaft und holte in Monza auf Anhieb einen Sieg von der Pole Position - passenderweise im Mercedes-AMG GT3, dem Top-Kundensportmodell seines heutigen Arbeitgebers.

Dazu muss man wissen: Marco Antonelli gründete schon im Jahr 1993 seinen eigenen Rennstall unter dem Namen Antonelli Motorsport. Heute tritt die Mannschaft als AKM Motorsport im Kart-, Formel- und GT-Sport an. Seit 2019 setzt das Team in verschiedenen GT-Meisterschaften Mercedes-AMG Rennfahrzeuge ein - unter anderem in der International GT Open, der Italienischen GT-Meisterschaft sowie der GT Winter Series.

Kimi Antonelli und Vater Marco bei einem Event
Marco Antonelli leitet ein eigenes Motorsport-Team, Foto: IMAGO/Italy Photo Press

Team von Kimi Antonellis Vater vor Meilenstein im GT-Sport

In zwei Wochen, wenn Kimi Antonelli bei seinem Heimspiel in Monza (04.-06. September) den nächsten Sieg anpeilt, tritt AKM Motorsport parallel bei der Italien GT im 280 Kilometer entfernten Imola an. Für Marco Antonelli ein besonderes Wochenende: Sein Team steht vor dem 250. Renneinsatz mit dem Mercedes-AMG GT3. Er selbst hat 14 Rennen mit dem rund 550 PS starken GT3-Fahrzeug aus Affalterbach bestritten.

Angesichts dieser Historie ist es keine Überraschung, dass auch Kimi Gefallen gefunden hat am GT3-Sport, der seit dem Start von Max Verstappen beim diesjährigen 24h-Rennen Nürburgring einen weltweiten Boom unter den Motorsport-Fans ausgelöst hat. Antonelli Junior hat in der Vergangenheit immer wieder Testrunden am Steuer eines Mercedes-AMG GT3 abgespult, wenn es sein enger Terminplan zuließ.

Der Formel-1-Spitzenreiter sorgte dieses Jahr für Aufsehen, als er selbst mit einem zukünftigen Start beim 24-Stunden-Rennen in Eifel liebäugelte. Dem schob Mercedes-AMG aber einen Riegel vor, der junge Mann solle sich erst einmal auf seinen Job in der F1 konzentrieren. Nichtsdestotrotz fabulierte Antonelli über einen gemeinsamen Start mit Verstappen bei einem GT3-Rennen - Papa Antonelli muss sich also in der Schlange anstellen...

Antonelli: "Zu viele Fahrer sehen GT-Sport als letztes Kapitel der Karriere"

Dabei ist Marco Antonelli überzeugt, dass der GT-Rennsport eine große Zukunft hat: "Zu viele Fahrer aus dem Formelsport sehen den GT-Sport noch immer als das letzte Kapitel ihrer Karriere. Dabei müssen sie verstehen, dass er vielmehr der Beginn einer erfolgreichen Profikarriere sein kann. Ich bin ein großer Supporter von GT-Förderprogrammen. Jeder Hersteller sollte über ein eigenes Academy-Programm verfügen oder in ein bestehendes investieren, um junge Fahrer zu fördern, sie im GT-Sport weiterzuentwickeln und echte Talente zu identifizieren."

Warum Antonelli, der laut eigener Aussage selbst "um Haaresbreite davon entfernt war, Profi-Rennfahrer zu werden", bei seinen GT-Aktivitäten konstant auf Mercedes-Power setzt? "Wann immer ich GT-Rennen verfolgt habe, ist mir aufgefallen, dass Mercedes-AMG Fahrzeuge sowohl mit Profi- als auch mit Amateurfahrern konstant schnell und konkurrenzfähig waren. Mir wurde schnell klar, dass sich die Fahrzeuge sehr gut und einfach fahren lassen - genau das macht sie für den Kundensport so attraktiv. Mercedes-AMG Motorsport bietet eine hervorragende Balance zwischen Performance und Betriebskosten."

Kimi Antonelli und Vater Marco bei der Formel 1
Marco Antonelli begleitet Sohn Kimi bei den Formel-1-Rennen, Foto: IMAGO/PsnewZ

Außerdem gehöre die Unterstützung für Kundenteams weltweit zu den besten, war Antonelli überzeugt: "Ich habe im Laufe der Jahre mit vielen verschiedenen Herstellern zusammengearbeitet und kann das mit voller Überzeugung sagen."

Im teameigenen Portfolio befänden sich hauptsächlich Mercedes-AMG GT3, aber auch einige GT2- sowie GT4-Modelle aus Affalterbach. Seit Januar 2026 ist das AMG-Tochterunternehmen namens Affalterbach Racing GmbH vollumfänglich für den Kundensport-Support zuständig, um den sich zuvor das Traditionsunternehmen und Ex-DTM-Team HWA gekümmert hatte.