Yuki Tsunoda und Liam Lawson fuhren in Zandvoort, obwohl sie kurzfristig in die Formel-1-Autos eingestiegen waren, ähnliche Zeiten wie ihre Teamkollegen. Besonders bei Liam Lawson als Max Verstappens Teamkollege scheint das beeindruckend. Doch wie viel von dieser Leistung war Talent? Und wie viel machten die neuen, laut vielen einfacher zu fahrenden Autos aus? Max Verstappen diskutierte nach dem Zandvoort-Qualifying bereits darüber, wie viel Unterschied ein Fahrer nun noch wirklich machen könne.

F1-Experte Christian Danner glaubt im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com: "Für mich ist da schon ein bisschen was dran an der Theorie von Max Verstappen. Diese Spitzen in der Performance eines Autos sind zu großen Teilen weggebügelt. Damit ist das Limit ein bisschen einfacher zu erreichen."

Wie schnell waren Lawson und Tsunoda in Zandvoort?

Die Diskussion, ob die neuen Formel-1-Autos nun einfacher oder schwerer zu fahren seien, hält sich innerhalb des Fahrerlagers hartnäckig. McLaren-Teamchef Andrea Stella etwa verwies auf die Schwierigkeiten der neuen Autos. Sie sollen zum einen weniger Grip haben, durch die zusätzliche Energie beim Beschleunigen aber mehr Leistung.

"Das, was passiert, ist nun mal eben weniger als letztes Jahr, beziehungsweise an entscheidenden Stellen auf der Strecke eindeutig weniger. Und da würde ich sagen, bleibe ich bei Verstappen", widerspricht Danner.

Lawson und Tsunoda lagen beim Sprint-Qualifying am Freitag jeweils etwas mehr als drei Zehntelsekunden zurück. Beim Qualifying einen Tag später verkürzte sich die Lücke bereits auf rund eine Zehntelsekunde. "Mit diesen Autos ist es viel einfacher, das Limit zu finden, weil dir an so vielen Stellen Batterie-Leistung fehlt", stellte Max Verstappen nach dem Qualifying fest.

"Tsunoda und Lawson haben beide gut performt", sagt Danner zwar, aber er stimmt auch Verstappen zu: "Ich bin mir sicher, wenn die Performance des Autos etwas spitzer wäre, dann wären die Unterschiede auch wieder größer."

Wie schwierig sind die neuen Formel-1-Autos wirklich zu fahren?

Die Daten geben Verstappen und Danner bedingt recht. Zwar ist Verstappens Vorsprung im Vergleich zu 2025 geschrumpft. Aber auch schon 2025 lag der Abstand zwischen den Fahrern innerhalb der einzelnen Teams meist bei unter drei Zehntelsekunden über eine Runde. Ein deutlich kleinerer Unterschied als vorher ist daher laut Daten nicht wirklich auszumachen.

Allerdings: Durch das Energie-Management sind die neuen Formel-1-Autos in schnellen Kurven oft langsamer und einfacher zu fahren. Denn sie erreichen dort durch das Management geringere Geschwindigkeiten. Nur holen viele der besten Piloten genau dort ihren Vorsprung heraus. Das geht nun schwieriger. Genau das stellte Fernando Alonso schon während der Testwoche in Bahrain fest, als er sogar seinem Koch attestierte, sein Auto fahren zu können.

Verstappens Crash in Zandvoort
Max Verstappen flog in Runde eins in Zandvoort ab, Foto: IMAGO / PsnewZ

Verstappens eigener Fehler in Zandvoort sei hingegen kein Zeichen dafür, dass die Autos schwieriger ans Limit zu bringen seien, sondern ein einfacher Fahrfehler. "Dort will man den ganzen Schwung mitnehmen. Das wollte Verstappen mit aller Gewalt und hat dabei einfach ignoriert, dass es da ein bisschen feucht war", sagt Danner.

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