Die Startphasen einmal ausgeklammert, haben MotoGP-Rennen das Herz in letzter Zeit nur selten höher schlagen lassen. Am Sonntag war es aber endlich mal wieder soweit. Zum Ende von Runde sechs lieferten sich Marc Marquez und Marco Bezzecchi im Motorland Aragon auf der Gegengeraden ein spektakuläres Highspeedduell, in das sich letztlich auch noch KTM-Speerspitze Pedro Acosta einmischte. Vor Ort war sofort zu hören, dass den knapp 50.000 anwesenden Fans gefiel, was sie sahen. Und auch die Piloten selbst blickten später euphorisiert zurück.

Marc Marquez gesteht nach Highspeedduell mit Bezzecchi: Beängstigend!

"Das war ein merkwürdiger Moment", begann Marc Marquez am Sonntagabend im MotoGP-Format 'After the Flag' zu schildern, wie er den Zweikampf mit Bezzecchi erlebt hatte. Von außen wahrlich spektakulär mit anzusehen, sei das auf dem Motorrad bei fast 350 km/h nämlich gar nicht so ohne gewesen. "Mit all den Aeroteilen gab es einen Moment, als sich unsere Motorräder gegenseitig angezogen haben", berichtete der Spanier weiter. Ein "beängstigender Moment."

Marquez versuchte dann, wieder nach rechts Richtung Ideallinie zu ziehen. Aber: "Mein Motorrad hat mich weiterhin zu ihm gezogen und ich glaube, dass ihn auch sein Motorrad zu mir gezogen hat. Da haben wir uns leicht berührt. Als ich in den sechsten Gang geschaltet habe, hatte ich dann auch noch ein kleines Wheelie." Gewiss kein angenehmes Gefühl, wenn man weit über 300 km/h nur wenige Zentimeter von seinem Kontrahenten entfernt fährt. Doch Marquez lachte abschließend: "Für die Fans war das eine großartige Show."

Was dem MotoGP-Superstar sicher auch gefiel: Dass er in diesem Megaduell die Oberhand behielt und mit seinem mutigen Überholmanöver auf der Gegengeraden den Grundstein für MotoGP-Sieg Nummer acht in Aragon legte. Ein Konter von Bezzecchi blieb aus - auch, weil dieser in der nachfolgenden Rechtskurve von Pedro Acosta überrumpelt wurde.

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"Das war mein Moment, um sie abzufangen. Marco hat in den ersten Runden hart gepusht und Marc versucht, ihn wieder einzuholen. Ich habe mir dahinter einfach nur gedacht: 'Aaaar, ich komme, ich komme'", lachte der KTM-Pilot und gestand: "Sie waren sehr weit links und ich hatte Windschatten. Da musste ich nur nach rechts lenken. Weil ich so viel mehr Speed hatte, war das ein leichtes Überholmanöver."

Marco Bezzecchi feiert MotoGP-Duell mit Marquez: Unangenehm, aber lustig!

Der Gelackmeierte war natürlich Polesitter Marco Bezzecchi, der binnen weniger Sekunden zwei Plätze verloren hatte. "Das war komisch", blickte auch er zurück. "Ich habe [Marquez', Anm.] Motorrad gehört, deshalb wusste ich, dass er es in der Schikane probieren würde. Deshalb bin ich dann eine weitere Linie gefahren, wollte innen wieder vorbeiziehen und zumindest ein paar Kurven lang mit ihm kämpfen. Aber seine Beschleunigung war ebenso gut wie meine." Dann jener Schreckmoment, den auch Marquez schon angesprochen hatte: "Ich wollte nicht zu nah an ihn heran, aber die Luft hat mich herangesaugt und nach rechts gedrückt. Drei, vier Mal in Summe."

"Das war ein mulmiges Gefühl", gab auch der Aprilia-Pilot unverblümt zu. Weil alles gutging, überwogen aber auch bei ihm die positiven Eindrücke. "Das war lustig", scherzte er. Dass ihn nicht nur Marquez, sondern auch noch Acosta überholte, störte Bezzecchi übrigens nur bedingt. "Ich hätte ihm das Leben gerne etwas schwerer gemacht", haderte er zunächst, "aber ich denke, dass er mich am Ende sowieso geschlagen hätte."

Wie habt ihr das packende Duell der drei MotoGP-Stars erlebt? Sagt es uns in den Kommentaren! Dass es überhaupt dazu kommen konnte, lag aber auch an einem Patzer beim Start von Marc Marquez. Von einem "großen Fehler" sprach der amtierende Weltmeister hinterher. Was genau schiefgelaufen war? Das erfahrt ihr in diesem Artikel: