Wieder Punkte für Gabriel Bortoleto, wieder eine Nullnummer für Nico Hülkenberg. Der Belgien-GP schloss nahtlos an den Großbritannien-GP an. Denn auch in Silverstone holte Bortoleto Platz acht und somit vier Zähler. "Ich glaube, wir haben heute alles herausgeholt, was wir hatten", so der Audi-Pilot.

 

Nico Hülkenberg dagegen verzweifelte am Vekehr und den Alpines. Ausgangspunkt für seine Schwierigkeiten war der Stopp unter dem Virtual Safety Car. "Da kam ich direkt hinter Pierre [Gasly, Anm. d. Red.] wieder auf die Strecke, und so geriet ich in diesen Kampf."

 

Hülkenberg verliert Chance auf Punkte nach dem Boxenstopp

 

Dabei sah es auch für Hülkenberg bis Runde 20 trotz Problemen im Qualifying und Startplatz zwölf nach Punkten aus. Bis zum Stopp der Audis trennten ihn zwei Sekunden von seinem Formel-1-Teamkollegen. Bortoleto und Hülkenberg besetzten die Plätze acht und neun. Doch dann sorgten Trümmer auf der Strecke für ein virtuelles Safety-Car. Beide Audis kamen rein.

 

Hülkenberg, der nur zwei Sekunden hinter Bortoleto lag, ließ etwas Sicherheitsmarge, um nicht zu lange hinter dem Brasilianer warten zu müssen. Sein Stopp war zwar nicht optimal, jedoch auch weit entfernt von einer Katastrophe.

 

Doch die paar Sekunden reichten schon aus. Bortoleto kam vor Liam Lawson und Pierre Gasly auf die Strecke, Hülkenberg dahinter. Hülkenberg schnappte sich Gasly zwar prompt, aber: "Da uns die Geschwindigkeit auf der Geraden fehlt, steckt man dann fest." Nach dem Stopp trennten die Audis bereits sieben Sekunden. Durch die VSC-Phase inklusive Stopp verlor Hülkenberg also fünf Sekunden.

 

Und dieser Abstand wurde immer größer. Während Bortoleto freie Fahrt hatte, steckte Hülkenberg hinter Liam Lawson fest - und fand wegen geringerer Leistung keinen Weg vorbei am Racing Bull. Es kam sogar noch schlimmer: Die vom Mercedes-Antrieb unterstützten Alpine fuhren im Verlauf beide an ihm vorbei.

 

So vergrößerte sich der Abstand von Hülkenberg auf Bortoleto auf knapp eine halbe Minute. Hülkenberg kam auf Platz 13 ins Ziel und freute sich nach den 44 Runden in Belgien schon auf den Ungarn-Grand-Prix. "Dort ist die Leistung viel weniger entscheidend, es gibt viel mehr Kurven. Das spielt uns auf dem Papier in die Karten."

 

Bortoleto holt wieder Punkte für Audi: "Das Team hat hervorragend gearbeitet"

 

Gabriel Bortoletos Rennen entwickelte sich nach dem Stopp in die entgegengesetzte Richtung. Der Brasilianer hatte freie Fahrt und konnte seine Pace voll nutzen. "Ich bin wirklich glücklich und finde, dass das Team heute hervorragende Arbeit geleistet hat", lobt er Audi. "Wir waren alleine, hatten freie Fahrt und konnten schnelle Runden hinlegen."

 

Ohne die Gefahr, von hinten auf der Geraden attackiert zu werden, lief der Audi an diesem Wochenende besser als die Mittelfeld-Konkurrenz – und das auf einer Power-Strecke wie Spa. Den Zeitgewinn holte Audi im kurvenreichen Sektor zwei. Doch ganz außer Gefahr war auch Bortoleto nicht. Etwas mehr als drei Sekunden hinter ihm lauerte Arvid Lindblad.

"Ich konnte sehen, dass er mich in Sektor 1 und 3 einholte, und ich wusste, dass ich Sektor 2 perfekt hinbekommen musste – alle Kurven, in allen Runden", beschreibt Bortoleto. In Sektor eins und drei gewann die Konkurrenz jeweils auf den langen Geraden-Stücken.

 

"Und jedes Mal, wenn ich den Scheitelpunkt einer Kurve auch nur ein kleines bisschen verfehlte, habe ich das gespürt und konnte sehen, wie der Delta-Wert auf meinem Lenkrad sank."

 

Lindblad reduzierte den Abstand bis zum Rennende noch auf 1,7 Sekunden, doch Bortoleto brachte den achten Platz vor dem Racing Bull ins Ziel. "Im Rennverlauf liegen sie im Moment noch ein bisschen vor uns, aber wir holen auf, wir kommen näher", so der Audi-Pilot, der sich auch auf den Ungarn-GP freut. "Wir haben die Strecken hinter uns, auf denen unsere Schwächen zum Tragen kommen."

George Russell beschwerte sich heute wieder über fehlende Leistung. Das erinnerte an das Qualifying. Darüber haben wir in unserem gestrigen Video schon gesprochen. Jetzt anschauen!

Ferrari-Dämpfer & Russell-Rätsel! Genialer Quali-Trick rettet Verstappen (10:16 Min.)