Nico Hülkenberg geht am Sonntag in Silverstone vom 13. Startplatz ins Rennen und begibt sich damit in Lauerstellung auf die Jagd nach seinen ersten Formel-1-Punkten der Saison. Immerhin noch ein kleiner Trost, nach einem eher durchwachsenen Tag.
Denn Hülkenbergs Samstag lief schon im Sprint alles andere als nach Plan, als beide Audi-Piloten zum wiederholten Mal in dieser Saison nicht gut von der Linie wegkamen und deshalb umgehend Positionen einbüßten. Ein noch verschmerzbarer Verlust, denn Punkte waren ohnehin in dem Kurzrennen, in dem nur die ersten acht Zähler einfahren, außer Reichweite. Deshalb verpuffte auch die Strafe, welche Hülkenberg im Nachgang an den Sprint erhielt, beinahe ohne Wirkung.
Deshalb kassierte Nico Hülkenberg im Sprint eine Strafe
Hülkenberg war auf der ersten Runde bei einem Verteidigungsmanöver gegen Esteban Ocon neben die Strecke geraten und hatte anschließend seine Position behalten, was die Rennkommissare als einen bleibenden Vorteil nach dem Verlassen der Strecke einordneten. Die 5-Sekunden-Strafe warf ihn von P13 auf P15 zurück.
Im Qualifying gab es anschließend den zweiten Anlauf. Dort scheiterte Hülkenberg allerdings in Q2. Zunächst war er auf seiner ersten schnellen Runde in Kurve 13 neben die Strecke geraten, wodurch ihm seine erste Runde aberkannt wurde. Es kam also alles auf die zweite Runde an, in der er bereits in Kurve 4 die Reifen blockierte.
"Beide Runs in Q2 waren nicht sauber genug. Nicht gut genug", urteilte er selbst anschließend. Bereits dieser Verbremser kostete ihm etwa drei Zehntel und machte das Qualifying-Aus kaum mehr abwendbar. Dazu kam auf der restlichen Runde noch ein weiteres Problem: "Alex [Albon] war vor mir und entschied sich, an die Box zu fahren und die Runde nicht zu machen. Dadurch war die Lücke viel größer als normal und ich verlor viel Rundenzeit", fügte er hinzu.
Entscheidend im Kampf um Q3 war dieser Zeitverlust wohl nicht mehr. Denn auf Liam Lawson (P10) als auch auf Gabriel Bortoleto (P11) fehlten ihm an Ende sechs Zehntel. Nur um die Position gegen Pierre Gasly wurde es eng, der sich wenig Hundertstel vor den Deutschen schob.
Bortoleto entschuldigt sich beim Team: Q3 war möglich
Auch Gabriel Bortoleto war mit seinem Qualifying-Auftritt nicht zufrieden. Wie schon erwähnt hatte er das entscheidende Segment nur knapp verpasst, um 0,03 Sekunden um genau zu sein. Der Brasilianer glaubte auch sofort zu wissen, wo der den Q3-Aufstieg liegengelassen hatte: "In Kurve 6 hatte ich zwei große Snaps am Eingang. Ich habe dort ein bisschen zu hart versucht, zu pushen und dann verlor ich eineinhalb Zehntel verglichen mit meiner vorherigen Runde", hatte er seinem Dashboard entnommen.
"Danach war es nicht so schlecht, aber ich habe das Gefühl, dass ich Q3 liegengelassen habe und das war heute möglich", ärgerte er sich. Nachdem sein Ausscheiden aus dem Qualifying besiegelt war, hatte sich Bortoleto deshalb schon am Funk beim Team entschuldigt. Dabei war es schon ein Erfolg für die Mechaniker, dass sie den Boliden des F2-Champions von 2024 überhaupt noch in Gang brachten.
Denn zu Beginn des Qualifyings hatten sie noch ein Problem am Getriebe des R26 von Bortoleto reparieren müssen. Doch er schaffte es noch rechtzeitig auf die Strecke, um eine gute gezeitete Runde unterzubringen. Für das Rennen in Silverstone befinden sich damit beide Audis auf P11 und P13 in Lauerstellung. Allerdings nur, wenn sie das altbekannte Startproblem lösen. Denn das Losfahren war im Sprint ja gehörig danebengegangen, nachdem man es in den letzten Wochen zunehmend unter Kontrolle gebracht hatte.



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