Max Verstappens Prognose vom Freitag bei der Formel 1 in Silverstone ist eingetreten. Der Red-Bull-Pilot hatte wie schon angekündigt Sprint tatsächlich keine Chance, mit Andrea Kimi Antonelli oder Lewis Hamilton mitzuhalten. Seine Gegner waren die Verfolger dahinter, die über die Dauer des 17-ründigen Kurzrennens ebenfalls eine Nummer zu groß für den Vierfach-Weltmeister im RB22 waren.
Im Qualifying lief es keineswegs besser, denn an dessen Ende sprang nur die siebte Position dabei heraus und damit eine Niederlage im Teamduell gegen Isack Hadjar, der Fünfter wurde. Es war das dritte Mal in diesem Jahr, dass Verstappen auf eine Runde schlechter abschnitt als Hadjar. Entsprechend schlecht war die Stimmung des Niederländers nach dem Qualifying.
Verstappen beklagt doppelte Problemstelle: Schlechte Balance und keine Power
"Das Auto war gestern schon nicht großartig. Heute scheinen wir keine Verbesserungen auf dieser Seite gemacht zu haben. Es war mehr oder weniger dasselbe", analysierte Verstappen seinen Arbeitstag. "Ich habe auf den Geraden viel verloren und hatte eine schlechte Balance. Das war einfach sehr sehr schwach", befand er.
Dass Red Bull mit dem Batterie-Einsatz zu kämpfen hat, ist nicht erst seit Silverstone ein Thema. Das Team, das laut dem ADUO-Index den stärksten Verbrennungsmotor hat, schien deshalb von vornherein schon schlechte Karten für Silverstone zu haben, denn dabei handelt es sich aufgrund der wenigen Bremsphasen um einen der energieärmsten Kurse im Formel-1-Kalender.
Am Red Bull drückte sich das insofern aus, dass ihm am Ende der Runde die Batterieleistung ausging. Vor allem nach Kurve 15 verbuchten beide Bullen einen horrenden Zeitverlust. Verstappen verlor auf dem kurzen Geradeausstück vor der letzten Passage drei Zehntelsekunden auf Polesetter Antonelli, bei Hadjar waren es etwa zwei.
Verstappen erklärte das so: "Wenn es einem auf den Geraden an Leistung fehlt, dann verbrennt man die Batterie stärker und das hat einen noch größeren Effekt im letzten Sektor, denn von Kurve 15 heraus hatten wir keine Power mehr." Er brachte aber auch ins Spiel, dass das Problem in diesem Ausmaß möglicherweise nur ihn betreffe: "Auf meiner Garagenseite fehlte uns von der ersten Runde an Leistung."
Den ganzen Qualifying-Tag war der zweifache Silverstone-Sieger nicht in der Lage, diesem Defizit Herr zu werden, was ihn zur Annahme veranlasst, dass es ein technisches Problem ist. "Der Fahrer-Input kann einen Unterschied machen und wir haben viele Dinge während dem Qualifying probiert, aber es war einfach immer dasselbe."
"Das macht mir Sorgen für das morgen. Denn es macht tatsächlich keinen Sinn, so morgen zu fahren, wenn wir das Auto so lassen", sagte er weiter. Allerdings sind den Bullen aufgrund von Parc Ferme natürlich die Hände gebunden, der einzige Ausweg wäre ein Start aus der Boxengasse. Aber es lässt sich bezweifeln, ob es sich lohnt, dafür einen siebten Startplatz herzuschenken.
Isack Hadjar besiegt Verstappen – Trotzdem: "Fehlt überall Pace"
Sein Teamkollege Isack Hadjar war über den fünften Startplatz standesgemäß zufrieden, schließlich ist es auch für ihn noch eine Seltenheit, Verstappen hinter sich zu halten. P5 sei das maximale mögliche gewesen, ist er überzeugt.
Aber seine Bilanz mit Blick auf die Pace ihres Boliden fiel auch eher durchwachsen aus: "Uns fehlt es überall ein bisschen an Pace. Es ist nicht nur eine Stelle, an der wir nicht sehr schnell sind, es ist ein bisschen überall." In den letzten Grands Prix lief der Red Bull immerhin in langsamen Kurven noch gut, diese Stärke machten beide Fahrer in Silverstone nicht mehr aus. Die Probleme, welche Verstappen am Deployment ausmacht, teilt Hadjar hingegen nicht: "Ich denke, es ist ziemlich konstant. Wir haben einen viel besseren Job erledigt als an den letzten Wochenenden. Dieser Aspekt ist gut."



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