McLaren bringt zweistufig ein grunderneuertes Formel-1-Auto an den Start. Die erste Ausbaustufe des MCL40 kommt in Miami ans Auto, in Montreal folgen weitere Teile. Auf der anderen Seite wird F1-Dominator Mercedes erst beim nächsten Grand Prix seine Neuerungen zünden.
In den letzten Jahren saßen die McLaren-Upgrades eigentlich in den meisten Fällen, außerdem kämpft das Papaya-Team motorseitig mit denselben Waffen wie die Silberpfeile und war schon in Japan in Form von Oscar Piastri eine ernstzunehmende Gefahr für den Klassenprimus. Spricht eigentlich alles dafür, dass es in Miami spannend werden könnte.
Piastri dämpfte vor dem Miami-Wochenende dennoch die Hoffnungen für Team Woking. Der Australier will sich nicht der Illusion hingeben, dass mit einem - wenn auch groß angelegten - Update gleich die Hackordnung der ersten Rennen auf den Haufen werfen lassen wird. "Ich denke, es wird ein Schritt in die richtige Richtung werden. Es wird nicht genug sein, um an diesem Wochenende Mercedes zu gefährden", ist er überzeugt.
McLaren: Formel-1-WM noch lange nicht entschieden
Der WM-Dritte des Vorjahres hofft natürlich trotzdem, dass an den chassis-seitigen Problemstellen an seinem Boliden damit ein Schritt nach vorne gelingt. "Hoffentlich werden wir schneller sein. Das ist natürlich der Plan. Aber wir werden warten und sehen müssen, wo genau wir herauskommen." Abschreiben will er jedenfalls noch nichts: "Die Meisterschaft ist noch lange nicht entschieden."
McLaren hatte in den ersten Rennen der bisherigen Formel-1-Saison mit einer gehörigen Portion an Zuverlässigkeitsproblemen zu kämpfen. Zu einem bitteren Doppelaus schon vor dem Rennstart beim China-GP kamen auch noch weitere technische Schwierigkeiten, beispielsweise gleich in mehrfacher Ausführung bei Lando Norris in Japan.
Aufgrund dieser Probleme ließ sich nicht immer einschätzen, wo McLaren genau steht. In Australien war man jedenfalls klar langsamer als Ferrari, in Japan wies Piastri die Roten in die Schranken. Damit einher ging auch ein besseres Verständnis für die Mercedes-Power-Unit, bei der das Werksteam zu Beginn des Formel-1-Jahres noch einen klareren Verständnis-Vorsprung aufwies. Jetzt soll man aber auch dort, wenn überhaupt, nur noch minimale Einbußen zu verzeichnen haben.
In Miami ist man mit den Upgrades natürlich nicht allein. Beinahe jedes Team bringt neue Teile. Dennoch übt sich Piastri in Zuversicht: "Die Motivation und das Selbstvertrauen im Team ist im Moment hoch. Ich denke, wir befinden uns auf einem guten Kurs." Er fügte hinzu: "Japan war gut, um mit etwas Zuversicht in die Pause zu gehen, indem wir unser Potenzial gezeigt haben und hoffentlich können wir darauf jetzt noch weiter aufbauen."
Lando Norris sieht das mit Blick auf die gelungenen Verbesserungen der letzten Jahre ähnlich, er warnt aber auch vor einigen Nachteilen: "Es gibt an diesem Wochenende auch einen Sprint, also ist es nicht so, als ob wir alles perfekt maximieren können." Außerdem sieht er einen Rückstand in einem weiteren Aspekt: "Viele andere haben ihre neuen Autos bereits getestet, da befinden wir uns leider ein bisschen im Hintertreffen."
Was er damit meint: Eine Reihe an Teams, etwa Ferrari, Audi oder auch Alpine nutzten die fünfwöchige April-Pause für Tests, die unter dem Deckmantel von Filmtagen laufen, und konnten damit schon erste Werte mit ihren Upgrade-Teilen sammeln. McLaren hingegen bleibt nur ein Training in Miami, um Erfahrungen zu sammeln, dieses dafür aber mit verlängerter Dauer. Mehr dazu hier:
Nicht nur die Autos änderten sich aufgrund von Upgrades seit dem letzten F1-Rennen, auch die Regeln erfuhren eine Generalanpassung. Doch mit groß geänderten Kräfteverhältnissen aufgrund dieser rechnet niemand, auch nicht McLaren-Fahrer Piastri, der betonte: "Es wird die Hackordnung nicht sehr verändern. Im Großen und Ganzen sind das nur kleine Änderungen."



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