In den ersten Rennwochenenden der neuen Formel-1-Generation gingen die Meinungen über das Racing und die aktuellen Autos weit auseinander. Vor allem das Qualifying steckte aufgrund des hohen Energie-Management-Anteils auf eine Runde sehr viel Kritik ein. Die klassische Qualifying-Formel, dass man das Auto am äußersten Limit des Grips bewegen muss, gilt in der aktuellen Königsklasse eben nicht mehr in allen Kurven.

Das stört selbstverständlich nicht nur die Fans, sondern auch die Fahrer. Charles Leclerc war einer der Hauptkritiker beim letzten GP-Wochenende in China, aber seine Kritikpunkte wurden quer durch das gesamte Feld rezitiert. Für Japan erwarten viele ein besonders schmerzhaftes Erwachen. Denn die Strecke zeichnete sich immer durch schnelle Mut-Passagen mit wenig Fehlermarge aus. Kurven, in denen man 2026 vom Gas gehen wird, um Energie zu sparen, so die Befürchtung.

Formel-1-Qualifyings machen 2026 immer noch Spaß, aber nicht so viel wie 2025

Auch Gabriel Bortoleto macht keinen Hehl daraus, dass Qualifyings im letzten Jahr mehr Spaß gemacht hatten, als bisher in seiner zweiten Formel-1-Saison. "Letztes Jahr waren die Qualifying-Sessions unglaublich. Man konnte über die ganze Runde voll pushen und musste sich sonst über nichts Gedanken machen. Ich habe das Gefühl, in diesem Jahr haben wir ein paar Dinge, über die wir uns mehr Sorgen machen müssen. Dieses ganze Lupfen und das Superclipping", führte der Brasilianer an.

Doch er möchte bei dieser Kritik die Kirche im Dorf lassen und betont: "Es ist nicht so, als ob wir Scheißautos fahren würden. Wir fahren noch immer Raketen." Damit grenzt er sich nicht bewusst von der Generalkritik einiger anderer Formel-1-Fahrer ab, die überhaupt kein gutes Haar an der Generation lassen, allen voran Max Verstappen.

"Es ist immer noch so viel Downforce, auch wenn es nicht mehr so viel Downforce ist, wie letztes Jahr. Das Motor-Deployment ist anders, aber es ist immer noch ein sehr schnelles Auto und es macht definitiv immer noch sehr viel Spaß hier in Suzuka zu fahren", hob Bortoleto hervor, auch wenn die Aussicht darauf, in Kurven wie Degner 1 nicht mehr voll am Limit zu sein, für ihn ebenfalls "nicht das Tollste, das es gibt" ist.

Audi-Fahrer ist überzeugt: Probleme werden gelöst werden

"Aber alle versuchen dieses Problem zu lösen, wenn man sich anschaut, wie versucht wird, die Regeln zu ändern, um es ein bisschen zu verbessern", fügt der Audi-Pilot hinzu. Damit spielt er auf eine Änderung der Energie-Management-Parameter für das Suzuka-Qualifying durch die FIA an. Der Weltverband verringerte die erlaubte maximale Energie-Nachlademenge von neun auf acht Megajoules. Was das bedeutet, könnt ihr hier nachlesen:

"Das ist ein Thema, an dem die FIA hart arbeitet", unterstreicht Bortoleto seinen Glauben an den Motorsport-Weltverband auf der Suche nach Lösungen für diese Qualifying-Thematik. Außerdem ist für ihn klar: "An einem Punkt werden wir viel besser werden. Wir haben bisher in dieser Regelperiode nur zwei Rennen absolviert, wir müssen also ein bisschen geduldig sein, würde ich sagen, und ihnen Zeit geben, um zu arbeiten und die richtigen Dinge in Position zu bringen."