Bereits nach seiner Rookie-Saison stellte Oliver Bearman klar: Ich bin bereit für Ferrari. Doch genau hier liegt die Krux, meint Formel 1-Experte Christian Danner. Obwohl der Ferrari-Protegé 2025 und auch in den ersten beiden Saisonrennen 2026 überzeugte, sind beide Ferrari-Cockpits besetzt. Offiziell haben Charles Leclerc und Lewis Hamilton mehrjährige Verträge unterschrieben – ohne genaue Laufzeitangaben.
Unbestätigten Berichten aus der italienischen Presse zufolge soll Charles Leclerc bis 2029 und Hamilton bis 2027 an die Scuderia gebunden sein. "Bearman ist ein Talent der Extraklasse, das hat er mehrfach bewiesen. Er ist durch nichts aus der Ruhe zu bringen, selbst wenn er einmal Fehler macht. Aber der nächste Schritt ist schwierig. [...] Er muss warten, bis Leclerc oder Hamilton gehen", so der F1-Experte im AvD Motorsport-Magazin .
Ein gut gelaunter Hamilton ist ein schneller Hamilton
Nach Hamiltons enttäuschender erster Saison in Rot hatten viele bereits mit einem vorzeitigen Abschied des Rekordchampions aus der Formel 1 gerechnet. Inzwischen hat sich das Bild komplett gewandelt. Ferrari ist im neuen Regelzyklus die zweitstärkste Kraft hinter Mercedes, zudem fühlt sich Hamilton sichtbar wohler als noch zu Zeiten der Ground-Effect-Autos. "Das Auto hat ein breiteres Spektrum, wenn es im Grenzbereich ist. Es ist nicht mehr on und off wie vergangenes Jahr. [...] Dieses Jahr gibt es dazwischen noch einen Spielraum und das hilft Lewis", erklärte Christian Danner.
In Shanghai lieferten Hamilton, der als China-Spezialist gilt, und Teamkollege Charles Leclerc eine spektakuläre Show ab. Rundenlang kämpfte das Ferrari-Duo harten, aber fair um den letzten Podestplatz. Nach dem Rennen zeigten sich nicht nur die F1-Fans begeistert, sondern auch die Fahrer selbst. "Es war ein sehr hartes, aber faires Duell. Und auch mit viel Taktik im Cockpit, das ist richtig cool. Ich weiß nicht, ob das Team es auch so sagen würde, aber ich hatte richtig Spaß", meinte Leclerc.
Bearman-Wechsel zu McLaren?
Und auch Lewis Hamilton schwärmte: "Das war fantastisch, absolut fantastisch. Ich freue mich schon auf mehr davon." Genau diese Entwicklung bringt Bearman in eine schwierige Lage. Sollte Hamilton seinen Ferrari-Vertrag erfüllen, würde der Brite mindestens eine, möglicherweise sogar zwei weitere Saisons bei Haas festsitzen. Jedoch kann sich in der schnelllebigen Formel 1 in dieser Zeit viel verändern. Dabei zählt der 20-Jährige, der seit 2022 von Ferrari unterstützt wird, zu den vielversprechendsten Talenten der Königsklasse.
Bereits 2024 beeindruckteOliver Bearman, als er in Saudi-Arabien für den erkrankten Carlos Sainz einsprang. In seinem Debütjahr bei Haas zeigte er in Mexiko mit Platz vier abermals, dass er die Pace für ein Top-Team hat. Seinen viel erfahrenen Teamkollegen Esteban Ocon hatte er spätestens zum Saisonende im Griff, und auch aktuell ist Bearman der klar stärkere Haas-Pilot. Doch während sein ehemaliger Prema-Teamkollege Kimi Antonelli sich in China zum zweitjüngsten Sieger in der Formel 1 krönte, liegt für Bearman ein Sieg im Haas unter normalen Umständen außer Reichweite.
"Er ist auf jeden Fall einer, der eine Formel-1-Zukunft hat", stellte Danner klar. Genau deshalb müsste er auch bei anderen Top-Teams auf der Liste stehen. "Eigentlich sollte er zu McLaren gehen oder woandershin. Aber ich glaube nicht, dass er da völlig freie Hand hat, weil er eben bei Ferrari unter Vertrag steht", so Danner.



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