George Russell schwebt nach seinem Sieg im F1-Saisonauftakt in Melbourne über allen Wolken. Der Mercedes-Fahrer feierte die Formel 1 2026 nach seinem Triumph euphorisch ab, während Red-Bull-Star Max Verstappen und Weltmeister Lando Norris kein gutes Haar an den neuen Autos und der damit einhergehenden Art des Racings lassen. Die harte Kritik seiner Fahrerkollegen lässt Russell nicht gelten. Er wirft den beiden F1-Champions Egoismus vor.
"Ja, gut, er ist immer... na ja. Ich weiß nicht. Wenn er gewinnen würde, denke ich nicht, dass er dasselbe sagen würde", kommentiert George Russell die alarmierenden Aussagen von Lando Norris nach dem Rennen in Australien am Sonntag. Der McLaren-Fahrer hatte nach seinen ersten Erfahrungen mit dem neuen Reglement in einem Grand Prix ernsthafte Sicherheitsbedenken geäußert.
Formel-1-Kritik von Lando Norris unglaubwürdig: Alle egoistisch
Russell hält die Worte von Norris für berechnend und unglaubwürdig. "Alle schauen nur auf sich selbst und wir sind in der Hinsicht alle egoistisch", sagt er. "Die Wahrheit ist, dass wir letztes Jahr den gleichen Motor hatten wie sie, und McLaren hat einen besseren Job gemacht als wir und uns geschlagen. Jetzt hat McLaren den gleichen Motor wie wir, den gleichen wie Williams und wie Alpine, und bisher haben wir einen besseren Job gemacht als sie. So läuft das Spiel nun einmal."
Ferner wirft Russell seinem britischen Landsmann sogar vor, derartige Debatten während dessen erfolgreicher Zeit mit McLaren selbst unterdrückt zu haben. "Wir waren nicht glücklich damit, wie hart die Autos letzes Jahr waren, als wir das Porpoising hatten. Alle hatten kaputte Rücken und die Fahrer klagten darüber, aber die McLaren-Fahrer sagten, dass sie kein Porpoising hätten, obwohl wir ihre Autos beobachteten und sie es auch taten", so der 28-Jährige.
George Russell widerspricht auch Max verstappen: Formel 1 2026 eine Chance geben
Lando Norris war mit seiner Kritik in Melbourne allerdings nicht allein. Max Verstappen erneuerte seine Forderungen nach den Erlebnissen am ersten Rennwochenende im Formel-1-Kalender 2026 ebenfalls. "Ich liebe den Rennsport, aber man kann sich nicht alles geben, oder?", so der Red-Bull-Fahrer. "Ich glaube, die FIA und die F1 sind bereit zuzuhören, aber ich hoffe nur, dass auch etwas unternommen wird."
Grund zum Handeln sieht George Russell nach dem ersten Rennen nicht. Im Gegenteil, er sieht positive Entwicklungen für den Sport: "Jetzt sind alle schnell dabei, Dinge zu kritisieren. Aber man muss dem eine Chance geben. Wir sind 22 Fahrer. Als wir die besten Autos mit dem geringsten Reifenabbau hatten und am glücklichsten waren, hat sich jeder beschwert, dass das Racing Schrott ist. Jetzt sind ein paar Fahrer unzufrieden, obwohl alle sagen, dass es ein tolles Rennen war. Du kannst nicht alles haben."
Verstappen hingegen beteuert, dass es ihm dabei eben nicht um den eigenen Vorteil geht. "Ich bin nicht der Einzige, der das sagt. Viele Leute sagen dasselbe, seien es die Fahrer oder die Fans", stellt der viermalige Formel-1-Weltmeister klar. "Wir wollen einfach nur das Beste für den Sport. Es ist nicht so, dass wir nur um der Kritik willen kritisch sind. Wir sind aus gutem Grund kritisch. Wir wollen, dass es Formel 1 bleibt. Wisst ihr, richtige Formel 1 auf Steroiden, aber das war es heute nicht."


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