Flavio Briatore stand im Zentrum der Formel-1-Präsentation von Alpine am Freitag im Hafen von Barcelona. Der Italiener übernahm während der Saison 2024 das Ruder bei dem französischen Rennstall und fungiert dort seitdem Executive Advisor und Director. De-facto hält er aber die Position als Teamchef.
Nach Jahren des Misserfolgs und einem abgeschlagenen letzten Platz in der Konstrukteurs-WM im Vorjahr erwartet Briatore, dass sein Team 2026 wieder in der Formel 1 voll im Kampf dabei ist. Konkrete Ziele gab er nicht aus, sondern stellte klar, dass ein Abschneiden wie in der vergangenen Saison nicht akzeptabel sei. "Ich denke, dass wir dieses Jahr konkurrenzfähig sein werden", so Briatore.
Alpine-Teamleiter: "Wir haben alles, was wir brauchen"
"Dieses Jahr hatten wir viel Zeit, um das Auto in der Fabrik vorzubereiten und wir hatten einen guten Shakedown vor zwei Tagen", erklärte Briatore diese Erwartungshaltung. 2026 ist für ihn selbst ein großes Jahr, denn seit seiner erneuten Ankunft in Enstone 2024 lag seine Aufgabe darin, das Team der Renault-Marke auf die neue Regel-Generation hin umzubauen und zukunftsfit zu machen.
Die Saison 2025 schenkte Alpine schnell ab, indem man die Entwicklung früh einstellte. Dem Motoren-Programm von Renault zog Briatore ebenfalls den Stecker und er hatte ausreichend Zeit die Teamführung und Techniker-Gilde nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Deshalb will er keine Ausreden hören oder geltend machen. "Wenn das Auto schlecht ist, dann ist das unsere Schuld", stellte Briatore klar.
"Denn wir hatten keine Probleme beim Bau des Autos und wir haben das nötige Budget. Wir haben alles, was wir brauchen", führte Briatore aus. Bei Alpine ist Steve Nielsen als geschäftsführender Direktor neben dem einstigen Benetton-Oberhaupt für die Teamführung zuständig. David Sanchez ist der oberste Leiter des Technik-Teams. "Für mich ist das das erste Auto, das wir gemeinsam gebaut haben", betonte Briatore mit Blick auf dieses Duo bei der Fahrzeug-Vorstellung.
"Wir glauben, dass wir konkurrenzfähig sind, denn wir haben gut gearbeitet und unsere Techniker haben einen Super-Job gemacht." Obwohl er Optimismus ausstrahlte, versteckte sich Briatore beim Blick auf 2026 hinter Floskeln. Vor allem vor den ersten Testfahrten traute er sich keine Einschätzung zu, wie die Reihenfolge beim Start in die Formel-1-Saison aussehen würde. "Vor dem ersten Rennen ist jeder Weltmeister. Sobald wir nach Australien gehen, sehen wir wo wir stehen."
Einen Sprung nach ganz vorne will er nicht ausschließen: "[Ich habe] sieben Weltmeisterschaften. Vielleicht ist es in einem Jahr an der Zeit, dass wir einen weiteren Stern am Auto anbringen können und vielleicht acht Weltmeisterschaften haben. Das wäre perfekt."
Flavio Briatore macht Colapinto Druck: Benötigen zwei starke Fahrer
Auch von seinen Fahrern erwartet sich Briatore 2026 eine geschlossen starke Teamleistung: "Dieses Jahr haben wir keine Entschuldigungen mehr. Wir haben ein brandneues Auto und wir haben dieselben Fahrer." Eine Ansage, die vor allem an Franco Colapinto geht, der im letzten Jahr bei 18 Rennstarts keinen einzigen Punkt einfahren konnte, während sein Teamkollege Pierre Gasly für alle 22 Zähler des Teams gesorgt hatte.
"Ich verspreche, dass er [Colapinto, d. Red] einen guten Job über den Winter gemacht hat und unsere Hoffnung ist, dass die Ergebnisse deutlich besser sind, und dass er in der Lage ist, mit Pierre mitzuhalten", gab Briatore die Zielsetzung an den Argentinier aus, der im Vorjahr als sein Wunschkandidat zum Team gekommen war und für den man Jack Doohan vor die Tür gesetzt hatte. "Wir brauchen zwei gleich starke Fahrer, die loyal dem Team gegenüber sind. Aber um zu wachsen, brauchen wir Performance von beiden Fahrern", unterstrich Briatore seine Forderung.
Jack Doohan sagte Anfang Januar endgültig "Au Revoir" zu Alpine. Wo ihn seine Zukunft hinführt ist noch nicht fix, es gibt aber einen handfesten Kandidaten.



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