Seit James Vowles bei Williams den Teamchef-Postens übernommen hat, geht es für den britischen Traditionsrennstall wieder aufwärts. Allein in der abgelaufenen Formel-1-Saison holte Williams zwei Grand-Prix-Podien sowie ein Sprint-Podium durch Carlos Sainz und beendete damit das Jahr auf Platz fünf der Konstrukteurswertung.

2026 stellt alle Fortschritte auf null

Mit dem diesjährigen Ergebnis übertraf Williams das Ziel, das sich Vowles am Anfang des Jahres gesteckt hatte. "Platz fünf und drei Podien waren definitiv nicht auf meiner Bingo-Karte", gab er zu. "Das diesjährige Auto hatte nur ein paar Wochen im Windtunnel, weil wir unseren Fokus schon sehr bald auf 2026 gelegt haben." Vowles und sein Team konnten den Boliden jedoch durch die Optimierung der Kommunikation, Werkzeuge und Arbeitsweisen stetig verbessern.

Doch 2026 starten die Teams aufgrund des neuen Reglements alle wieder bei null. Ob Williams auch in der neuen Saison "Best of the Rest" hinter McLaren, Mercedes, Red Bull und Ferrari sein wird, kann Vowles nicht beantworten. Das Ziel sei aber, sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Bereits im Jänner traf Williams die Entscheidung darüber, wie das Chassis gebaut wird, wo der Tank sein wird und wie die elektrische Energie des Motors eingesetzt werden soll. "Es ist ein ziemlich früher Zeitpunkt für solche Entscheidungen, aber das Feld wird immer enger und wir mussten eine mutige Entscheidung treffen", begründete Vowles die frühe Entwicklung. "Ich habe alles getan, um das Team in Zukunft konkurrenzfähig für die WM zu machen, aber wir haben nicht die Einrichtungen oder die Möglichkeiten von Mercedes."

Mit Mercedes-Motor zum Top-Team? Vowles bleibt bescheiden

Seit 2024 steckt im Williams eine Mercedes-Power-Unit. 2026 muss der Motor zu 50% Elektro- und zu 50% Verbrennungsmotor sein. Mercedes konnte bereits in der Vergangenheit, vor allem beim großen Regelumbruch 2014, unter Beweis stellen, dass sie Weltmeister-Motoren entwickeln können.

Im Formel-1-Paddock gilt Mercedes für nächstes Jahr als großer Favorit – davon könnte auch Williams profitieren. Eine Wiederholung der Ära nach 2014 ist für Vowles jedoch unwahrscheinlich. Er rechnet mit starker Arbeit von Ferrari, Honda und Mercedes. Andererseits stellt er klar, dass aktuell niemand genau sagen kann, wer es von den Motorenherstellern richtig hinbekommt oder nicht.

"Wir wissen nicht, wo wir bei der PU stehen, wo wir im Kraftstoffsystem stehen und wie das Kühlsystem wirkt", äußerte der Brite seine Bedenken. "Ich rechne mit einigen Unzuverlässigkeiten und glaube, dass wir viele Autos für längere Zeit in der Garage vorfinden werden. Das ist derzeit eine meiner größten Sorgen."

Formel-1-Saison 2026: Technisches Reglement erklärt (04:53 Min.)