Für Sauber war das Formel-1-Qualifying in Abu Dhabi am Samstag eine Achterbahnfahrt. Nach starken Trainings drohte die frühe Klatsche für beide Fahrer. Am Ende kam nur Gabriel Bortoleto durch und feierte seine Quali-Performance mit Startplatz sieben ab. Nico Hülkenberg hingegen blieb im Q1 hängen und rügte seinen Kommandostand für die verpasste Möglichkeit. Der Emmericher hat vor seinem 250. Grand Prix und der Abschiedsvorstellung von Sauber einen schweren Stand.

"Keine Ahnung, das haben wir selber verbockt, habe ich das Gefühl", so Nico Hülkenberg, der im Q1 nicht über Platz 18 hinauskam. Auf den Einzug ins Q2 fehlten ihm nur 0,064 Sekunden. Gabriel Bortoleto war nur 0,076 Sekunden schneller als er und zog mit P14 in die zweite Runde ein. "Wir waren einfach in einer anderen Sequenz als alle anderen und der letzte Run war der entscheidende, und wir waren das letzte Auto", klagt Hülkenberg über das Timing seiner Strategen.

Bortoleto befand sich unmittelbar vor ihm auf der Strecke und konnte seinen letzten Schuss noch optimal vorbereiten. "Ich hatte Verkehr auf meiner Outlap und konnte die Reifen nicht optimal vorbereiten, und dann waren auf meiner Runde auch noch Autos, die ihre schnelle Runde gerade beendet hatten", erklärt der 38-Jährige weiter. "Am Scheitelpunkt von Turn sechs haben zwei Autos geparkt, was da ziemlich stört. Es geht in diesem Feld mit den knappen Abständen um jede Tausendstel, und das reicht dann."

Gabriel Bortoleto feiert letztes Formel-1-Qualifying 2025

Für den Teamkollegen reichte es, sogar bis ins Q3. "Das wäre möglich gewesen. Wenn wir einen sauberen Job gemacht hätten, wäre das ein realistisches Ziel", so Hülkenberg. Im Q2 trumpfte Gabriel Bortoleto sogar mit Platz fünf auf, nur anderthalb Zehntelsekunden hinter der Bestzeit von George Russell. "Im Q2 bin ich eine der besten Runden meiner gesamten Karriere gefahren. Das war eine mega Runde", freut sich der 21-jährige Brasilianer.

Für ihn war es der fünfte Q3-Einzug der Saison, jedoch auch der erste seit Monza. In den vorangegangenen sieben Qualifyings hatte es sogar nur zweimal fürs Q2 gereicht. In Abu Dhabi hatte sich am Samstag nach dem starken Trainingstag eine weitere Enttäuschung abgezeichnet. "Es fühlte sich schon im FP3 nicht mehr so gut wie gestern an und ich dachte, vielleicht haben die anderen einfach aufgeholt", erklärt er. Und beinahe wäre es ihm dann auch wie Hülkenberg ergangen. "Es war chaotisch, mit unserem Timing hätten wir beide fast nicht mehr die letzte Runde erwischt."

Mit seiner "mega Runde" schaffte er es nicht nur ins Q3, sondern egalisierte mit Startplatz sieben auch die Bestleistung aus seiner Rookiesaison. Sowohl auf dem Hungaroring als auch in Monza hatte er sich auf dieser Position qualifiziert. "Es ist gut, wieder das Gefühl fürs Auto zu haben und für das letzte Saisonrennen ein gutes Qualifying zu haben", so Bortoleto, der damit die beste Ausgangslage für das 421. und letzte Rennen von Sauber in der F1 hat, bevor das Team ab 2026 als Audi F1 Team an den Start geht.