Lando Norris verpasste im Formel-1-Qualifying in Abu Dhabi am Samstag die Pole Position - und hat dennoch eine Hand am WM-Titel. Nach starken Trainings reichte es im Q3-Showdown nicht gegen Max Verstappen. Dem Weltmeister könnte er im Rennen durchaus den Vortritt lassen, denn er muss nicht gewinnen. Das Ziel bleibt dennoch, den Titel mit einem Sieg einzutüten. Nur ein Debakel wie in Katar darf es nicht noch einmal geben.
"Wir haben alles getan, was wir konnten. Ich denke, meine Runde war ziemlich gut. Ich war damit zufrieden", so Lando Norris, der mit einem Rückstand von zwei Zehntelsekunden letztendlich keine Gefahr für Pole-Setter Max Verstappen darstellte. Teamkollege Oscar Piastri lag als Dritter weitere drei Hundertstel zurück. "Ich wollte auf der Pole stehen, aber ich habe das Gefühl, dass ich das Maximum herausgeholt habe. Jetzt stehen wir hinter der einen Person, vor der wir stehen wollten", hadert Norris.
Lando Norris hät sich für Formel-1-Start in Abu Dhabi alles offen
Die Pole ist für ihn mit Blick aufs Rennen eigentlich fast optional. Sein Vorsprung gegenüber den WM-Rivalen Max Verstappen und Oscar Piastri ist groß genug, dass ihm im 24. und letzten Saisonrennen in jedem Fall ein dritter Platz reicht, um zum ersten Mal Formel-1-Weltmeister zu werden. Mit den WM-Rivalen in unmittelbarer Nähe verspricht es allerdings ein heißer Start auf dem Yas Marina Circuit zu werden.
Max Verstappens Plan ist klar. "Vollgas, nichts zu verlieren. Ich werde versuchen, das Rennen zu gewinnen. Wenn ich verteidigen muss, verteidige ich. Wenn ich angreifen muss, greif ich an", kündigt der viermalige Champion an. Lando Norris könnte es sich da auch auf Platz zwei gemütlich machen, will sich aber gar nicht in die Karten schauen lassen. "Das kannst du jetzt nicht entscheiden. Wir werden sehen, das entscheiden wir erst fünf Meter vor dem Anbremsen von Kurve 1!"
McLarens Strategie-Debakel längst aus Lando Norris Kopf gestrichen
Vor einer Woche geriet Lando Norris von Startplatz zwei ordentlich ins Schwimmen. Am Start verlor er eine Position an Max Verstappen. Nach McLarens Strategie-Fail kam er auch im weiteren Rennverlauf auf keinen grünen Zweig und mühte sich auf Platz fünf ab, bevor er von einem Fehler von Kimi Antonelli profitierte und wenigstens noch Vierter wurde. Eine Wiederholung dieses Debakels könnte seinen WM-Träumen das Genick brechen.
In Abu Dhabi will er davon aber nichts mehr wissen. "Es fühlt sich etwas anders an, aber weil es das Finale ist, nicht wegen irgendetwas anderem", beteuert Norris. "Alles andere hat sich vor diesem letzten Wochenende normal angefühlt. Ich hatte (in Katar) eh nicht erwartet, die Meisterschaft zu holen, mit den Startplätzen drei (Sprint) und zwei (Rennen). Ich fühle mich aber wohl. Du kannst nichts planen. Es geht darum, das letzte Rennen über die Bühne zu bringen und in den Urlaub zu gehen."
Lando Norris will sich als Gejagter nicht verunsichern lassen
In den Urlaub möchte er allerdings am liebsten mit einem maximalen Erfolgserlebnis gehen. "Ich will morgen immer noch gewinnen, das ist das Ziel", sagt er mit Blick auf einen möglichen achten Saisonsieg, der ihm den WM-Titel 'in Style' bescheren würde. Im WM-Dreikampf als Tabellenführer derjenige zu sein, der morgen alles verlieren kann, bereitet ihm mittlerweile keine Schwierigkeiten mehr.
"Normalerweise ist es okay, der Gejagte zu sein. Du bist derjenige mit dem Vorteil, auf Platz eins. Ich würde das jederzeit nehmen, aber es ist nicht so einfach. Wir werden morgen planen, wie wir das Rennen gewinnen können, ob über die Pace oder die Strategie", stellt er klar. "Das ist alles, was wir für morgen planen. Ich will die Saison auf der obersten Stufe beenden, daran ändert sich für mich nichts."


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