Bis zum Qualifying bekam es Oscar Piastri bei der Formel 1 in Abu Dhabi zumindest auf die Reihe, die Lücke zu seinen Titel-Rivalen zu schließen. Schnell genug war er am Ende aber dann nicht und er konnte weder Max Verstappen noch Lando Norris schlagen. Die WM-Chancen werden aus der zweiten Startreihe kommend immer dünner und jetzt pokert Piastri nur mehr auf Verrücktes.

Dabei war es am Ende sogar recht eng geworden. "Die erste Runde in Q1 war die erste Runde an diesem Wochenende, die tatsächlich gut war", so Piastri, der in FP1 zuschauen hatte müssen und in FP2 und FP3 lange nicht auf Touren zu kommen schien. "Gut, dass es zum richtigen Zeitpunkt kam. Die Q3-Runden waren auch ganz gut."

Verstappen war für beide McLaren im Qualifying außer Reichweite, aber Norris hätte Piastri fast geknackt. Nur 29 Tausendstel hatten ihm auf dem Teamkollegen gefehlt: "Diese kleinen Abstände kannst du in einer Qualifying-Runde immer hier und da finden, aber für die Pace von Max hatte ich heute keine Antwort."

Piastri bleibt krasser WM-Außenseiter in Abu Dhabi - Popcorn bereit

Hinter Verstappen und Norris zu stehen, bringt Piastri in der WM aber grundsätzlich herzlich wenig. Er muss 16 Punkte auf Norris gutmachen und 4 auf Verstappen, um sich am Ende des Rennens am Sonntag erstmals Formel-1-Weltmeister nennen zu dürfen. Allerdings ist vielleicht eben wegen dieses krassen Außenseiter-Szenarios der dritte Startplatz sogar besser?

"Witzige Dinge können passieren, das habe ich gelernt", meint Piastri, als er in der Pressekonferenz nach dem Qualifying am Samstag zurückblickt auf seine noch junge Karriere im Motorsport. Auf die Nachfrage, ob er schon das Popcorn für den Showdown zwischen Verstappen und Norris in der ersten Kurve bei der Hand hätte, lächelt er: "Ich weiß nicht, ob es Kurve 1 wird. Aber ich werde jemanden bereitstehen haben."

Denn bei normalem Rennverlauf wird das nichts, das ist Piastri völlig klar: "Von meiner Position aus müssen Dinge im Rennen passieren, damit ich den Titel hole. Ich werde einfach abwarten und schauen, ob diese Dinge passieren."

McLaren-Teamorder? Noch nicht mit Oscar Piastri diskutiert

Alternativ gibt es da natürlich aber auch die Möglichkeit, dass etwas passiert, was Piastri überhaupt nicht sehen will: Dass er im letzten Teil des Rennens angewiesen wird, Lando Norris vorbeizulassen, wenn entsprechende Szenarien eintreten. McLaren-Boss Zak Brown hatte das am Freitag schon klarer definiert: Das Team ist durchaus bereit, einen Platztausch anzuordnen, um Norris' Fahrertitel zu retten, sobald klar ist, dass Piastri keine Chance mehr hat.

So ganz genau wurde das jedoch noch nicht definiert, bestätigt Piastri am Samstagabend: "Ich weiß noch nicht genau, was von mir erwartet wird. Ich habe immer noch eine Chance, bis entweder Lando oder Max vor mir über die Ziellinie fahren." Erwartet er für eine Anweisung dann irgendwann in der Zukunft eine Gegenleistung von Norris? Darauf reagiert er bloß mit einem Witz: "Ich weiß nicht. Ein Händedruck wäre gut."