Als die Formel 1 das letzte Mal eine Titelentscheidung beim letzten Rennen der Saison erlebte, artete das in einer der größten Kontroversen in der Geschichte der Königsklasse aus. Das lag zwar in erster Linie an der Rennleitung, aber auch zwischen Lewis Hamilton und Max Verstappen, beziehungsweise Mercedes und Red Bull, wurde mit allen Mitteln gekämpft.
2025 soll das F1-Saisonfinale weniger strittig werden. Der WM-Kampf schaukelte sich ohnehin nicht so stark hoch, wie noch vor vier Jahren. Vor dem Grand-Prix-Wochenende auf dem Yas Marina Circuit versprachen nun auch die beiden Teams, dass man eine faire Titelentscheidung will und zu keinen dreckigen Tricks greifen wird.
Zak Brown & Laurent Mekies: Wir werden sauber fahren
McLaren-CEO Zak Brown und Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies machten das in der Pressekonferenz am Freitag klar. Brown versicherte: "Wir werden sauber fahren. Strategie wird natürlich ins Spiel kommen, aber ich, und alle anderen hier im Paddock, mögen es, hart und fair zu fahren, und das ist exakt, was wir uns vom Rennen erwarten."
Mekies sieht das ähnlich. "Ich stimme Zak vollkommen zu", pflichtete er Brown bei. "Ich denke es ist sehr erfrischend, dass es nicht einmal zur Diskussion steht, ob wir sauber fahren oder nicht. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die Jungs da draußen sauber fahren werden", so der ehemalige Racing-Bulls-Teamleiter, der erst im Sommer den Job bei den Bullen von Langzeit-Teamchef Christian Horner übernommen hatte.
Formel-1-Titelentscheidung: Was ist fair?
Natürlich stellt sich dahingehend eine gewisse Frage, wo die Grenzen von Fairness gezogen werden. In Austin wurde bekannt, dass Red-Bull-Mechaniker es sich beispielsweise in den letzten Monaten zur Aufgabe gemacht hatten, ein Tape, das von McLaren als Orientierungspunkt für Lando Norris an der Boxenmauer angebracht worden war, zu entfernen.
Ein Spielchen, das inzwischen von der Teamleitung untersagt wurde. Nicht zuletzt, weil es in weiterer Folge indirekt zu einer empfindlichen Geldstrafe gegen das Team geführt hatte. Definitiv nicht unter die Kategorie 'unfair' fallen Teamorders. McLaren kündigte an, dass man je nach Situation im Rennen durchaus zu einem orchestrierten Platztausch greifen könnte. Verstappen machte schon im Vorfeld des Wochenendes klar, dass er damit rechnet und es auch nicht weiter verwerflich findet.
Aber auch andere Tricks wurden in Finalrennen schon ausprobiert. So versuchte Lewis Hamilton beispielsweise 2016 seinen Titelrivalen und Teamkollegen Nico Rosberg in den Verkehr zu drängen, denn sein zweiter Platz reichte dem Deutschen noch zum Titelgewinn. Eine Mission, die letztendlich erfolglos blieb. Eine ähnliche, wenn auch weit konsequentere Blockier-Taktik fuhr Sergio Perez 2021, als er Hamilton aufhielt und Zeit kostete, um so Verstappen zu helfen.
Erinnerung an 2021: WM-Entscheidung mit Anwälten und Punkte-Warnung
2021 war die Stimmung schon vor dem Formel-1-Rennen in Abu Dhabi viel hitziger und die beiden Titelrivalen ohnehin auf Krawall gebürstet. Red Bull und Mercedes zeigten damals deutlich, dass sie mit allen Mitteln bereit wären, um den Titel zu kämpfen. Der damalige Renndirektor Michael Masi fühlte sich aufgrund dieser aufgeheizten Stimmung sogar dazu genötigt, vor dem Wochenende explizit darauf hinzuweisen, dass bei grob unsportlichem Verhalten auch Punktabzüge möglich sind.
Mercedes war damals sogar mit einem hochdotierten auf Sport spezialisierten Anwalt nach Abu Dhabi gereist, um für alle möglichen Schlachten auf dem grünen Tisch bestmöglich gerüstet zu sein. Dieser trat schließlich im Zuge des Mercedes-Protests gegen das Rennergebnis aufgrund des finalen Restarts auch in den Aktion, wenn auch ohne Erfolg.
Auch zwischen den Fahrern geht es mit deutlich weniger Ballast aus der bisherigen Saison in die Entscheidung als noch damals. Zur Erinnerung: 2021 waren Lewis Hamilton und Max Verstappen zweimal schwerer kollidiert und hatten zahlreiche harte Duelle am Rande der Legalität zu verzeichnen, ehe sie nach Abu Dhabi kamen. 2025 gab es zwischen den Titelanwärtern bisher keine größeren umstrittenen Zusammenstöße.



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