Bei Red Bull stand in den Freitagstrainings in Abu Dhabi die Suche nach dem 'Sweet Spot' im Mittelpunkt. "Das ist uns in dieser Saison manchmal gelungen, manchmal nicht. Wenn es uns hier gelingt, dann kann Max das Rennen gewinnen", erklärte Teamchef Laurent Mekies. Gewinnt Verstappen den Großen Preis von Abu Dhabi und Lando Norris schneidet schlechter als auf Platz drei ab, ist der Niederländer zum fünften Mal in Folge Formel 1-Weltmeister.
Mit der Pole-Position würde sich Max Verstappen auf dem überholfeindlichen Yas Marina Circuit in die beste Ausgangslage bringen. In den letzten zehn Jahren stand der Polesetter am Ende auch auf dem Siegerpodest. In den beiden Trainingssessions musste er sich allerdings Lando Norris geschlagen geben. Während beide in FP1 nur durch 8 Tausendstel getrennt waren, betrug der Abstand in FP2 0,363 Sekunden. "Wir sind noch nicht schnell genug. Aber insgesamt denke ich, dass wir hier in einem guten Bereich liegen", so Verstappen.
Da die Bedingungen im zweiten Training mit 25 °C Luft- und 29 °C Streckentemperatur jenen vom Qualifying und Rennen entsprechen, ist der Rückstand trotzdem etwas, an dem Red Bull zu knabbern hat. "Der Rückstand ist nicht alarmierend, aber es ist keine komfortable Situation”, bestätigte Dr. Helmut Marko. Verstappen fügte hinzu: "Es scheint eine ziemliche Lücke zu sein, die wir aufholen müssen. Wir werden einfach versuchen, das beste Auto auf die Strecke zu bringen. Mal schauen, wie viel wir über Nacht herausholen können."
Red Bull in FP2: Bouncing und Untersteuern
Zwischen den beiden Trainingssessions nahm Red Bull am RB21 Änderungen am Setup vor, die jedoch nicht den gewünschten Effekt brachten. Im Gegenteil: Verstappen klagte über Bouncing in Kurve 3 und schien zudem mit dem Heck des Autos zu kämpfen zu haben. Drei Minuten vor Ende der Session saß er im ersten Sektor auf einer Bodenwelle auf, woraufhin das Heck schwänzelte und er stark korrigieren musste. "Das Auto zeigt deutliche Tendenzen zum Untersteuern, was Max überhaupt nicht mag. Auch der Reifenabbau ist bei uns größer als bei Norris. Das Problem hat vorne angefangen und sich dann auch hinten abgezeichnet", verriet Marko.
Wie unsere Grafik zeigt, ist Verstappen am Apex von Kurve 1 acht km/h langsamer als Norris. Auf den schnellen Kurven danach und der DRS-Geraden ist er dem McLaren-Piloten jedoch wieder überlegen.
Im dritten Sektor ist Verstappen deutlich im Nachteil wie unsere Grafik hier verdeutlicht.
Dazu passt auch, was Marko über die Longruns sagt: "Auf den Longruns haben wir im dritten Sektor am meisten verloren. Es ist nicht viel, aber wir sind hinter Norris. Leider ist es nicht Piastri, das wäre uns viel lieber", so der Österreicher. Vergleicht man allerdings die Longruns untereinander, sieht es für Red Bull viel besser aus, als es die Platzierung vermuten lässt. Wie unsere Grafik zeigt, bricht Verstappens Zeit auf seinem 25-Runden-Stint erst gegen Ende ein.
Norris vs. Verstappen: Was macht der Typ da??
In FP2 wurde es zwischen den beiden Titelkandidaten auch kurz heiß. Verstappen wich Norris erst sehr spät ausgangs von Kurve 1 aus. Norris kommentierte dies am Funk mit den Worten: "Was macht dieser Typ denn da? Ich hätte fast einen Unfall gebaut!" Verantwortlich für den Fehler war allerdings Verstappens Renningenieur Gianpiero Lambiase, der die Situation falsch eingeschätzt hatte. "Du hast Norris ... Er eröffnet keine Runde hinter dir. Oder vielleicht doch ... Er kommt durch", funkte JP an Verstappen. Die Stewards notierten den Zwischenfall, sahen jedoch keinen Anlass für eine weitere Untersuchung.
Lando Norris, Max Verstappen und Oscar Piastri gehen mit Titelchancen in das Saisonfinale in Abu Dhabi. Wer wird sich den Titel holen? Das sagen ihre Formel-1-Fahrerkollegen.



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