Vor 15 Jahren war er die Sensation in der Königsklasse: Rookie Nico Hülkenberg stellte 2010 in Interlagos seinen Williams auf die Pole Position und qualifizierte damit die beiden Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber aus. 2025 ist Hülkenberg immer noch fester Bestandteil des Formel-1-Zirkus. "15 Jahre fühlen sich an wie eine sehr lange Zeit und gleichzeitig sind sie vergangen wie im Flug", erklärte der 38-Jährige.

In seinen 251 Grand-Prix-Starts holte Hülkenberg 614 WM-Punkte, zwei schnellste Rennrunden, eine Pole-Position und ein Podium. Seinen größten Erfolg feierte er erst kürzlich beim Großen Preis von Silverstone. Dass er immer noch konkurrenzfähig ist, "bedeutet wohl, dass ich etwas richtig gemacht habe", scherzte er am Medientag in Brasilien.

Zu Beginn seiner Karriere fokussierte sich Hülkenberg einzig und allein auf das Rennfahren und vernachlässigte dabei einen essenziellen Aspekt im Sport. "Wenn ich meinem damaligen Ich einen Rat geben könnte, dann wäre es das Networking nicht zu vernachlässigen", verriet Hülkenberg, der 2020, 2021 und 2022 ohne Stammcockpit dastand. Als Ersatzfahrer überzeugte er 2020 bei zwei Einsätzen für Racing Point. 2022 ersetzte er Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel in Bahrain und Saudi-Arabien. "Die Beziehung zu Personen und Entscheidern in der Branche ist enorm wichtig, aber das hat mich damals nicht interessiert", gestand Hülkenberg, der heute mehr denn je in der Formel 1 verankert ist.

2026 geht Hülkenberg mit dem Audi-Werksteam an den Start. 115 Tage vor dem Saisonauftakt in Melbourne stellte das Team das R26 Concept vor. Hülkenberg und Teamkollege Gabriel Bortoleto waren selbstverständlich bei der Präsentation im Brand Experience Center von Audi in München vor Ort.

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Der "Brasilien-Kreis" um Hülkenbergs Formel-1-Karriere schließt sich

"Es ist wichtig, eine gute Dynamik mit dem Teamkollegen zu haben. Wir [Gabriel und ich] treten offensichtlich gegeneinander an, haben auch sehr viel Spaß miteinander", verriet Hülkenberg über die Beziehung zu seinem Rookie-Teamkollegen. "Das macht den Vibe im Team und das ganze Umfeld viel angenehmer."

Als Hülkenberg für Williams die ersten Testfahrten absolvierte, war er genauso alt wie Bortoleto heute. Mit dem Brasilianer Rubens Barrichello wurde ihm in seiner Debütsaison ebenfalls ein erfahrener Pilot zur Seite gestellt. Die Parallelen zwischen damals und heute sind für Hülkenberg klar erkennbar. "Gabi und ich sind an unterschiedlichen Punkten in unseren Karrieren und es erinnert mich ein bisschen an 2010, als ich angefangen habe und Rubens der erfahrene Pilot war", so Hülkenberg.

Barrichello schrieb Hülkenberg damals ein großes Talent zu und auch Hülkenberg ist überzeugt, dass der 21-jährige Bortoleto seinen Weg in der Formel 1 gehen wird - womit sich der Kreis schließt. "Er lernt sehr schnell und hat eine sehr hohe Qualität in dem, was er tut. Ich denke, wenn er so weitermacht, hat er eine sehr erfolgreiche Karriere vor sich", prophezeit er.

Welche Formel-1-Stationen Hülkenberg durchlaufen musste, um am Ende bei Audi rauszukommen, seht ihr hier:

TeamZeitraumFunktion
Williams2010Stammfahrer
Force India2011Testfahrer
Force India2012Stammfahrer
Sauber2013Stammfahrer
Force India2014 - 2016Stammfahrer
Renault2017 - 2019Stammfahrer
Haas2023 - 2024Stammfahrer
Sauber/Audiseit 2025Stammfahrer