Es ist kein Geheimnis, dass Liam Lawson um seine Zukunft in der Formel 1 fährt. Für das kommende Jahr hat der Neuseeländer noch kein Cockpit in der Tasche und im Gegensatz zu Isack Hadjar konnte er sich im bisherigen Saisonverlauf nicht unbedingt ins Rampenlicht fahren. Nicht wenige glauben, dass er oder Yuki Tsunoda dem vielversprechenden Red-Bull-Junior Arvid Lindblad Platz machen müssen. Da kam das Baku-Rennen gerade recht.
Sein Auftritt beim GP von Aserbaidschan war nicht nur Balsam für die Seele des bislang nur zweitbesten Racing-Bull-Piloten, sondern auch ein veritables Empfehlungsschreiben für eine Vertragsverlängerung. Denn Lawson konnte nach einem überraschenden dritten Platz im Qualifying am Samstag auch im Rennen das Spitzenfeld aufmischen und die Ziellinie auf der fünften Position überqueren.
(Fast) Perfektes Rennen von Liam Lawson: Podium außer Reichweite
Mehr war nicht drinnen, da ist sich Lawson sicher: "Ich denke nicht, dass wir heute den Speed hätten, um auf dem Podium ins Ziel zu kommen, so sehr ich mir das auch gewünscht hätte." Er habe dennoch alles versucht, um dieses illusorische Ziel doch noch irgendwie möglich zu machen, aber stattdessen war es Carlos Sainz, der für Williams ein Überraschungs-Podium einfuhr.
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Lawson belegte in der Frühphase des Aserbaidschan-GPs den dritten Rang, doch die beiden Mercedes-Fahrer George Russell und Kimi Antonelli waren eine Nummer zu groß für ihn. Russell kam durch einen langen ersten Stint mithilfe eines Overcuts vorbei, dessen Teamkollege Antonelli überholte Lawson kurz nach seinem Boxenstopp auf der Strecke.
Die Art und Weise, wie er den Platz an den Italiener verlor, nervt Lawson. "Ich hatte keine Energie mehr. Das ist so frustrierend. Man sieht den Ladestand, wenn man auf die Gerade kommt, und man weiß, dass man auf der Hälfte nichts mehr vorrätig haben wird", beschrieb der ehemalige Red-Bull-Pilot die Situation auf der 21. Runde. Doch er ist überzeugt davon, dass er langfristig gegen seinen Rookie-Kollegen nicht imstande gewesen wäre, Gegenwehr zu leisten. "Er kam etwa zehn Sekunden vor mir ins Ziel. Deshalb denke ich nicht, dass ich ihn hinter mir halten hätten können", so Lawson.
Das Batterie-Management gegen Antonelli und den daraus resultierenden Positionsverlust hakte er somit als Lernerfahrung ab und machte es im restlichen Rennverlauf besser. Denn auf dem letzten Stint hingen ihm zunächst Charles Leclerc und dann Yuki Tsunoda lange im Nacken. Der Japaner gefolgt von einem Zug bestehend aus niemand geringerem als Lando Norris und Lewis Hamilton.
In dem aufreibenden Verteidigungskampf beging Lawson keine Fehler mehr, wodurch er mit dem besten Ergebnis seiner inzwischen doch schon 28 Grands Prix andauernden Formel-1-Karriere belohnt wurde. Dass er mit Tsunoda ausgerechnet auf seinen direkten Gegner im Kampf um ein F1-Cockpit für das kommende Jahr traf, ließ Lawson kalt: "Ich denke es ist einfacher, sich von außen da Gedanken darüber zu machen. Wenn man im Auto ist, dann versucht man einfach das andere Auto hinter einem zu halten."
Isack Hadjar nach Fehler verärgert: Es macht keinen Unterschied, aber...
In Baku gab es sogar doppelte Punkte für die Racing Bulls. Isack Hadjar fuhr wie schon beim Italien-GP vor zwei Wochen auf die zehnte Position und nahm damit noch den letzten Zähler mit. Dass Hadjar überhaupt am Rennen teilnehmen konnte, war für die Racing Bulls schon ein Erfolg. Auf dem Weg ins Grid hatte er ein Hydraulik-Problem vermeldet, das die Mechaniker kurzfristig lösen mussten.
Auf das Rennen des Franzosen hatte das keinen Einfluss. Zufrieden ist der Podium-Finisher aus Zandvoort mit seinem Auftritt nicht. Das lag vor allem an einer Szene: In der Runde nach dem Restart setzte er nach der letzten echten Kurve auf dem Kerb auf und wurde infolgedessen von Charles Leclerc und Lando Norris überholt. Letzteren hatte er zuvor in Runde 1 passieren können.
"Ich wiederholte den Fehler, den ich schon gestern im Qualifying gemacht hatte", ärgerte sich Hadjar. Leclerc und Norris waren seiner Ansicht nach über die gesamte Renndauer ohnehin nicht in Reichweite, dennoch störte ihn der Fehler: "Ich denke nicht, dass es am Rennen etwas geändert hätte. Aber allein, dass ich diesen Fehler gemacht habe, das macht mich wütend."



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