In Baku gibt es keinen Platz für Fehler. Das haben die Freitagssessions mehr als deutlich gezeigt. In FP1 küsste Lewis Hamilton in Kurve 5 die Mauer und beschädigte sich dabei den Frontflügel und den Reifen. "Die Session war chaotisch. Baku ist eine Strecke, wo man Vertrauen in die Bremsen braucht", erklärte Hamilton.

Hamilton: Erste Bestzeit seit Shanghai

Zwischen FP1 und FP2 mit nahmen die Ingenieure Änderungen am SF-25 vor. Danach war Lewis Hamiltons Vertrauen in die Bremsen da, was sich in schnellen Rundenzeiten widerspiegelte. Hamilton setzte zunächst auf Medium die Bestzeit, bevor er von Charles Leclerc (auf Soft) auf Platz verdrängt wurde. Gegen Ende der Session holte Hamilton sich die Trainingsbestzeit zurück. In 1:41,293 Minuten war er 74 Tausendstel schneller als Teamkollege und Baku-Spezialist Charles Leclerc.

Sein Vorsprung auf die ersten Verfolger in Person von George Russell und Kimi Antonelli betrug fast eine halbe Sekunde. Für den Rekordchampion war es die erste Bestzeit seit dem Sprint in Shanghai im März. "Das war ein positiver Tag - Gott sei Dank", zeigte sich Hamilton sichtlich erleichtert und bekräftigte, dass er und Ferrari "ein paar Dinge gefunden" hätten, die ihm helfen würden, das Auto besser zu verstehen. "Endlich beginnen wir die Fortschritte zu sehen", so Hamilton.

Unsere Grafik zeigt Hamiltons Run auf Medium im Vergleich zum Soft. Ausgangs Kurve 2 verlor er auf der härteren Mischung Zeit, doch durch die Schikane 5-6 konnte er mehr Geschwindigkeit mitnehmen.

Die zweite Grafik zeigt den Vergleich zwischen Ferrari und Mercedes. Es zeigt sich deutlich, dass Ferrari in den Sektoren 8 bis 12 besonders stark ist.

Leclerc für Baku wenig euphorisch

Trotzdem klang Leclerc nach der Session weniger euphorisch als Hamilton. Obwohl Lando Norris Ferrari dieses Wochenende als harte Konkurrenz sieht und Leclerc in Baku bereits fünfmal auf der Pole Position stand, glaubt er nicht, dass es zu einem Kampf mit McLaren um den Sieg kommen wird. "Wir sehen gut aus, wobei bei mir noch Luft nach oben ist. Aber – und das ist ein großes ABER – McLaren scheint in einer eigenen Welt zu sein", sagte Leclerc.

Er spielte damit auf den Umstand an, dass Norris im Klassement auf P10 zu finden war, obwohl er nach seinem Mauerkuss die Hälfte des Trainings verpasste. "Ich bezweifle, dass wir mit McLaren kämpfen können, aber sag niemals nie. Die Vergangenheit hat mich schon mehrmals eines Besseren belehrt, aber in diesem Moment halte ich es für unwahrscheinlich. Im Vergleich zum Rest sehen wir aber stark aus", so der Monegasse, der im Training den einen oder anderen Mauerkuss lieferte – zum Glück ohne Konsequenzen.