Für Williams waren die Punkte im Formel-1-Rennen in Monza am Sonntag einmal mehr hart erarbeitet. Nach einem erneut mühsamen Qualifying, kämpften sich Alex Albon und Carlos Sainz im Grand Prix von Italien aus den Untiefen des Feldes nach vorne. Am Ende gab es für den einen WM-Punkte, für den anderen die nächste Nullnummer. Die Fahrer hadern zunehmend damit, immer nur am Sonntag ein schnelles Auto zu haben. Sie fordern eine Lösung.

"Das hat jetzt die meisten meiner Wochenenden aus der Bahn geworfen. Besonders bei meinem Auto sind wir sehr strikt dabei, schlechte Out-Laps zu simulieren und Qualifying-Runden. An einem Punkt wusste ich schon nicht mehr, ob es am Auto oder Reifen liegt", so Alex Albon, der als Siebter immerhin noch ein zählbares Resultat aus Monza mitnahm. Gestartet war er von Platz 14, Carlos Sainz von Position 13.

Die Top-10-Resultate sind bei den Briten trotz Platz fünf und 86 Punkten in der Konstrukteurswertung kein Selbstläufer. Zusammen verpassten Albon und Sainz diese Saison schon 18 Mal das Q3, so auch auf dem Autodromo Nazionale di Monza. "Das sind jetzt drei Rennen in Folge, bei denen das Qualifying für mich nicht gut lief, und jedes Mal lag es an den Reifentemperaturen", klagt Albon.

Formel 1: McLaren-Skandal?! Piastri muss Norris Platz machen (09:54 Min.)

Williams in Monza so schnell wie Ferrari und Mercedes

Eine Woche zuvor war er in Zandvoort von Startplatz 15 sogar auf die fünfte Position vorgefahren. In Monza fuhr er die fünftschnellste Runde des Rennens. "Das Auto war zuweilen genau so schnell wie Ferrari und Mercedes. Aber wir starten hinter unseren Möglichkeiten", sagt er. Dabei hatten die Ingenieure schon alle Hebel in Bewegung gesetzt: "Wir haben allein im dritten Training zwei Reifensätze nur dafür benutzt, die schwierige Out-Lap zu simulieren. Das gesamte Wochenende über haben wir es nicht geschafft, die Reifen mit geringer Benzinladung ans Laufen zu bekommen."

Was Albon die größten Bauchschmerzen bereitet, ist die Tendenz. In den letzten sieben Rennen war er nur zweimal im Q3, Sainz war in den letzten acht ebenfalls nur zweimal in den Top-10. "Es ist seltsam, weil dieses Problem immer häufiger auftritt", sagt der 29-Jährige, der seit 2022 für die Mannschaft aus Grove fährt. Carlos Sainz stieß für 2025 von Ferrari hinzu und ist bisher nicht mit dem FW47 warm geworden.

Carlos Sainz mag Williams-Auto nicht

"Ich fühle mich mit dem Auto relativ gut, aber es ist nicht das Auto, das ich gerne fahre. Das ist nicht mein Fahrstil, mit dem ich es liebe, zu fahren", klagt der 31-jährige Spanier, der in der Fahrerwertung gegenüber Albon mit 70:16 Punkten zurückliegt. "Du musst es auf eine ganz bestimmte Weise fahren. Im Qualifying bin ich gut, die Rennpace ist auch immer gut. Aber wir schaffen es nicht, die Resultate zu holen. Wir haben als Team unsere Probleme."

Mit Aston Martin liegt der erste Verfolger in der Weltmeisterschaft momentan noch komfortable 24 Punkte dahinter. Doch Albon fürchtet, dass die schlechten Qualifyings das Team bei den noch acht ausstehenden Rennen irgendwann einholen könnten. "Wir müssen das wirklich in Ordnung bringen", fordert er. "Es kommen noch Strecken, auf denen es sehr schwierig ist, den Reifen ans Arbeiten zu bekommen. Wir müssen das bald lösen. Wir können uns nicht darauf verlassen, jeden Sonntag in den Rennen noch die Punkte zu holen."

Albon fordert neuen Ansatz von Williams

Der Thailänder ist mittlerweile der Ansicht, dass das Team mit Blick auf die Pirelli-Pneus alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat. "Es ist nicht nur eine Reifen-Frage. Das ist eine Theorie, aber ich denke, es ist unser Auto und der Reifen. Es ist nicht normal, dass es bei uns so anders als bei allen anderen läuft", sagt er. Er will dem Problem ab dem nächsten Rennwochenende in Baku mit einem neuen Ansatz auf den Grund gehen, bei dem das Qualifying priorisiert wird: "Rückblickend müssen wir die Reifen erst [im Qualifying-Trimm] ans Arbeiten bekommen und dann erst in die Richtung arbeiten, dass wir den Grip im Rennen auch haben."