Im Vergleich zu anderen Formel-1-Freitagen des Jahres kann der Trainingstag in Monza als ein wahrer Erfolg für Red Bull Racing bezeichnet werden. Max Verstappen fehlten im zweiten Freien Training nur knapp zwei Zehntelsekunden auf die Bestzeit von Lando Norris und Yuki Tsunoda fuhr unter die Top-10. Auch die Longrun-Pace sah vielversprechend aus. Könnte Red Bull noch zum McLaren-Schreck werden?
"Wir sind sehr zufrieden, die Longruns sind wettbewerbsfähig. Auf eine Runde ist noch einiges zu tun, aber da wissen wir, wo wir ansetzen müssen. Zwei Zehntel Rückstand sind aufzuholen. Ich würde sagen, dass wir um den Sieg kämpfen können", setzte Red-Bull-Sportberater Dr. Helmut Marko die Ziele hoch. Laut dem Österreicher baute der Soft-Reifen noch nicht genügend Traktion auf, doch dafür befand sich der Reifenverschleiß in einem guten Bereich.
Die Mannschaft aus Milton Keynes hat mehrere kleine Updates im Bereich des Unterbodens nach Italien gebracht, die beim schwer zu bändigenden RB21 endlich für ein breiteres Arbeitsfenster sorgen. "Es sind viele kleine Dinge, aber das ganze Paket macht den Unterschied. Das hat eine Weile gedauert, aber das Auto ist jetzt berechenbarer, zum Glück", freute sich Marko.
Red Bull in Monza: Auf Geraden schneller als McLaren
Der Unterschied ist vor allem bei Yuki Tsunoda zu merken. Im ersten Freien Training trennte ihn noch mehr als eine halbe Sekunde von seinem Teamkollegen, in FP2 verkleinerte sich der Abstand auf zwei Zehntel. Den Grund dafür kennt Tsunoda selbst nicht: "Die Pace und meine Runde waren gut, jetzt müssen wir herausfinden, warum. Ich habe auf dem Soft-Reifen so viel Grip gefunden, das habe ich nicht erwartet."
Max Verstappen freute sich vor allem, dass Red Bull konkurrenzfähiger als im Vorjahr ist. Damals fuhr der Weltmeister im ersten Training zwar die schnellste Zeit, im FP2 fehlten dann plötzlich über acht Zehntelsekunden. Mit einem 14. Platz war er weit von der Spitze abgeschlagen. Dieses Jahr sieht es schon besser aus.
Dem RB21 liegt das Low-Downforce-Setup auf dem Autodromo Nazionale Monza. Auf den Geraden ist Verstappen blitzschnell, sogar schneller als der McLaren. Im Vergleich zu Lando Norris bremst er spät in Prima Variante, verliert dadurch aber Zeit im darauffolgenden Vollgasstück. Das Spiel wiederholt sich in den Lesmo-Kurven. In Ascari und Parabolica kann Verstappen dann nicht mehr mit dem Papaya-Boliden mithalten. In der Longrun-Simulation fuhr er Zeiten im niedrigen Bereich von 1:23 Minuten und matchte damit die Pace des McLaren.
Max Verstappen: "F1 muss etwas gegen Kies unternehmen"
Der größte Dorn Verstappens Auge war am Freitag der Kies. In beiden Trainingseinheiten rutschten zahlreiche Fahrer von der Strecke und verteilten die Steine zuhauf auf der Ideallinie. Das erste Training wurde sogar unterbrochen, um den Asphalt in der Ascari-Schikane aufzuräumen, auch die zweite Lesmo-Kurve war ein Hotspot. Verstappen musste dort im FP2 Lewis Hamilton ausweichen und fuhr beim Versuch, dem fliegenden Kies zu entgehen, durch die bereits auf der Strecke liegenden Steine.
Der grobe Kies ist eine Gefahr für den äußerst sensiblen Unterboden der F1-Boliden. Der Satz "Bitte checkt den Unterboden" war am Freitag fast an jedem Teamfunk zu hören. "Es ist, wie mit glatten Reifen auf nassem Asphalt zu fahren. Ich bin selbst fast hinausgerutscht, weil so viel Kies auf der Strecke lag. Diese Steine sind ziemlich aggressiv. Wir müssen schauen, was wir da tun können", meinte Verstappen.
Was ist am Freitag in Monza denn alles passiert? Christian fasst das Wichtigste im Video zusammen. Einfach hineinschauen!



diese Formel 1 Nachricht