Kimi Antonelli fand auch beim Qualifying in Zandvoort nicht in die Spur zurück. Der Mercedes-Pilot, der seit dem Beginn der Europa-Saison in einem Tief hängt, scheiterte erneut am Q3-Einzug und hat beim 15. Rennen der Formel-1-Saison morgen viel Arbeit vor sich. Schon am Freitag entwickelte sich sein Niederlande-Wochenende in die falsche Richtung. Im ersten Training war Antonelli von der Strecke gerutscht und im Kiesbett stecken geblieben.
Der Formel-2-Aufsteiger, der vor wenigen Tagen seinen 19. Geburtstag feierte, machte im Nachgang an das Qualifying seinen Fehler im ersten Training mit dafür verantwortlich, dass er nicht das ganze Potenzial des Autos abrufen konnte. "Ich habe das Gefühl, dass mein Ausritt so früh im FP1 den Rest des Wochenendes beeinträchtigt hat", erklärte er.
Kimi Antonelli: Hat das FP1-Aus sein Formel-1-Qualifying zerstört?
"Ich fühlte mich, als ob ich immer Aufholbedarf hatte und ich habe viele Shortruns verpasst. Das hat nicht geholfen", sagte Antonelli, der sich dadurch schlecht auf das Qualifying vorbereitet fühlte. Auch sein FP3-Programm habe sich als hinderlich erwiesen. "Dass ich heute am Morgen einen Longrun fahren musste, hat auch nicht geholfen", so Antonelli. Als Kritik an seinem Team sei das aber nicht zu verstehen, wie er nachschob: "Das war alles aufgrund meines Fehlers in FP1."
Besonders ärgerlich für Andrea Kimi Antonelli ist, dass er den Einzug in Q3 voll in der eigenen Hand hatte. Nur zwei Hundertstelsekunden trennten den Elften der Qualifikation vom Aufstieg und Antonelli weiß auch, wo er diese verloren hat: "Auf meiner Runde bremste ich in der letzten Schikane ein bisschen zu spät und blockierte leicht."
In Zandvoort liegt es an der Natur der Strecke, dass eine schlechte Startposition die Chancen im Rennen deutlich dezimiert. Denn es gibt auf der äußerst engen und 4,2-Kilometer langen Strecke nur eine echte Überholstelle in Form der DRS-Zone auf der Start-Ziel-Gerade und Kurve 1. Strategisch gehen trotz des höheren Boxen-Speeds und der weicheren Reifenwahl von Pirelli im Vergleich zum letzten Jahr die meisten von einer simplen 1-Stopp-Strategie mit Medium und Hard aus.
George Russell baut auf guten Start: Sonst wird es ein harter Stint
Für George Russell (Startplatz 5) ist die Ausgangslage eine gänzlich andere, wobei auch bei ihm der Blick für das Rennen erst einmal nach vorne gerichtet sein wird. Denn mit Isack Hadjar schob sich der Überraschungsmann des Tages zwischen Max Verstappen und Russell auf P4. Falls er sich eine Chance auf das Podium ausrechnen will, muss Russell also schnellstmöglich an dem Racing-Bull-Piloten vorbei.
"Ich hoffe und erwarte, dass sich morgen wieder ein bisschen die normale Reihenfolge einstellt. Aber falls ich nicht am Start an ihm [Hadjar, d. Red] vorbeikomme, dann wird es wahrscheinlich ein harter erster Stint", so die Renn-Prognose des derzeitigen WM-Vierten. Mercedes-Teamchef Toto Wolff rechnet seinem Team durchaus gute Chancen aus, falls das gelingt. "Unsere Longrun-Pace sah sowohl im FP2 mit George als auch im FP3 mit Kimi solide aus", erklärte der Österreicher.
Mit der Pole-Entscheidung hatte Mercedes am Qualifying-Samstag nichts zu tun. Diese blieb eine reine McLaren-Angelegenheit. Mehr dazu im Bericht:



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