Gerhard Berger zählt zu den erfolgreichsten Formel 1-Piloten Österreichs. Zwischen 1984 und 1997 bestritt er 210 Grands Prix, gewann zehn davon und stand 48-mal auf dem Podium. Seine größten Erfolge feierte er im Ferrari und bei McLaren, wo er Teamkollege von Ayrton Senna war. Das Leben war für den in Wörgl als Sohn eines Logistikunternehmers geborenen Berger seit früher Kindheit von Motoren dominiert.
Über diverse Serien kam er mit Hilfe seines Förderers Helmut Marko in die Formel 3, 1984 gab er als 24-Jähriger auf dem Österreichring sein Formel-1-Debüt für ATS-BMW. In der Königsklasse folgten Stationen bei Arrows, Benetton, Ferrari, McLaren, Ferrari und wieder Benetton. Unvergessen ist Bergers Feuerunfall beim Grand Prix von San Marino 1989. Sportlich schrieben die dominierenden McLaren-Hondas von Ayrton Senna und Alain Prost die x-te Episode ihres Privatduells an der Spitze.



Berger: Die Gefahr war nie ein Thema
Doch am 23. April 1989 sorgte Gerhard Berger dafür, dass die Formel-1-Welt den Atem anhielt, als er in der Tamburello-Kurve mit über 280 km/h abflog. Der Ferrari krachte mit voller Wucht in die Streckenbegrenzung, schlitterte an der Wand entlang und ging in Flammen auf. Berger überlebte mit Verbrennungen 2. Grades und einer gebrochenen Rippe. Bereits zwei Rennen später saß er wieder in seinem Ferrari 640. Später sagte er im Exklusiv-Interview mit Motorsport-Magazin.com : "Als Fahrer war damals die Gefahr kein Thema. Man hat gewusst, dass etwas passieren kann, aber es war nicht so, dass man gedacht hätte: Wenn ich jetzt irgendwo ausreite und die Mauer in einem falschen Winkel treffe, dann ist es vorbei."

Fünf Jahre später verunglückte Bergers Freund Ayrton Senna bei einem Unfall in derselben Kurve tödlich. Für den Tiroler gibt es keinen logischen Grund, warum er überlebte und die brasilianische Formel-1-Legende verstarb. "Eigentlich habe ich größere Chancen gehabt, bei meinem Unfall zu sterben als Ayrton. Sein Winkel war besser. Er hatte nur Pech, dass das Rad abgegangen ist und ihm den Helm zerdrückt hat. Ich bin direkt in die Wand mit 280 km/h und vollen Tanks, eigentlich hatte ich ja keine Chance gehabt", so Berger.


Bergers Karriere nach der Formel 1
Berger beendete seine F1-Karriere nach dem WM-Finale 1997. Zehn Grand-Prix-Siege feierte der "ewige Spitzbub" von 1986 bis 1997, 48 Podestplätze waren es insgesamt. 1988 und 1994 belegte er als Ferrari-Pilot den dritten WM-Rang. Nach seinem Rücktritt blieb der Österreicher der Formel 1 als BMW-Motorsportchef (1998 bis 2003) verbunden. Von 2006 bis 2008 besaß er eine Beteiligung am Toro-Rosso-Rennstall. Von 2017 bis zu ihrer Auflösung Ende 2022 war Berger Vorsitzender der ITR, der ehemaligen Dachorganisation der DTM. Zudem führte er seit dem Tod seines Vaters bei einem Flugzeugabsturz 1997 das Familiengeschäft weiter.
Gerhard Bergers Formel-1-Karriere (1984 bis 1997):
- Formel-1-Debüt: 1984 auf dem Österreichring
- Stationen: ATS (1984), Arrows (1985), Benetton (1986, 1996-1997), Ferrari (1987-1989, 1993-1995), McLaren (1990-1992)
- GP-Starts: 210
- Pole Positions: 12
- Siege: 10 Siege
- Podestplätze: 48 Podestplätze
- Beste WM-Platzierung: Platz 3 (1988, 1994)



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