Die Negativserie ist gebrochen! Lewis Hamilton holte sich beim China GP der Formel 1 am vergangenen Wochenende sein lang ersehntes erstes Grand-Prix-Podium mit der Scuderia Ferrari und wird damit Teil einer exklusiven Gruppe von ehemaligen sowie aktiven Ferrari-Piloten. Doch sein Start bei der Scuderia verlief statistisch gesehen deutlich zäher als bei vielen anderen Ferrari-Größen vor ihm.

Das erste Podium ist schwer - oder doch nicht?

477 Tage und damit länger als jeder andere Ferrari-Fahrer musste Hamilton auf sein erstes Podium in Rot warten. Auch wenn seine Vorgänger in verschiedenen Reglement-Perioden unterwegs waren, lieferten sie dennoch alle eindeutig schneller ab als der Brite. Drei seiner Ferrari-Vorgänger sind heute noch in der Formel 1 aktiv:

Charles Leclerc, Hamiltons Teamkollege bei Ferrari, stand bereits in seinem zweiten Rennen in Bahrain mit der Scuderia auf dem Podium. In seinem 13. Rennen, dem GP von Belgien, holte er sich seinen ersten Sieg.

Fernando Alonso, heute Aston-Martin-Pilot, brauchte überhaupt keine Vorlaufzeit. Er holte sich seinen ersten Sieg – und damit gleichzeitig sein erstes Podium gleich beim Debüt mit Ferrari - dem Grand Prix von Bahrain 2010. Zehn weitere Siege und 43 Podestplätze folgten, bis er 2015 zu McLaren wechselte.

Hamiltons Vorgänger Carlos Sainz kam ebenfalls schneller in Schwung als der Brite. Sainz fuhr bei seinem fünften Grand Prix mit Ferrari in Monaco auf den zweiten Platz. Auf seinen ersten Sieg musste er etwas länger warten - um genau zu sein, bis Silverstone 2022.

Podiums-Vergleich: So lange brauchten die letzten fünf Ferrari-Fahrer

FahrerFerrari-DebütErstes PodiumZeitraum bis zum PodiumErster SiegZeitraum bis zum Sieg
Lewis Hamilton20253. Platz; GP von China 2026 477 Tage--
Carlos Sainz20212. Platz; GP von Monaco 202158 TageGP von Großbritannien 2022464 Tage
Charles Leclerc20193. Platz; GP von Bahrain 2019 16 TageGP von Belgien 2019170 Tage
Sebastian Vettel20153. Platz; GP von Australien 20150 TageGP von Malaysia 201518 Tage
Kimi Räikkönen20071. Platz; GP von Australien 20070 TageGP von Australien 20070 Tage

Der erste Schritt ist getan - jetzt folgt ein langer Weg nach oben!

Zwar fehlt Hamilton weiterhin ein Sieg mit Ferrari, jedoch hat er mit dem China-Podium schon einige seiner Vorgänger abgehängt. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Die Liste der Ferrari-Fahrer ist zwar lang, doch nicht alle der insgesamt 104 Piloten schafften es mit der Scuderia jemals in die Top-3.

Mit seinem Podium in China gehört Hamilton nun zu jenem Kreis von 59 Fahrern, denen mindestens eine Top-3-Platzierung mit der Scuderia geglückt ist. Den Rekord für die meisten Podiumsplatzierungen eines Ferrari-Fahrers hält Michael Schumacher. In seinen zehn Jahren bei Ferrari konnte der Deutsche insgesamt 116 Podien einfahren. Davon stand er 71-mal auf dem ersten Platz.

Das sind die zehn Fahrer mit den meisten Podestplätzen für Ferrari

PlatzierungFahrerPodienJahre bei Ferrari
1.Michael Schumacher1161996 - 2006
2.Rubens Barrichello552000 - 2005
Sebastian Vettel552015 - 2020
4.Kimi Räikkönen522007 - 2009, 2014 - 2018
5.Charles Leclerc512019 - heute
6.Fernando Alonso442010 - 2014
7.Felipe Massa362006 - 2013
8.Niki Lauda321974 - 1977
9.Carlos Sainz252021 - 2024
10.Gerhard Berger241987 - 1989, 1993 - 1995

Für Hamilton heißt diese Statistik vor allem eines: Er müsste in seiner Karriere bei der Scuderia noch mindestens 23 Podiumsplätze holen, um zumindest zu den Top-10-Piloten aufzuschließen.

Nächster Halt: Sieg?

Im Gegensatz zu seinen Kollegen am unteren Ende der Liste hat Hamilton aber noch die Chance, mehr Podestplätze für Ferrari zu holen. Ob sich demnächst auch ein Sieg zur Statistik hinzugesellt, wird sich zeigen. Er selbst ist fest davon überzeugt, dass er seinem ersten Ferrari-Sieg näher denn je sei.

Die Statistik zeigt aber: Ein Sieg in Rot ist alles andere als leicht. Nur 40 der bislang 104 Ferrari-Piloten konnten in ihrer Formel-1-Karriere mit der Scuderia einen Sieg einfahren. Neun der 40 siegreichen Piloten schafften es nur ein einziges Mal bis ganz nach oben auf das Podium. Genau in diese Kreise würde sich Hamilton mit seinem ersten Sieg erst einmal einreihen:

FahrerNationRennenJahr
Piero TaruffiItalienGroßer Preis der Schweiz1952
Nino FarinaItalienGroßer Preis von Deutschland1953
Maurice TrintignantFrankreichGroßer Preis von Monaco1955
Luigi MussoItalienGroßer Preis von Argentinien1956
Giancarlo BaghettiItalienGroßer Preis von Frankreich1961
Lorenzo BandiniItalienGroßer Preis von Österreich1964
Ludovico ScarfiottiItalienGroßer Preis von Italien1966
Mario AndrettiUSAGroßer Preis von Südafrika1971
Jean AlesiFrankreichGroßer Preis von Kanada1995

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