George Russell fährt in der Formel 1 nicht nur bei Mercedes, sondern wird auch von den Silberpfeilen gemanagt. Das brachte ihn in den letzten Monaten in eine etwas kuriose Situation. Denn sein Vertrag läuft am Ende dieses Jahres aus. Und auch wenn jetzt eine Verlängerung nur noch eine Formalität ist, war sie das in den vergangenen Monaten angesichts der Gerüchte rund um Max Verstappen nicht immer.
Das brachte Russell ins Grübeln, wie er vor dem F1-Wochenende in Ungarn zugab. "In diesen letzten sechs Monaten befand ich mich in einer einzigartigen Situation, in der ich nicht viel Macht in dieser Vereinbarung habe", stellte er fest. "Vielleicht waren die Interessen [zwischen mir und Mercedes] für einige Zeit nicht deckungsgleich."
"Das hat mich in den letzten sechs Monaten in Gefahr gebracht", glaubt Russell. Hätte der Brite ein externes Management gehabt, dann wäre es ihm wohl einfacher gefallen, etwaige Alternative auszuloten, falls der Verstappen-Deal doch zustande gekommen wäre. Dass das nicht der Fall sein wird, ist spätestens seit dem letzten Wochenende klar. Denn Verstappen kann rein mathematisch in der Fahrer-WM vor der Sommerpause nicht mehr aus den Top-3 fallen und kann deshalb seine Ausstiegsklausel gar nicht aktivieren.
Gleichzeitig erinnert sich Russell auch daran, dass er bisher mit Toto Wolff und Mercedes als Management gut gefahren ist - wenn auch unter anderen Vorzeichen. "In meiner gesamten Karriere bis letztes Jahr hat mich das Team so viel unterstützt, und hat mir solche großartigen Möglichkeiten gegeben. Unsere Ziele haben sich gedeckt, und was im besten Interesse für das Team war, war auch für mich im besten Interesse."
George Russell: Es ist mein Job zu performen
Dass sich die 'Gefahr' eines Cockpit-Verlustes der letzten Monate nicht weiter konkretisiert hat, liegt unter anderem an den Leistungen des Briten, der Teamkollege Andrea Kimi Antonelli weit abhängen konnte. So weit sogar, dass es bei dem Rookie inzwischen kriselt. "Es war mein Job zu performen und dieses Risiko zu reduzieren", ist ihm klar.
Deshalb reagiert Russell unentschlossen in Bezug auf die Frage, ob ein Management-Wechsel irgendwann notwendig wäre: "Ich weiß es nicht, um ehrlich zu sein. Ich würde mir nicht wünschen, dass es so kommt. Ich vertraue immer noch Toto und ich vertraue dem Team, dass sie mich immer unterstützen, solange ich performe. Darauf muss ich mich fokussieren."
"Aber die letzten Monate waren natürlich sowohl für mich als auch für Kimi nicht die beruhigendsten, was unsere Zukunft angeht. Das war ein bisschen widersprüchlich", erklärte Russell weiter. Vor einer Woche in Spa hatte er schon durchklingen lassen, dass ihn seine Vertragssitaution zwischenzeitlich beunruhigt habe. "Ich fühle mich jetzt wahrscheinlich glücklicher als in den vergangenen Monaten und bin mit allem, was gerade passiert, im Reinen", hatte er dort gesagt.
In Ungarn behauptete er wiederum, dass er sich keine Sorgen um sein Cockpit gemacht habe - zumindest in dieser Saison nicht, fügte aber anschließend hinzu: "Vor etwa 12 Monaten war ich etwas ängstlicher und wollte etwas für 2026 geklärt oder bestätigt haben. Vor etwa sechs Monaten ging es mir genauso, aber jetzt bin ich besser in Form als je zuvor."
Mit dem Hungaroring trifft Russell auf eine Strecke, die ihm liegt. In Ungarn sammelte er 2021 seine ersten Williams-Punkte. Ein Jahr später fuhr er dort zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere auf die Pole Position. Auch wenn er seit seinem dritten Platz 2022 auf ein Podium wartet, sieht seine Budapest-Bilanz damit schon deutlich besser aus, als sie das bei so manch anderem Fahrer tut. Einer davon ist Charles Leclerc, der den Kurs in Mogyorod zu seiner 'schlechtesten Formel-1-Strecke' auserkoren hat. Mehr dazu hier:



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