Home, sweet home. Carlos Sainz genoss im Vorfeld des Spanien GP das Bad in der Fan-Menge. Für den Lokalmatador gibt es nichts Schöneres, als ein Heimrennen. "Es ist das beste Gefühl. Man hört überall die Leute jubeln. Man ist gut gelaunt und hat das ganze Wochenende ein Lächeln im Gesicht", verrät der Williams-Pilot. Für ihn ist es bereits der elfte Heim-Grand-Prix, der erste mit Williams.

In der Vergangenheit war der 4,657 Kilometer lange Circuit de Barcelona-Catalunya kein Kurs, auf dem Williams glänzen konnte. Im letzten Jahr belegten Alex Albon und Logan Sargeant die Plätze 18 und 20 und seit 2021 hat es kein Williams-Pilot mehr ins Q2 geschafft. "Das sagt schon einiges über die Art der Strecke aus, mit der wir dieses Wochenende konfrontiert sind", sagte Sainz. Sein Teamkollege kann sich noch schmerzlich an das Vorjahresrennen erinnern. "Es war nicht so toll", erzählte Albon.

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Barcelona: Auf dem Papier keine Williams-Strecke

Die permanente Rennstrecke besitzt etliche mittelschnelle und schnelle Passagen. "Unser Auto mag keine mittelschnellen, langgezogenen Kurven, aber ich hoffe, dass wir zeigen können, dass wir Fortschritte erzielt haben", meinte Sainz und spricht damit den Sprung an, den der britische Rennstall im Vergleich zum Vorjahr gemacht hat.

Mittlerweile ist ein Einzug ins Q3 oder eine Top-Platzierung kein Ausnahmefall mehr. Laut Albon ist dieser Erfolg im ganzen Team zu spüren. "Es fühlt sich so an, als würde jeder mit noch mehr Energie und Motivation ins Wochenende starten. Wir wissen, dass das Auto schnell ist, und wir investieren definitiv viel Arbeit, um das Beste aus dieser Chance zu machen", sagte der 28-jährige Thai-Brite.

In Monaco zeigten sich die Piloten sogar über zwei Top-10-Platzierungen enttäuscht. "Vor einem Jahr wären die Plätze 9 und 10 und damit zwei Punkteankünfte für das Team ein großartiges Ergebnis gewesen. Bei Williams hätte man gefeiert. Ein Jahr später reicht das nicht mehr, denn wir wissen, dass wir es besser können", betonte Sainz und fügte hinzu: "Ich bin zuversichtlich, dass wir das auch hier können, aber auf dem Papier ist Barcelona nicht die beste Strecke für uns. Somit könnten die Plätze 9 und 10 ein gutes Ergebnis sein. Das müssen wir im Hinterkopf behalten."

Verschärfte Flexi-Wings-Tests: Sainz rechnet mit einer Zehntel

Hinzu kommt, dass dieses Wochenende der Frontflügel verschärften Belastungstests standhalten muss. Mit der Änderung des Artikel 3.15.4 des Technischen Reglements will die FIA der Flexi-Wings-Diskussion ein Ende setzen. Während in den Medien viel über die Auswirkungen der Regeländerung auf das aktuelle Kräfteverhältnis spekuliert wird, rechnet Sainz mit keiner großen Veränderung.

"Ich glaube nicht, dass es die Teams so hart treffen wird, wie manche denken oder wie berichtet wird. Es ist nur ein Frontflügel, der natürlich etwas steifer sein wird und sich nicht mehr so stark verbiegen wird wie bisher. Ich würde jedoch nicht mit mehr als einer Zehntelsekunde Unterschied pro Team rechnen", meinte der Spanier. Allerdings kann 2025 eine Zehntelsekunde Rückstand bedeuten, dass man drei oder vier Plätze weiter hinten in der Startaufstellung steht.

Trotzdem bleibt Sainz gelassen: "Selbst wenn es eine größere Herausforderung wird, haben wir noch drei Trainingssitzungen, um das Auto zu optimieren und es auf ein gutes Niveau zu bringen." Nach acht Rennen ist der 30-Jährige bei seinem neuen Team angekommen und obwohl er erst 12 Punkte geholt hat, gibt er zu: "Hätte ich gewusst, dass wir im Qualifying ständig einen Ferrari, einen Red Bull oder einen Mercedes schlagen, hätte ich den Vertrag definitiv noch früher unterschrieben."

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