Die Top-Teams Red Bull und Mercedes kämpften am Monaco-Freitag mit großen Schwierigkeiten und kamen insbesondere im zweiten Formel-1-Training nicht aus dem Mittelfeld heraus. Wer nutzte die Flaute aus? Die Racing Bulls! Liam Lawson und Isack Hadjar beendeten das zweite Freie Training im Fürstentum auf den Plätzen fünf und sechs und waren das drittschnellste Team. Nur Ferrari und McLaren mussten sie klein beigeben.

"Es ist natürlich ein positiver Tag", sprach Liam Lawson das Offensichtliche aus. Das erste Training endete für den Neuseeländer noch auf dem 17. Rang, am späten Nachmittag ging es in die Top-5 nach vorne. "Wir haben heute ehrlich gesagt viel geändert und werden das morgen weiterverfolgen", folgte prompt die Kampfansage für den Qualifying-Samstag.

"Endlich", so die Erleichterung bei Red-Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko über Lawsons fünften Platz. Der 23-Jährige hatte nach der Degradierung zu den Racing Bulls sehr zu kämpfen. Auch über die Performance von Teamkollege Isack Hadjar war Marko erfreut, obwohl dieser gleich zweimal die Leitplanken erwischte: "Er war schnell, hat hier aber ein kleines Problem mit den Leitplanken."

Im zweiten Training sorgte der Rookie mit seinem ersten Einschlag für eine rote Flagge, konnte seinen VCARB-02 jedoch noch zurück in die Box bringen. Nach zügiger Reparatur schlug Hadjar erneut ein. Diesmal nicht in der Hafenschikane, sondern in Kurve 1. In den verbleibenden zehn Minuten konnte er nicht mehr eingreifen.

Formel-1-Rookie Isack Hadjar hat Angst in Monaco

Racing Bull-Fahrer Liam Lawson und Teamkollege Isack Hadjar im Paddock
Liam Lawson und Isack Hadjar fahren erstmals im F1-Boliden in Monaco, Foto: IMAGO / PsnewZ

Der Circuit de Monaco ist in jeder Saison das Highlight der Königsklasse, wenn sich 20 F1-Boliden durch die engen Häuserschluchten an der Côte d'Azur quälen. Der verwinkelte Stadtkurs treibt den Kampf um jeden Millimeter auf die Spitze - und birgt hohes Unfall-Potenzial bei so wenig Spielraum.

"In FP2 habe ich Angst bekommen. In manchen Momenten habe ich gedacht: 'Das war es', aber ich habe es noch hinbekommen", gewährte Hadjar einen Einblick in das Leben eines Formel-1-Rookies. "Es war sehr intensiv für mich." Für den Franzosen ist es ebenso wie für Lawson die erste Monaco-Erfahrung in einem Formel-1-Auto. "Das Freie Training in Monaco ist deutlich anstrengender, was vor allem am Verkehr liegt."

Ebenso wie Lawson landete Hadjar im ersten Training mit P13 noch außerhalb der Top-10 und konnte sich in der zweiten Session bemerkenswert steigern. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen überwog nach dem P6-Resultat allerdings die Anstrengung: "Ich hatte einen schwierigen Tag, da ich einige Mauern streifte und mit dem Limit gespielt habe."

Den Monaco-Freitag dominierten überraschend Ferrari und Charles Leclerc. Ist der Monegasse bei seinem Heimspiel nun auch klarer Favorit? Christian hat alle Infos von der Strecke für euch:

Trotz Crash: Ferrari plötzlich F1-Favorit in Monaco? (09:21 Min.)