Durchwachsener Monaco-Freitag für Mercedes: George Russell und Kimi Antonelli fanden sich im FP2 lediglich im Formel-1-Mittelfeld wieder. Russell beendete die Trainings auf den Positionen 6 und 11. Antonelli fand sich in FP1 auf Rang 12 wieder, in der zweiten Session landete er als Neunter zumindest in den Top-10.

"Es ist schwierig, die Balance zu finden", fasste Antonelli seine ersten beiden Monaco-Sessions in einem F1-Boliden zusammen. "Heute haben wir einiges probiert, insbesondere beim Warm-up auf dem Soft. Es ist sehr schwer, den Grip in der ersten Runde herauszuholen." Immerhin fuhr der 18-Jährige nicht wie Isack Hadjar in FP2 zweimal in die Bande.

Mit viel Zuversicht startete das Team von Toto Wolff in das achte Rennwochenende. So war der W16 in der bisherigen Saison auf eine Runde immer in Schlagdistanz zur Spitze. Doch in FP1 kamen weder Russell noch Antonelli näher als eine halbe Sekunde an die Bestzeit von Ferrari-Pilot Charles Leclerc heran. In FP2 lag Antonelli über sechs Zehntel zurück, bei seinem Teamkollegen waren es sogar 0,737 Sekunden Rückstand auf Leclerc.

"In Sachen reiner Performance ist es vermutlich unser langsamster Freitag", bilanzierte Russell. "Wir waren heute nicht sehr schnell, aber normalerweise ist morgen der wichtigste Tag." Auf dem Circuit de Monaco, der das Überholen zur Schwerstarbeit macht, ist die Startposition so entscheidend wie sonst vermutlich nirgends im Rennkalender. Deshalb wird Ersatzfahrer Frederik Vesti über Nacht im Simulator arbeiten.

„Insgesamt war die Balance des Autos aber nicht so, wie es die Fahrer brauchen, um gute Rundenzeiten zu fahren. Diese Balance hat uns in allen Geschwindigkeitsbereichen Zeit gekostet, vor allem aber im langsamen“, erklärte Andrew Shovlin, Trackside Engineering Director. Wie folgende Graphik zeigt, verloren sowohl Russell als auch Antonelli insbesondere in den Passagen Mirabeau und Tabac:

Trotzdem ist Mercedes die Hoffnung nicht verloren gegangen. „Wir haben bereits einige gute Ansatzpunkte gefunden und sind zuversichtlich, morgen eine bessere Performance zeigen zu können.“

Mercedes kann von Taktik-Spielchen im Monaco-Rennen profitieren

George Russell im Mercedes
Der zweite Pflicht-Boxenstopp kann der Trumpf nach schwachem Qualifying werden, Foto: Mercedes-AMG

Auch Russell zeigt sich kämpferisch: "Es gilt immer noch alles zu geben", will der 27-Jährige dem Monaco-Freitag nicht zu viel Bedeutung beimessen. Ihn beschäftigt vielmehr der im Fürstentum neu eingeführte zweite Pflicht-Boxenstopp: "Selbst wenn wir morgen nicht in den Top-5, Top-3 sind, gibt es vielleicht am Sonntag immer noch eine Chance - insbesondere da es das erste Mal in diesem Jahr so ist."

Durch den zweiten Pflicht-Stopp eröffnet sich eine Vielzahl neuer Strategie-Tricks, die im günstigsten Fall Piloten aus dem Mittelfeld an die Spitze spülen. Für noch mehr Kopfzerbrechen könnte bei Russell und Mercedes die bisherige Reifenwahl der Hauptkonkurrenten Ferrari, Red Bull und Williams in den Trainings sorgen: "Einige Teams haben schon einen harten Reifen verwendet, was uns ein bisschen überrascht hat. Das zeigt, dass sie wahrscheinlich einen anderen Plan als wir verfolgen. Das wird interessant."

Erstmals wird in diesem Jahr ein zweiter Pflicht-Boxenstopp in Monaco eingeführt. Sorgt die Änderung für großes Strategie-Chaos? Alles dazu hier von Christian im Video:

Droht das große Monaco-Chaos? Neue F1-Regel sorgt für Wirbel! (09:23 Min.)