Gerade als das Formel-1-Rennen in Imola auf ein langweiliges Ende zuzulaufen schien, sorgte ein am Streckenrand stehender Mercedes von Andrea Kimi Antonelli in Runde 46 für Aufregung. Ein Defekt hatte für ein vorzeitiges Ende seines Grands Prix gesorgt. Safety Car!
Eine Entscheidung, die bei manchen Zuschauern für etwas Verwirrung sorgte, denn als Esteban Ocon kurze Zeit zuvor an einer um wenige Meter versetzten und genauso gefährlichen beziehungsweise ungefährlichen Stelle abgestellt hatte, hatte die Rennleitung nur mit einer VSC-Phase reagiert. Anschließend zog sich die Bergung des gestrandeten W16. Über 15 Minuten dauerte es, ehe das Rennen wieder fortgesetzt werden konnte. Oder in anderen Worten: Über sieben Runden.
FIA erklärt: Deshalb war das Safety Car nötig und dauerte so lange
Zum Vergleich: Die Bergung des Boliden von Ocon hatte etwa vier Minuten gedauert und kam eben ohne ein Safety Car aus. Der Vorwurf könnte aufkommen, dass etwa ein komplettes Safety Car einem spannenderen Finish dient und Rennleiter Rui Marques deshalb darauf gesetzt hätte. Das war allerdings nicht der Grund. Die FIA hatte nach dem Rennen eine schlüssige Erklärung zur Hand.
Wie der Weltverband erklärte, war eben ausgerechnet jener Haas von Ocon für die umständliche Bergung des Antonelli-Mercedes verantwortlich. Denn da beide Fahrer an einer ähnlichen Stelle geparkt hatten, war die Tasche in der Bande an diesem Punkt der Strecke bereits gefüllt. Das Auto musste also an eine andere Stelle transportiert werden, um es sicher zu entfernen.
Dazu war eben ein Bergungsfahrzeug notwendig und das macht eine Safety-Car-Phase unumgänglich. Erschwerend kommt an dieser Stelle der Strecke noch dazu, dass das Auto bis zur nächsten Bergungstasche bergauf bewegt werden musste. Eine weitere Verzögerung kommt regelbedingt bei der vollen-SC-Phase im Unterschied zum virtuellen Modell noch dazu. Denn die Überrundeten Fahrzeuge dürfen sich vor dem Restart noch zurückrunden.

Die Rennleitung musste also warten, bis die Stelle "cleared" war und freigegeben wurde. Anschließend durfte erst der zu diesem Zeitpunkt einzige Überrundete Fahrer, Oliver Bearman, am Safety Car vorbeigehen. Das geschah in Runde 52. Am Ende jener Runde hätte das Rennen also theoretisch wieder aufgenommen werden können.
Die Rennleitung wartete allerdings noch eine weitere Runde zu. Der Grund dafür wurde nicht kommuniziert. Es ist Usus in der Formel 1 (wenn auch nicht im Reglement verpflichtend vorgeschrieben), dass man den Zurückrundenden noch die Möglichkeit gibt, sich an das Feld heranzufahren. Dafür benötigte Bearman eben jene Runde. Kurz vor dem Restart am Ende der 53. Rennrunde lag er auch auf der Strecke am Ende des Zuges.



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