In einem turbulenten Rennen der Formel 1 in Imola machten Max Verstappen und Red Bull alles richtig. Bei McLaren ging zumindest auf der Seite von Oscar Piastri alles schief. Ein falscher Strategie-Call zu Rennbeginn weitet sich bis ins Ziel zu einem Fiasko aus.

Der Sieger: Verstappen fuhr ein souveränes Rennen. Den Grundstein für den Sieg legte er mit einem herausragenden Manöver gegen Oscar Piastri in der ersten Schikane. Auf einen viel zu frühen Stopp von Piastri fiel Red Bull nicht rein. Dann hatte man auch noch Glück mit einem Virtuellen Safety Car. Und auch bei einem letzten Safety-Car-Restart ließ Verstappen nichts anbrennen.

Das restliche Ergebnis: Piastri war wegen zu frühem Stopp am Rennende auf uralten Reifen gefangen und verlor auch noch den zweiten Platz an Lando Norris. Lewis Hamilton und Alex Albon machten hingegen strategisch alles richtig und komplettierten damit die Top-5 vor Charles Leclerc und George Russell, die Piastri überhaupt erst ins Verderben geritten hatten.

In einem generell von den zwei Neutralisierungen und von strategischen Turbulenzen gezeichneten Rennen holten Carlos Sainz, Isack Hadjar und Yuki Tsunoda die letzten Punkte. Aston Martins tolles Qualifying führte zu nichts, weil man deshalb für die wiederholten Verwerfungen im Rennen nicht mehr die richtigen Reifen hatte. Fernando Alonso blieb auf P11 wieder punktelos.

Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Imola

  • Sensations-Move von Max Verstappen am Start
  • Oscar Piastri lässt sich in falsche Strategie treiben
  • Lando Norris erkämpft P2 auf der Strecke
  • Hamilton rettet Ferrari-Ehre
  • Alex Albon & Williams erneut stark
  • Leclerc & Russell stoppen zu früh

Formel 1 - WM-Stand 2025: Piastri-Vorsprung schmilzt wieder

Die WM-Tabelle: Dank Platz drei kann Piastri immerhin seine WM-Führung behaupten, aber die Verfolger rücken wieder näher. Nur 13 Punkte sind es jetzt zu Norris, und 22 zu Verstappen. McLaren ist allerdings einmal mehr klar das Team mit den meisten Punkten und liegt 105 Zähler vor Mercedes. Williams hält mittlerweile schon bei 51 Zählern, hat sich fest auf den fünften WM-Platz fixiert.

Max Verstappen mit Sensations-Manöver am Imola-Start

Fast alle fuhren bei strahlendem Sonnenschein und 45 Grad Streckentemperatur auf Medium los. Nur die Abgeschlagenen pokerten am Start mit Hard-Reifen: Hamilton, Antonelli, Hülkenberg, Bearman und Tsunoda. Letzter musste sowieso aus der Box starten. Nach seinem heftigen Qualifying-Crash hatte Red Bull Chassis und Motor getauscht.

Max Verstappen überholt im Red Bull kurz nach dem Start Polesetter Oscar Piastri im McLaren
Max Verstappens perfektes Manöver am Imola-Start, Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool

Piastri erwischte den besseren Start, doch hin zu Tamburello fand Verstappen den spätesten aller Bremspunkte, setzte sich außen neben den McLaren und ging vorbei. Hinter den beiden sortierte sich das Feld. Pierre Gasly und Charles Leclerc gewannen zwei Plätze gegen Isack Hadjar. In der zweiten Runde drängte Leclerc Gasly in Piratella in einen Fehler und damit ins Kies. Der Alpine fiel bis auf P14 zurück.

Verstappen und Piastri fuhren schnell weg von Russell, der Norris nur bis Runde 11 halten konnte, ehe sich der McLaren mit einem harten Manöver außen in Villeneuve vorbeiquetschte. Russell haderte extrem mit seinem Heck. Schon auf den Sichtungsrunden hatte er hier Besorgnis geäußert. Später im Rennen überlegte er, ob vielleicht sogar die Spurstange gebrochen sei. Das Team konnte das auf den Daten nicht verifizieren.

Charles Leclerc lockt halbes F1-Feld ins Zweistopp-Verderben

Im ewig langen DRS-Zug pokerte in Runde 11 Leclerc mit äußerst frühem Boxenstopp. In freier Fahrt war er plötzlich massiv schneller. Russell kam eine Runde später, hatte aber schon den Platz an den Ferrari verloren. Das lockte immer mehr Fahrer und in Runde 14 dann auch Piastri an die Box. Nicht aber Verstappen und Norris.

Piastri blieb so zwar vor Leclerc, lief aber wenige Runden später auf den Teil des Mittelfeldes auf, der nicht gestoppt hatte. Yuki Tsunoda, am Ende der Schlange, erhielt zwar die Anweisung, Piastri einzubremsen, scheiterte aber kläglich. Piastri fertigte die Mittelfeldler recht zügig ab, verlor aber in diesem Zeitraum eine Sekunde pro Runde auf Verstappen und Norris, deren alte Reifen sich wieder erholen zu schienen.

draußengebliebenfrüher Stopp
VerstappenPiastri
NorrisLeclerc
AlbonRussell
HamiltonSainz
HadjarGasly
AntonelliLawson
HülkenbergBortoleto
Tsunoda
Colapinto
Alonso
Stroll
Bearman

Ocon-Defekt beschenkt Verstappen und ruiniert McLaren-Duo

Norris kam vorne nur unwesentlich an Verstappen näher. In Runde 29 entschieden die McLaren-Strategen dann auf Stopp - eine bittere Entscheidung. Nur Sekunden später rollte Esteban Ocon den Berg hoch mit Defekt aus und sorgte für ein Virtuelles Safety Car. Ein Geschenk für Verstappen und die verbleibenden Einstopper, die jetzt ihren einzigen Wechsel zum Billig-Tarif ableisten konnten.

Beim Restart in Runde 31 war Verstappen so statt 9 jetzt 19 Sekunden vor Norris und 25 Sekunden vor dem neuen Dritten Alex Albon, der ebenfalls davon profitierte, nicht auf den Leclerc-Stopp hereingefallen zu sein. Piastri nützte das VSC für seinen zweiten Stopp, fiel so aber 7 Sekunden hinter Albon auf P4 zurück. Bis Runde 40 brauchte er, um den Williams einzuholen und vorbeizugehen.

Antonelli-Defekt sorgt für wildes Finale dank Safety Car

Kaum schien sich das Rennen nun zu entspannen, rollte in Runde 46 Kimi Antonelli hin zu Piratella aus. Etwas weiter vorne als Ocon, daher musste man diesmal ein Bergefahrzeug rausschicken - und deshalb entschied die Rennleitung jetzt auf Safety Car.

Verstappen holte sich gleich neue harte Reifen. Piastri blieb draußen, er hatte keine mehr, daher war er jetzt auf alten Hard Zweiter vor Norris, der gewechselt hatte. Leclerc auf P4 hatte wiederum alte Reifen, Albon hinter ihm neue, dann kam Russell mit alten, Hamilton mit neuen, Sainz mit alten, Hadjar mit neuen und Hülkenberg auf dem letzten Punkterang mit alten Reifen.

Leclerc zitterte mit den alten Reifen vor dem Restart: "Ich weiß nicht, ob sich überhaupt Punkte da ausgehen." Auch Norris deponierte eine Bitte beim Team: "Oscars Reifen sehen ziemlich tot aus. Ich will nicht vorbeigelassen werden, aber wir sollten uns nicht zu hart bekämpfen." In Runde 54 wurde für einen Schluss-Sprint freigegeben.

Norris ringt Piastri im McLaren-Fight Imola-P2 ab

Wenig überraschend flog Verstappen weg, während Piastri mit seinen alten Reifen Norris aufhielt. Der McLaren-Kommandostand griff nicht ein. In Runde 58 setzte sich Norris sauber außen in Tamburello im offenen Kampf durch. Leclerc hielt dahinter Albon hingegen mit harten Bandagen auf. In Runde 60 drückte er einen außen in Tamburello angreifenden Williams ins Kies. Dadurch schlüpfte auch Hamilton durch und ging sofort auch an Leclerc vorbei.

Piastri rettete sich gerade noch vor Hamilton über die Linie. Leclerc gab Albon auf Teamanweisung in der letzten Runde den fünften Platz zurück. Russell, Sainz und Tsunoda fuhren die letzten Punkte ins Ziel.