McLaren schreitet mit großen Schritten in der Formel 1-Weltmeisterschaft voran. Oscar Piastri und Lando Norris führen die Fahrerwertung an, in der Konstrukteurswertung liegt das Team 105 Punkte vor Mercedes und 141 Punkte vor Red Bull Racing. Da stellt sich die Frage: Was kann McLaren im Titelrennen 2025 noch stoppen?

Verschärfte Frontflügeltests ab Spanien

Mit Spannung wird auf den Großen Preis von Spanien geblickt, denn mit dem 9. Saisonrennen soll die fast schon unendliche Geschichte um die Flexi-Wings ein Ende finden. Ab Barcelona dürfen bei den Frontflügeln die Lücken zwischen den einzelnen Flaps bei den Belastungstests nur noch 3 statt 5 Millimeter betragen, und das Limit der gesamten vertikalen Verbiegung wurde bei Lasten auf beiden Seiten von 15 auf 10 Millimeter sowie bei einseitiger Belastung von 20 auf 15 Millimeter herabgesetzt.

Damit soll verhindert werden, die Fahrzeugbalance so zu beeinflussen, dass die Fahrer sowohl in langsamen als auch in schnellen Kurven ein perfektes Auto haben. McLaren hatte das Verbiegen des Flügels im letzten Jahr perfektioniert, entsprechend hofft die Konkurrenz, dass die verschärften Tests McLaren einbremsen. Teamchef Andrea Stella räumte bei den Wintertests in Bahrain ein, dass man Anpassungen vornehmen muss, um die neuen Tests zu erfüllen. Aber die große Story, die die Konkurrenten darin sehen, gibt es laut Stella nicht.

Gefahrenpotenzial: 3 von 5
Die verschärften Frontflügel-Tests bergen definitiv ein Gefahrenpotenzial für McLaren, doch die Mannschaft aus Woking weiß seit Monaten um diese und sollte entsprechend 'Herr der Lage' sein. Plus: Schon die verschärften Frontflügel-Tests der FIA in Australien blieben effektlos.

Frontflügel von McLaren im Detail
Sorgt auch 2025 für Wirbel: der McLaren-Frontflügel, Foto: IMAGO / PsnewZ

Interner Fight um die Nummer-1-Rolle

"Es ist nur die Frage, wann es passiert und nicht, ob es passiert." Selbst McLaren-CEO Zak Brown erwartet, dass es zwischen Lando Norris und Oscar Piastri im Titelfight krachen wird. Logischerweise, denn „Nice Guys“ werden selten Weltmeister. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: An einem Punkt der Weltmeisterschaft wird McLaren auf einen Fahrer setzen müssen. Im Vorjahr haderte der britische Rennstall damit, Teamorder auszusprechen. Ein Fehler, der dazu beitrug, dass das Team nur den Konstrukteurstitel und nicht auch den Fahrertitel gewann. "McLaren fehlt ganz klar diese Brutalität, die es braucht, um zu gewinnen", ist F1-Experte Christian Danner überzeugt.

Gefahrenpotenzial: 4 von 5
Auch wenn Zak Brown (nach außen) überzeugt ist, dass sich seine Jungs in die Kiste fahren und danach die Hände schütteln, liefert die Formel-1-Geschichte genügend Beweise für das Gegenteil. Unabhängig wie dominant das Auto über die Saison hinweg ist, einen Stallkrieg kann sich McLaren nicht leisten.

Oscar Piastri und Lando Norris (beide McLaren) im Gespräch nach dem Bahrain-GP 2025 in Sakhir.
Kracht es zwischen Norris und Piastri 2025?, Foto: Imago / PsnewZ

Kühler Europa-Sommer

30° Grad, blauer Himmel und Sonnenschein. Nicht immer geht dieses Bild mit dem europäischen Sommer einher. Dass bei kühleren Temperaturen McLarens Vorsprung auf die Konkurrenz schmilzt, hat sich bereits mehrfach bestätigt. Der Grund ist einfach erklärt: Der MCL39 ist ein Auto, das konstant viel Abtrieb generieren trotz nachteiliger Bedingungen. Sobald die Streckentemperaturen sinken, hat die Strecke mehr Grip und die Konkurrenz tut sich leichter, die Lücke zu McLaren zu schließen. In einem eng umkämpften Feld, in dem es auf jedes Zehntel ankommt, kann das Wetter durchaus zur Stolperfalle werden.

Gefahrenpotenzial: 2 von 5
Es wird vorkommen, dass aufgrund kühlerer Streckentemperaturen die Konkurrenz an McLaren heran- oder vorbeifährt. Ein kühler europäischer Sommer könnte McLaren schmerzen, aber reicht allein nicht aus, um das Team vom Titelkurs abzubringen.

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