Um Haaresbreite konnte Kimi Antonelli beim Miami-Sprint eine Katastrophe in der Boxengasse verhindern. Der Mercedes-Pilot reagierte geistesgegenwärtig auf einen Unsafe Release von Max Verstappen, ruinierte damit zwar sein eigenes Rennen, sorgte aber dafür, dass die Mechaniker nicht verletzt wurden.
Als die Strecke nach heftigem Regen abtrocknete, war ab Runde 10 Hochbetrieb in der Boxengasse angesagt, weil die Piloten von Intermediates auf Slicks wechselten. In Runde 12 kamen Verstappen und Antonelli auf den Positionen drei und vier zum Reifenwechsel.
Als die Red-Bull-Crew Verstappen abgefertigt hatte, fuhr Antonelli gerade in der Fastlane in Richtung Mercedes-Crew. Just in dem Moment, als Antonelli die Fastlane verlassen wollte und seine Boxenmannschaft anvisierte, gab Red Bull Verstappen grünes Licht.
Als Nachbarn in der Konstrukteurs-WM der vergangenen Formel-1-Saison befinden sich die Garagen von Red Bull und Mercedes direkt nebeneinander. Als Antonelli einlenkte, fuhr Verstappen los. Ein menschlicher Fehler führte laut Red Bull zur Fehleinschätzung. Verstappen versuchte eine Kollision noch zu vermeiden, konnte aber nicht mehr entsprechend verzögern.
Der frischgebackene Vater traf Antonelli mit dem Frontflügel am rechten Hinterrad. Verstappen kam zunächst glimpflich davon, verlor lediglich die Endplatte seines Flügels und ein paar Sekunden. Die folgerichte 10-Seunden-Strafe warf ihn aber durch ein Safety-Car am Rennende von Platz vier auf die letzte Position zurück. Verstappen verlor so fünf wichtige Punkte im WM-Kampf.
Antonelli rettet Boxencrew: Hätte schlimm ausgehen können
Für Kimi Antonelli hingegen kam es direkt knüppeldicke. Als er realisierte, dass es zur Kollision kommen würde, fuhr er geradeaus und brach er seinen geplanten Boxenstopp ab, um eine Katastrophe zu verhindern. "Ich habe versucht, ihm auszuweichen. Das hätte wirklich schlimm für die Mechaniker ausgehen können", so Antonelli. Hätte der Italiener nicht reagiert, hätte er sich wohl direkt in die wartende Boxencrew gedreht.
So musste Antonelli eine Runde später erneut die Boxengasse ansteuern, um den Reifenwechsel vollziehen zu lassen. Dadurch fiel er aus den Punkterängen und überquerte die Ziellinie als Elfter. Nach Strafen für Max Verstappen und Oliver Bearman wurde der Pole-Setter als Neunter gewertet.
Verstappen kritisiert eigene Crew: Kommt schon Jungs!
Vorwürfe macht Antonelli Verstappen nicht: "Es war einfach unglücklich. Er wurde losgelassen und hat sich an die Order des Teams gehalten." Mercedes-Teamchef Toto Wolff war nicht ganz so gelassen: "Wenn es das Hauptrennen gewesen wäre, wäre das wirklich nervig gewesen. Ich bin überrascht über den totalen Mangel an Urteilsvermögen. Es war nicht einmal knapp, ihn ohne Sicherheitsbedenken loszulassen."
Max Verstappen kritisierte seine Crew schon am Funk: "Kommt schon Jungs!" Nach dem Rennen zeigte er sich vor allem erleichtert: "Zum Stopp muss man gar nichts sagen. Es ist selbsterklärend und klar, was da passiert ist. Ich bin nur glücklich, dass niemandem was passiert ist." Immerhin: Weil die Stewards die Schuld komplett beim Team sahen und der Weltmeister noch versuchte, die Kollision zu verhindern, wurden ihm keine Strafpunkte aufgebrummt.



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