Eine Kurve. Zwei Fahrer. Null Punkte. Für Yuki Tsunoda und Pierre Gasly kam der Saudi-Arabien-GP effektiv nach weniger als einer Runde zu einem Ende. In Kurve vier krachte es zwischen den ehemaligen Formel-1-Teamkollegen: Wie kam es zu diesem Unfall?
„Ich hatte eine gute Linie in Kurve vier“, resümierte Pierre Gasly und schilderte seine Perspektive: „Mir war bewusst, dass Yuki sich innen befindet und ich habe genug Platz gelassen.“ Der Alpine-Fahrer versuchte sein Glück auf der Außenbahn.
„Es sah so aus, als hätte er Untersteuern gehabt und dann kam es zum Kontakt. Der war recht gering, hat mein Auto aber direkt in die Wand befördert.“ Für den Franzosen war das Rennen nach dem Einschlag sofort vorbei.
Sein Urteil: „Yuki und ich haben großen Respekt voreinander, es hat also nichts Schlimmes zu bedeuten. Wir hätten mehr Abstand halten können, aber letztlich ist es Motorsport. Auf so einer Strecke kann das passieren.“
Auch Tsunoda verzichtete auf klare Schuldzuweisungen: „Ich kann ihm nicht die volle Schuld geben. Wir wussten, dass das die engste Kurve der Strecke ist. Wenn man Rad an Rad dort durchfährt, wussten wir basierend auf unserer Erfahrung, was passieren würde.“
Tsunoda weiter: „Vor dem Zwischenfall hatte ich die volle Kontrolle, Carlos [Sainz] war auch direkt vor mir, und ich konnte einfach nirgendwo hin. Ich habe alles gegeben, den Unfall zu verhindern.“ Sein Fazit: „Wir hätten wahrscheinlich beide etwas vorsichtiger sein sollen. Es ist immer ärgerlich, mit anderen zu kollidieren, besonders mit Pierre, da wir Freunde sind.“
Beide Fahrer stuften den Zwischenfall als Rennunfall ein - zu diesem Schluss kamen auch die Stewards. Aufgrund der engen Streckenführung und der Tatsache, dass Sainz im Williams direkt vor Tsunoda fuhr, klassifizierten sie den Zwischenfall als „Runde-eins-Unfall ohne weitere Maßnahmen“.
Nach Startunfall in Jeddah: Wichtige Fahrzeit verloren
Yuki Tsunoda konnte seinen RB21 nach der Kollision zwar an die Box retten, musste ihn dort jedoch abstellen. Ein beschädigter Heckflügel machte eine Weiterfahrt aus Sicherheitsgründen unmöglich.
Besonders bitter für Tsunoda, der in Jeddah erst sein drittes Rennwochenende für Red Bull absolvierte. „Es ist ziemlich ärgerlich, dass ich kaum fahren konnte. Jede Runde ist wichtig für mich und zählt wirklich viel“, so der Neuzugang.
Dennoch verzeichnete er Positives: „Wir haben dieses Wochenende Fortschritte gemacht, weil wir wieder in Q3 gefahren sind, und ich habe das Gefühl, dass mein Selbstvertrauen mehr und mehr wächst.“ Darüber hinaus erwartet ihn vor dem Miami-GP ein Testlauf in Silverstone mit dem RB19 – eine weitere Gelegenheit also, sich mit den Red-Bull-Boliden anzufreunden.
Für Gasly ging es in Jeddah insgesamt wenig um die Schuldfrage, sondern viel mehr um eine verpasste Chance: „Das Auto hat stark ausgesehen und ich war mir recht sicher, dass wir die Pace hatten, mit den Williams zu kämpfen.“
Carlos Sainz und Alex Albon beendeten den Grand Prix auf den Positionen acht und neun – sammelten also wertvolle Punkte. Alpine hingegen ging leer aus. Trotzdem kann Gasly dem Wochenende in Jeddah etwas Positives abgewinnen: „Wir wissen, dass diese Strecke auf dem Papier nicht unsere Stärkste ist, aber wir waren trotzdem wettbewerbsfähig und im Kampf um die Punkte dabei. Das gibt uns viel Selbstvertrauen und wir können auf diesen positiven Erfahrungen aufbauen.“
Die Kollision zwischen Gasly und Tsunoda in Runde eins zog keine Konsequenzen nach sich. Ein Manöver von Max Verstappen zu Rennbeginn hingegen schon. Gleich hier nachlesen:



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