Die Formel-1-Saison 2025 läuft für Ferrari alles andere als rund. In der Konstrukteurswertung steht die Scuderia nur auf Platz vier, ihr bisher erfolgreichster Fahrer Charles Leclerc ist WM-Sechster. Im vergangenen Jahr waren die Italiener zum Saisonende bestes Team und auf Augenhöhe mit Konstrukteurs-Weltmeister McLaren. „Daran gemessen sind wir ein bisschen enttäuscht zu sehen, dass wir einen Schritt zurück gemacht haben“, sagt Leclerc vor dem vierten Rennwochenende in Bahrain.

Der Monegasse stand in dieser Saison noch gar nicht auf dem Podest. Sein Teamkollege Lewis Hamilton konnte zwar den Sprint in China gewinnen, einen Grand Prix beendete der siebenmalige Weltmeister allerdings ebenso noch nicht auf dem Treppchen. Leclerc plant nun, auf dem Bahrain International Circuit seine Bilanz aufzuhübschen: „Die ersten Rennen waren schlimmer als erwartet. Wir hoffen, zurück zu sein und an der Spitze mit McLaren zu kämpfen.“

Nachdem in China beide Ferrari-Piloten disqualifiziert worden waren, kam Leclerc am vergangenen Wochenende in Japan seinem ersten Saison-Podium mit Platz vier am nächsten. „Letztes Wochenende hat uns mehr oder weniger gezeigt, wo wir als Team stehen“, so Leclerc. Damit P4 nicht das Limit bleibt, hilft ihm Ferrari in Bahrain mit Updates: „Wir haben ein paar neue Teile mitgebracht und hoffen, dass wir die Lücke [zu McLaren; d. Red.] ein wenig schließen.“

Charles Leclerc hofft bei Ferrari auf die richtige Entwicklungsrichtung

Ferrari-Fahrer Charles Leclerc in der Box
Charles Leclerc will in Bahrain die Richtung seiner Setup-Entwicklung bestätigen, Foto: Ferrari

Nicht nur die neuen Teile sollen die Performance der Scuderia steigern. Bei der Abstimmung des SF-25 scheint Leclerc am vergangenen Wochenende in Suzuka ein entscheidender Schritt nach vorne gelungen zu sein: „Das Rennen in Suzuka war das erste Mal für mich, wo ich von der ersten bis zur letzten Runde alles geben konnte. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl im Auto.“

Die Änderungen beträfen die generelle Richtung der Setup-Entwicklung. Bahrain soll nun dazu dienen zu überprüfen, ob sich die Änderungen auch auf anderen Strecken auszahlen können. „Wenn es funktioniert, dann bin ich zuversichtlich, dass es die Richtung ist, die ich für das gesamte Jahr einschlage“, erklärt Leclerc. Für ihn gebe es nur Vorteile: „Für meinen Fahrstil ist das positiv. Das bedeutet nicht, dass wir das Potenzial des Autos ändern. Das ist immer noch da. Aber es hilft mir, das Maximum aus dem Auto herauszuholen.“

Sein Teamkollege Lewis Hamilton spricht weniger hoffnungsvoll von den Änderungen in der Leclerc-Garage. „Sein Setup war sehr ähnlich zu den anderen Rennen. Deshalb denke ich, dass er mit seiner Balance glücklich war. Sie war in China und Melbourne sehr ähnlich. Letztes Wochenende [in Japan; d. Red] war sie ein bisschen anders, aber nicht weitgreifend.“

Lewis Hamilton bei Ferrari weiter auf der Suche nach Verbesserung

Lewis Hamilton im Ferrari
Lewis Hamilton hat erst drei Rennwochenenden mit Ferrari hinter sich, Foto: IMAGO / PsnewZ

Der Sprintsieg in China soll bei Hamilton nicht darüber hinwegtäuschen, dass er weiterhin noch Eingewöhnungszeit bei seinem neuen Rennstall benötigt. „Ich lerne die ganze Zeit davon, Charles bei seiner Arbeit mit dem Team zuzusehen und wie er das Setup des Autos entwickelt.“ Das Rennen in Suzuka beendete der Brite als Siebter. Anders als im milden Australien und Asien kann er in Bahrain nun auf höhere Temperaturen setzen.

„Ich hoffe, dass ich mit der Hitze, mit dem höheren Reifenabbau dieses Wochenende ein bisschen näher dran bin“, so Hamilton. Helfen können ihm womöglich die Wintertests der Formel 1, die im Februar schon auf dem Bahrain International Circuit stattgefunden haben: „Wir haben eine gute Setup-Basis, was für alle ein kleiner Vorteil im Vergleich zu anderen Strecken ist.“

Die Formkurve soll nun wie bei Leclerc auch beim siebenfachen Weltmeister ansteigen, damit die Scuderia in den WM-Kampf mit McLaren einsteigen kann: „Wir haben in den vergangenen Rennen viel gelernt. Hoffentlich ist das Wochenende für uns ein Schritt nach vorn. Das bedeutet nicht, die Lücke zu schließen, aber dahinzukommen, die Lücke zu schließen.“

Dass es bei Ferrari zum Saisonstart nicht läuft, ist auch auf Neuzugang Lewis Hamilton zurückzuführen, sagt Formel-1-Experte Christian Danner:

Ferrari: Was ist los? Danner: Hamilton ist eines der Probleme! (33:51 Min.)