Jonathan Wheatley hätte sich für seinen Einstand als Sauber-Teamchef ein besseres Qualifying gewünscht. Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto schieden beide schon im ersten Abschnitt aus. Beide erwischte es denkbar knapp: Hülkenberg verpasste den Sprung in Q2 als 16. mit lediglich 16 Tausendsteln Rückstand. Bortoleto war einen Platz dahinter nur weitere 52 Tausendstelsekunden langsamer.
Für Sauber hatte sich das schwierige Qualifying schon abgezeichnet. Nachdem Hülkenberg in China noch mit Startplatz zwölf überraschen konnte, sah der C45 auf der anspruchsvollen Strecke in Suzuka nicht mehr so konkurrenzfähig aus - trotz des modifizierten Unterbodens und Änderungen am Heckflügel.
“Das Auto war das ganze Wochenende über etwas schwierig. Heute sogar noch mehr, weil sich der Wind um 180° gedreht hat“, so Hülkenberg. Die Qualifying-Generalprobe auf den Soft-Reifen im 3. Freien Training fiel aus, weil Sauber am Ende der Session trainieren wollte, als allerdings zum fünften Mal in diesem Wochenende Feuer auf dem Rasen einer Auslauffläche entfachte.
Nico Hülkenberg übertreibt es in Degner
Im Qualifying halfen dann auch drei Versuche im Q1 nicht. „Es ist einfach etwas schwierig, die richtige Balance zu finden. Wir wussten, dass es im Mittelfeld eng werden würde, und das war es auch“, ärgert sich Hülkenberg. Ein kleiner Fehler am Ausgang der zweiten Degner, wo der 37-Jährige mit dem Heck etwas weit rauskam, dürfte die entscheidenden Tausendstel gekostet haben.
Das Unheil nahm für ihn aber schon zuvor seinen Lauf. Wie viele andere Piloten hatte Hülkenberg mit Verkehr zu kämpfen. Dadurch brachte er in der Outlap die Reifen nicht auf die nötige Temperatur. Auch Teamkollege Bortoleto hatte damit zu kämpfen.
Gabriel Bortoleto untertreibt es beim Setup
Der Brasilianer ärgerte sich aber mehr über sich selbst - und das trotz guter Runde: „Wir hätten das Auto für den letzten Reifensatz vielleicht noch einen kleinen Schritt weiter verbessern können, aber wir entschieden uns, auf Nummer sicher zu gehen und keine größeren Änderungen vorzunehmen.“
Der Formel-1-Rookie und amtierende F2-Champion spricht von Anpassungen am Frontflügel. Dort und beim Reifendruck dürfen die Teams während der Qualifying-Session noch Änderungen vornehmen. Nach starken ersten Versuchen war Bortoleto mit dem Auto so zufrieden, dass er keine Änderungen wollte. Allerdings unterschätzte er dabei die Streckenentwicklung. Er nahm es auf seine Kappe: „Das war ein Fehler, für das nächste Mal weiß ich es.“
Im Rennen sollte sich Sauber im Vergleich zu China steigern können: Dort fielen Hülkenberg und Bortoleto in der Startrunde ans Ende des Feldes zurück. Hülkenberg beschädigte sich das Auto bei einem kleinen Ausritt, sodass er das ganze Rennen über chancenlos hinterherfuhr.



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